Der zweite Weltkrieg / Band 02

Kriegsverlauf 1941

Vorwort und Themen dieses Buches

Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 war der zweite global geführte Krieg sämtlicher Grossmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den grössten militärischen Konflikt in der Geschichte der Menschheit dar. Er begann in Europa mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. In Ostasien befand sich das mit Deutschland verbündete Japan seit 1938 in einem Grenzkrieg mit der Sowjetunion und seit 1937 im Pazifikkrieg mit China. Im Kriegsverlauf bildeten sich zwei militärische Allianzen, die als Achsenmächte und Alliierte bezeichnet werden. Direkt oder indirekt waren über 60 Staaten an diesem Krieg beteiligt, mehr als 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Der Krieg kostete über 60 Millionen Menschen das Leben und erfasste den ganzen Erdball.

Der Zweite Weltkrieg bestand in Europa aus Blitzkriegen, Eroberungsfeldzügen gegen die deutschen Nachbarländer mit Eingliederung besetzter Gebiete, der Einsetzung von Marionettenregierungen, Flächenbombardements sowie im letzten Jahr dem Einsatz von Atomwaffen in Japan; er verlief in drei Hauptphasen. Mittelbar starben Millionen Menschen durch Holocaust (Shoa), Porajmos und weitere Massenmorde, durch Zwangsarbeit und zahllose Kriegsverbrechen.

Das vorliegende Buch ist ein Zusammenzug von vorhandenen Daten und Dokumente und der Versuch diese in einen chronologischen Ablauf zu bringen. Die Quellen sind jeweils zu Beginn eines Themas aufgeführt.

Keiner dachte nach dem 1. Weltkrieg, dass ein solches furchtbares Ereignis noch übertroffen werden könnte. Aber bereits 15 Jahre später zogen wieder sehr düstere Wolken am Himmel dieser Welt auf. In Europa kam Adolf Hitler 1933 an die Macht und 1937 begann die Ausweitung des japanischen Kaiserreiches nach China und Südostasien. Bereits nach sechs Jahren an der Macht, begann Hitler mit dem Angriff auf Polen den zweiten Weltkrieg in Europa, nachdem er bereits vorher verschiedene Gebiete, die Deutschland nach dem ersten Weltkrieg an andere Staten abgeben musste, "zurück ins Reich" zu holen. Der Vertrag von Versailles und die daraus erstandenen Ungerechtigkeiten halfen mit, dass ein zum Sündenbock gemachtes Volk in einer charismatischen fanatischen Person sein Heil suchte und gelenkt von einem brutalen System in sein Verderben läuft. In dieser Dokumentation wird der Versuch gemacht, das ungeheure Verderbnis in wichtigen Abschnitten zusammen zu stellen. Auch sollen Details wie Waffentechnik und sonstige Besonderheiten aufgeführt werden.

Hauptthemen:

- Vorwort und Themen dieses Buches
- Chronologische Übersicht: Der Zweite Weltkrieg in Europa und Afrika

- Der Kriegsverlauf 1941
- Leih- und Pachtgesetz (18.02.1941)
- Die Atlantik-Charta (14.08.1941)
- Die Schlachten im Jahr 1941
- Unternehmen Barbarossa (22.06.1941)

Alle Themen:

- Chronologische Übersicht: Der Zweite Weltkrieg in Europa und Afrika
- 1941
- Der Kriegsverlauf 1941
- Karten 1941
- Leih- und Pachtgesetz (18.02.1941)
- Das Gesetzt
- Die Atlantik-Charta (14.08.1941)
- Schlachten im Jahr 1941
- Schlacht von Keren (02.02.1941 – 27.03.1941)
- Belagerung von Tobruk (10.04.1941 – 27.11.1941)
- Schlacht bei den Thermopylen (24.04.1941 – 25.04.1941)
- Schlacht um den Amba Alagi (03.05.1941 – 19.05.1941)
- Unternehmen Merkur (20.05.1941 – 01.06.1941)
- Unternehmen Barbarossa (22.06.1941)
- Der Deutsch-Sowjetische Krieg
- Bezeichnung
- Hitlers "Ostprogramm"
- Entscheidungsprozess bis 31. Juli 1940
- Planung bis Februar 1941
- Planung als Vernichtungskrieg
- Historische Einordnung
- Kesselschlacht bei Uman (15.06.1941 – 08.08.1941)
- Kesselschlacht bei Białystok und Minsk (22.06.1941 – 09.07.1941)
- Panzerschlacht bei Dubno-Luzk-Riwne
- Kesselschlacht bei Smolensk (10.07.1941 – 10.09.1941)
- Schlacht um Odessa (08.08.1941 – 16.10.1941)
- Schlacht um Kiew (23.08.1941 – 26.09.1941)
- Leningrader Blockade (Heute St. Petersburg) (08.09.1941 – 27.01.1944)
- Schlacht am Asowschen Meer (26.09.1941 – 21.09.1941)
- Schlacht um Rostow (17.09.1941 – 02.12.1941)
- Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk (30.09.1941 – 30.10.1941)
- Schlacht um Moskau (02.10.1941 – 31.01.1941)
- Schlacht um Tichwin (16.10.1941 – 30.12.1941)
- Schlacht von Gondar (18.10.1941 – 28.11.1941)
- Schlacht bei Charkow (20.10.1941 – 24.10.1941)
- Schlacht um Tula (24.10.1941 – 05.12.1941)
- Schlacht um Sewastopol (30.10.1941 – 04.07.1942)


 

Chronologische Übersicht: Der Zweite Weltkrieg in Europa und Afrika

1941

Datum

Kurztext

19. Januar

Beginn der britischen Offensive gegen die Kolonie Italienisch-Ostafrika.

