Schlachten im zweiten Weltkrieg bis 1939

Die neue Art von Krieg    

Weit mehr als im Ersten Weltkrieg wurden Kriegsführung und Kriegsverlauf im Zweiten Weltkrieg durch den Einsatz hochentwickelter Kriegstechnik bestimmt. Die raumgreifende Mobilität von Kraftfahrzeugen und Panzern verlieh den Kampfhandlungen einen ausgeprägten Bewegungscharakter. Den deutschen Feldzügen zu Kriegsbeginn lag das von der Wehrmacht entwickelte Konzept des überfallartigen "Blitzkriegs" zugrunde. Angesichts der für einen langen Stellungskrieg unzureichenden Ressourcen sollte der Gegner durch massiven Einsatz von Heer und Luftwaffe in gewaltigen Umfassungsschlachten innerhalb kürzester Zeit besiegt werden. Vor allem die Flächenbombardements der Luftstreitkräfte forderten enorme Verluste in der Zivilbevölkerung. Der Krieg hatte von Anfang an einen globalen Charakter. Seit September 1939 befanden sich die Commonwealth-Mitglieder Australien, Neuseeland, Kanada und Südafrika sowie Indien im Krieg gegen Deutschland. Während das Deutsche Reich eine hegemoniale Grossmachtstellung in Europa anstrebte, verfolgte das mit Deutschland befreundete Japan ähnliche Ziele im Fernen Osten. Die verwendete Karten basiert auf dem aktuellen Google-Maps Kartenmaterial. Die Standorte der Schlachten werden auf diesen Kartenausschnitten gezeigt.

Polenfeldzug    
(aus Wikipedia)

Als Überfall auf Polen wird der völkerrechtswidrige Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschen Reichs gegen die Zweite Polnische Republik bezeichnet, mit dem Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg in Europa entfesselte. Die deutschen Streitkräfte griffen am 1. September 1939, unterstützt von slowakischen Truppen, unprovoziert an, unmittelbar nach dem angeblichen, zur Rechtfertigung angeführten Überfall auf den Sender Gleiwitz.

Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und Grossbritannien im Rahmen ihrer Beistandsverträge mit Polen Deutschland den Krieg. Ihre begrenzten militärischen Massnahmen wie die Saar-Offensive waren jedoch nicht zur Entlastung Polens geeignet. Unterstützt von Luftangriffen rückten zwei deutsche Heeresgruppen von Norden bzw. Süden auf polnischem Territorium vor. Deutsche Truppen erreichten am 8. September Warschau, das am 28. September kapitulierte.

Nachdem gemäss dem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt ab dem 17. September drei sowjetische Armeen in Ostpolen einmarschierten, floh die polnische Regierung am 17./18. September 1939 in das neutrale Rumänien, wo sie interniert wurde. Die am 30. September gebildete polnische Exilregierung versuchte, mit geflohenen Truppenteilen Widerstand gegen die Besatzer zu organisieren. Die letzten in Polen verbliebenen Verbände der polnischen Streitkräfte kapitulierten am 6. Oktober 1939; die meisten polnischen Soldaten gingen in Kriegsgefangenschaft.

In ihrem Vertrag vom 28. September 1939 teilten Deutschland und die Sowjetunion Polen unter sich auf. Posen und Westpreussen wurden dem Deutschen Reich eingegliedert. In den übrigen deutsch besetzten Gebieten wurde das sogenannte Generalgouvernement als Zone der "Neuordnung" und Eindeutschung eingerichtet. Die ostpolnischen Gebiete wurden durch die Sowjetunion annektiert.

Im Kriegsverlauf und unter der deutschen Besetzung Polens 1939–1945 verübten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD und Angehörige der Wehrmacht teils planmässig, teils spontan Massenmorde an polnischen Intellektuellen, Priestern, Gewerkschaftern, Adligen und Juden. Dies gilt als "Auftakt zum Vernichtungskrieg" des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion und zum Holocaust.

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01_06A/Überfall auf Polen

Der Begriff Überfall auf Polen bezeichnet manchmal nur den Kriegsbeginn. Der gesamte Kriegsverlauf, wahlweise auch mitsamt der sowjetischen Invasion, wurde vor allem früher oft als Polenfeldzug bezeichnet. In Polen nennt man diesen Septemberfeldzug (Kampania wrześniowa) oder Verteidigungskrieg von 1939 (Wojna obronna 1939 roku).

Aufteilung Polens
Gemäss dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939 marschierten am 17. September auch sowjetische Truppen ein (siehe Sowjetische Besetzung Ostpolens). Im Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag teilten beide Mächte am 28. September den polnischen Staat unter sich auf. Das westliche Polen geriet daraufhin unter deutsche Besatzungsherrschaft oder wurde teilweise ins Deutsche Reich eingegliedert.

Gefecht um das polnische Postamt in Danzig (01.09.1939)    
(aus Wikipedia)

Das Gefecht um das polnische Postamt in Danzig gehörte zu den ersten Kampfhandlungen beim Überfall auf Polen, mit dem das nationalsozialistische Deutsche Reich in Danzig den Zweiten Weltkrieg auslöste.