11. Februar

Das "Deutsche Afrika-Korps" unter General Erwin Rommel trifft in Tripolis ein, um den Bündnispartner Italien im Kampf gegen die Briten zu unterstützen.

28. Februar

Einmarsch der Wehrmacht in Bulgarien.

11. März

Der US-Kongress verabschiedet das Leih- und Pachtgesetz (Lend-Lease Act): Die offiziell neutralen USA stellen Hilfsgüter und Nachschub an Grossbritannien, die UdSSR, China und andere gegen Deutschland und Japan kämpfenden Staaten bereit.

30. März

Hitler kündigt in der Reichskanzlei vor Generälen und Offizieren den Krieg gegen die Sowjetunion an und erläutert die Grundsätze der Kriegführung: Es gehe um einen "Vernichtungskrieg" mit barbarischer Härte.

06. April

Beginn des Balkanfeldzugs der Wehrmacht gegen Jugoslawien und Griechenland; Luftangriffe auf Belgrad, das am 12.04. besetzt wird.

13. April

Japanisch-sowjetischer Neutralitätspakt.

25. April

Deutsche Luftlande-Invasion auf Kreta, wo britische Soldaten stationiert waren; 20.05. Luftlandeschlacht um die Insel.

10. Mai

Rudolf Hess, Hitlers Stellvertreter in der NSDAP-Führung, fliegt nach Schottland, angeblich, um mit London eine Einigung zu erzielen, bevor der Krieg gegen die UdSSR beginnt; er wird interniert und später als Kriegsverbrecher verurteilt. Hitler erklärt Hess zu einem geisteskranken Verräter.

13. Mai

Ein Erlass Hitlers setzt die Kriegsgerichtsbarkeit in den künftig besetzten sowjetischen Gebieten ausser Kraft.

06. Juni

"Kommissarbefehl" des Chefs des OKW Keitel sieht die völkerrechtswidrige Ermordung kriegsgefangener politischer Kommissare der Roten Armee ohne Gerichtsverfahren vor.

22. Juni

Deutscher Überfall auf die Sowjetunion (Unternehmen "Barbarossa"). Den drei Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd folgen die vier "Einsatzgruppen" A, B, C, D der Sicherheitspolizei und des SD der SS, denen 1941/42 über eine Millionen Menschen zum Opfer fallen. Finnland beteiligt sich am Krieg gegen Russland; Rumänien und Italien erklären Russland den Krieg; am 27.06. folgt Ungarn.

29. Juni

Stalin ruft zum "Grossen Vaterländischen Krieg" und, am 3.07., zu einer Politik der "Verbrannten Erde" auf.

17. Juli

Rosenberg wird "Reichsminister für die besetzten Ostgebiete"; das "Reichskommissariat Ostland" entsteht, am 20.08. folgt das "Reichskommissariat Ukraine".

21. / 22. Juli

Beginn der Luftangriffe auf Moskau.

08. August

Erster sowjetischer Luftangriff auf Berlin.

14. August

In der "Atlantik-Charta" fixieren US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill ihre Ideen von einer Weltordnung nach dem Krieg. Die Charta gilt als Gründungsdokument der späteren Vereinten Nationen.

23. August - 26. September

Schlacht um Kiew; 665'000 sowjetische Soldaten geraten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

08. September

Beginn der Belagerung Leningrads. Während der fast 900-tägigen Belagerung (bis zum 18.01.1944) werden bis zu eine Million Menschen systematisch in den Hungertod getrieben.

30. September

Massenmord an über 30.000 Juden bei Kiew (in der Schlucht Babyn Jar), dem weitere Massenerschiessungen folgen.

02. Oktober

Beginn des Vormarsches auf Moskau.

14. Oktober

Befehl zur Deportation von Juden aus dem Reichsgebiet (u.a. aus Berlin) in Ghettos.

05. Dezember

Russische Winteroffensive – der Gegenangriff der Roten Armee lässt den "Blitzkrieg" gegen die UdSSR scheitern, der Angriff bleibt vor Moskau stecken. 3,3 Mio. sowjetische Soldaten sterben in deutscher Kriegsgefangenschaft.

07. Dezember

Japanischer Luftangriff auf Pearl Harbor (Hawaii), den wichtigsten Stützpunkt der USA im Pazifik. Mit dem Überfall auf die US-Flotte beginnt den Krieg im Pazifik. Die USA erklären Japan am 8.12. den Krieg. Mit dem Kriegseintritt der USA weitet sich der militärische Konflikt zu einem neuen Weltkrieg aus. Japan beginnt die Invasion Südostasiens.