Vorgeschichte
Ähnlich wie das Gefecht um das polnische Munitionsdepot auf der Westerplatte fand es auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig statt. In dieser zu weit über 90 % von deutschsprachiger Bevölkerung bewohnten (aber aufgrund des Vertrags von Versailles nicht zum Deutschen Reich gehörenden) Hafenstadt waren durch den Völkerbund der Zweiten Polnischen Republik exterritoriale Standorte in Hafennähe zugestanden worden (insgesamt 17).

Durch diesen Status bedingt gab Danzig eigene Briefmarken heraus, siehe Postgeschichte und Briefmarken von Danzig. Polen war zugestanden worden, zur Postversorgung im Danziger Hafen bzw. im Bezirk Danziger Altstadt einen eigenen Postdienst einzurichten. Ab dem 5. Januar 1925 wurden im gesamten Stadtgebiet zehn polnische Briefkästen aufgestellt und polnische Postbedienstete stellten in Danzig Briefe zu. Es entspann sich über die Zulässigkeit dieser Massnahmen ein längerer Streit zwischen den Danziger und polnischen Behörden.

Der deshalb angerufene Völkerbundrat traf nach einem Gutachten des Ständigen Internationalen Gerichtshofs vom 11. Mai 1925 die Entscheidung, dass in einem näher umgrenzten Gebiet, das den Hafen und die gesamte Danziger Innenstadt umfasste, polnische Postkästen aufgestellt bleiben durften.

Laut dem polnischen Militärhistoriker Edmund Charaszkiewicz (1895–1975) war das Postamt seit 1935 Stützpunkt der polnischen Geheimdienstgruppe "Zygmunt".

Am 28. April 1939 kündigte Adolf Hitler den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt vom 26. Januar 1934. Beide bzw. alle drei Seiten begannen, Vorbereitungen für einen militärischen Konflikt zu treffen. Eine SS-Heimwehr Danzig wurde am 20. Juni aufgestellt.

Im Postgebäude wurde ein Waffendepot angelegt: 40 Pistolen, drei leichte Maschinengewehre Typ Browning wz.1928 und drei Kisten voller Handgranaten. Der Plan war, wie bei der Westerplatte, sich so lange zu verteidigen, bis die reguläre polnische Armee zum Entsatz eintrifft. Da der polnische Korridor nahe lag, veranschlagte man dafür sechs Stunden. Im August eskalierte die Lage zusehends.

Kampfhandlungen
Das Gebäude der polnischen Post wurde am 1. September um 4.45 Uhr von der SS-Heimwehr Danzig und Polizeitruppen der Freien Stadt Danzig angegriffen, gleichzeitig mit dem Angriff des Kriegsschiffes Schleswig-Holstein auf die Westerplatte. Zuvor hatte man schon Strom- und Telefonleitungen gekappt.

In diesem Moment befanden sich in dem Gebäude 57 Personen: 40 Postbeamte aus Danzig, zehn aus Gdingen und Bromberg delegierte Postbeamte mit Wehrausbildung, ein Angestellter der polnischen Eisenbahn sowie der dort wohnende Hausmeister samt Frau und zehnjähriger Adoptivtochter.

Der Angriffsplan, vorbereitet im Juli 1939, sah vor, die Post mit Hilfe von drei Sturmgruppen zu erobern, wovon eine zur Ablenkung den Haupteingang angreifen sollte, wobei zur Deckung drei österreichische Steyr ADGZ-Radpanzer dienten, beschriftet mit "Sudetenland", "Ostmark" und "Saar". Das Kommando hatte Willi Bethke von der Danziger Polizei.

Der erste deutsche Angriff wurde aufgehalten, obwohl man kurzzeitig am Eingang eindringen konnte, dabei allerdings Verluste erlitt (zwei Tote, sieben Verwundete). Der Angriff vom Seitengebäude aus durch die Wand wurde auch abgewehrt, dabei starb der polnische Kommandant Konrad Guderski durch seine eigene Handgranate.

Um 11 Uhr wurde mit Unterstützung von zwei nun eingetroffenen 75-mm-Geschützen angegriffen, jedoch ergebnislos. Ein zweistündiges deutsches Ultimatum um 15 Uhr wurde von den Verteidigern ignoriert. Zwischenzeitlich traf eine Pioniereinheit ein und platzierte eine Sprengladung im Keller unter dem Eingang.

Um 17 Uhr sprengte diese ein grosses Loch in die Fassade und ein nächster Angriff folgte, nun auch mit einem 105-mm-Geschütz. Das Gebäude wurde dabei teilweise erobert. Um 18 Uhr wurde von den Angreifern Benzin in den Keller, wo es noch Widerstand gab, eingepumpt, angezündet und gleichzeitig mit Flammenwerfern vorgerückt, denen drei Polen zum Opfer fielen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren somit sechs Polen im Kampfgeschehen gestorben.

Um 19 Uhr entschieden die 50 am Leben gebliebenen Verteidiger um sich zu ergeben. Die ersten zwei Personen, die aus dem Gebäude mit weisser Flagge heraustraten, waren Direktor Dr. Jan Michoń und Kommandant Józef Wąsik. Beide wurden erschossen. Sechs konnten fliehen, die restlichen 44 wurden festgenommen. 16 Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Sechs davon starben, darunter das zehnjährige Mädchen. Von den sechs Flüchtigen wurden zwei später gefasst.