11. Dezember

Kriegserklärung Deutschlands und Italiens an die USA.


 

Der Kriegsverlauf 1941

(aus Wikipedia)

Für das Jahr 1941 verlangte Hitler den ursprünglich für Herbst 1940 vorgesehenen Krieg gegen die Sowjetunion und die Eroberung von "Lebensraums im Osten". Zuvor sah sich die deutsche Führung jedoch auf Bitte von Benito Mussolini gezwungen, dem in Nordafrika bedrängten italienischen Bündnispartner zu Hilfe zu eilen. Um das Mittelmeer und die damit verwundbare europäische Südflanke nicht dem britischen Aktionsradius zu überlassen, landete im Februar das Deutsche Afrikakorps in Tripolis. Zu Beginn des Afrikafeldzugs stiessen italienische und deutsche Truppen unter Führung von Erwin Rommel gegen überlegene britische Streitkräfte in den Osten Libyens vor. Starke Gegenangriffe der Briten warfen Rommels Afrikakorps allerdings bis Ende des Jahres auf seine Ausgangsstellung zurück.

Ein weiterer Nebenkriegsschauplatz wurde im Frühjahr durch den Balkanfeldzug eröffnet. Nach ihrem Angriff auf Griechenland Ende Oktober 1940 waren die italienischen Truppen auch auf dem Balkan durch die Briten arg in Bedrängnis geraten. Zur Abwendung einer italienischen Niederlage und zur Sicherung der Südostflanke beim geplanten "Russlandfeldzug" begannen am 6. April die deutschen Angriffe auf Griechenland und Jugoslawien. Die jugoslawische Armee kapitulierte am 17. April bedingungslos. Vier Tage später ergab sich die griechische Heeresführung nach zum Teil erbittert geführten Kämpfen, am 27. April wehte die Hakenkreuzfahne auf der Akropolis. Bis Mitte Mai war das griechische Festland vollständig besetzt. Anfang Juni war auch die von den Briten als Rückzugsgebiet genutzte Mittelmeerinsel Kreta durch die Luftlandeoperation Merkur in der Hand deutscher Fallschirmjäger.

Die Planungen galten anschliessend dem Überfall auf die Sowjetunion und der "Zerschlagung des Bolschewismus". Die deutsche Führung war überzeugt, die durch blutige "Säuberungen" von Josef W. Stalin geschwächte Rote Armee innerhalb weniger Monate bezwingen zu können. Die militärischen Anfangserfolge der Wehrmacht nach der Offensive vom 22. Juni 1941 schienen diese Auffassung zu bestätigen. Begünstigt wurde der schnelle Vorstoss von drei deutschen Heeresgruppen und ihren Verbündeten auf einer Linie zwischen Ostsee und Karpaten durch die äusserst offensiv ausgerichtete Aufstellung der Roten Armee unmittelbar hinter der deutsch-sowjetischen Demarkationslinie.

Die sowjetische Luftwaffe war bereits nach wenigen Tagen durch Zerstörung auf dem Boden nahezu vollständig ausgeschaltet worden. Schon in den ersten Wochen gelang es deutschen Panzerkeilen in gewaltigen Kesselschlachten, Teile der Roten Armee zu besiegen. Hunderttausende Soldaten gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft, die kaum einer von ihnen in improvisierten Lagern ohne ausreichende Verpflegung überlebte.

Im Spätsommer waren das Baltikum sowie grosse Teile der Ukraine und Weissrusslands besetzt, welche mit ihren riesigen landwirtschaftlichen Anbauflächen die Lebensmittelversorgung im Deutschen Reich sicherstellen sollten. Die Deutschen wurden vor allem von den Ukrainern als "Befreier" aus dem "stalinistischen Joch" bejubelt. In den eroberten Gebieten begann jedoch unmittelbar hinter der Front der Terror von "Einsatzgruppen" mit der systematischen Ermordung von Juden, von kommunistischen Funktionären und von anderen als "Untermenschen" diffamierter Bewohner der Sowjetunion. Im Laufe der Zeit erhob sich daher ein erbitterter Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer, die Teile der einheimischen Bevölkerung zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppten.

Entgegen dem Rat führender Militärs suchte Hitler den "tödlichen Stoss" gegen die Rote Armee auf den Flügeln auszuführen. Während die Heeresgruppe Süd Richtung Krim vorstiess, um das Erz- und Industrierevier im Donezbecken sowie kaukasische Erdölgebiete zu erobern, begann die Heeresgruppe Nord mit der Eroberung der Ostseebasen und der 900 Tage andauernden Belagerung von Leningrad, die Hunderttausenden von Eingeschlossenen den Tod brachte. Erst für den 2. Oktober befahl Hitler den Angriff auf Moskau. In keiner Weise für die eisigen Temperaturen ausgerüstet, endete die Winterschlacht 1941/42 für die Wehrmacht in einer Katastrophe. Ende des Jahres 1941 war die deutsche Angriffskraft erlahmt. Die sowjetische Gegenoffensive setzte unmittelbar ein.

Karten 1941