Unternehmen Barbarossa (22.06.1941)

Der Deutsch-Sowjetische Krieg    
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02_16/Karte zu Marcks’ "Operationsentwurf Ost"

Unternehmen Barbarossa (ursprünglich Fall Barbarossa) war der Deckname des nationalsozialistischen Regimes für den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 im Zweiten Weltkrieg. Er eröffnete den Deutsch-Sowjetischen Krieg. Adolf Hitler hatte die Vernichtung des Bolschewismus 1925 zu einem ideologisch-politischen Hauptziel des Nationalsozialismus erklärt. Er hatte den Angriff auf die Sowjetunion nach dem Sieg über Frankreich im Juni 1940 ins Auge gefasst und seinen Entschluss dazu dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) am 31. Juli 1940 mitgeteilt. Am 18. Dezember 1940 befahl er dem OKW mit der "Weisung Nr. 21" den Angriff unter dem genannten Codewort vorzubereiten.

Die darauffolgende Planung löste frühere Planstudien der Wehrmachtführung ab, die unter anderen Decknamen wie "Otto" und "Fritz" den Krieg gegen die Sowjetunion vorgesehen hatten. Sie zielte auf einen rassistischen Vernichtungskrieg zur Zerstörung des "jüdischen Bolschewismus": Der gesamte europäische Teil der Sowjetunion sollte erobert, ihre politischen und militärischen Führungskräfte ermordet und grosse Teile der Zivilbevölkerung dezimiert und entrechtet werden. Mit dem Hungerplan, zu dem die Belagerung Leningrads gehörte, wurde der Hungertod vieler Millionen von Kriegsgefangenen und Zivilisten einkalkuliert, und nach dem "Generalplan Ost" sollten grossangelegte Vertreibungen folgen, um die eroberten Gebiete anschliessend zu germanisieren. Ausserdem wurden Einsatzgruppen aufgestellt und ausgebildet, die hinter der Front Massenmorde an Juden begehen sollten. Zu all dem erteilte das NS-Regime seit März 1941 völkerrechtswidrige Befehle, die die Wehrmachtführung ihrerseits übernahm und weitergab.

Die Verwirklichung dieses Kriegsplans scheiterte bereits in der Schlacht um Moskau im Dezember 1941. Dennoch setzten das NS-Regime und die Wehrmacht diesen Krieg und den zeitgleich vorangetriebenen Holocaust gegen Teile der Zivilbevölkerung bis zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 fort.

Bezeichnung     
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Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und die Oberkommandos der Wehrmachtteile Heer, Oberkommando des Heeres (OKH), und Marine, Oberkommando der Marine (OKM), hatten seit Juni/Juli 1940 je eigene Planstudien für einen begrenzten Krieg gegen die Sowjetunion erstellen lassen und ihnen Decknamen wie "Problem S", "Fritz" und Titel wie "Operationsstudie Ost" (Abteilung Landesverteidigung im Wehrmachtführungsamt, OKW), "Operationsplan Ost" (OKH) oder "Betrachtungen über Russland" (OKM) gegeben. Diese Studien wurden bis zum 5. Dezember 1940 vereint und Hitler dann vorgetragen. Ab dann trug die Gesamtplanung den Decknamen "Otto".

Schon der Anschluss Österreichs 1938 sollte unter dem Decknamen "Sonderfall Otto" militärisch vorbereitet werden. General Ludwig Beck hatte den Plan für den "Sonderfall Otto" nicht weisungsgemäss ausgearbeitet, so dass dieser nicht ausgeführt werden konnte. Hitler erliess daher am 11. März 1938 eine kurzfristig formulierte Weisung, den Anschluss Österreichs unter dem Decknamen "Unternehmen Otto" am Folgetag durchzuführen. Dabei konnten weisungsgemässe militärische Eingriffe weitgehend unterbleiben, so dass der Befehl nicht allen Wehrmachtsstellen bekannt wurde.

Der Name spielt wohl auf den römisch-deutschen Kaiser Otto I. an, dessen "Verdienste um das Deutschtum", "Slawen-" und "Kolonialpolitik" sowie "Eindeutschung" eroberter osteuropäischer Gebiete verbreitete Geschichtsbücher der Weimarer Republik als vorbildlich hervorhoben. An dieses Geschichtsbild anknüpfend, verstanden die Nationalsozialisten ihre Eroberungspolitik als Wiederaufnahme angeblicher Pläne der Ottonen zur Unterwerfung der Slawen und zur Expansion nach Osteuropa. Dazu diente ihnen die "Ostforschung", die von dem Historiker Albert Brackmann dominiert wurde. Die pseudowissenschaftliche Benutzung von historischen Bezügen auf mittelalterliche Herrscher für einen "hemmungslosen Imperialismus" hatte Brackmanns Kollege Hermann Aubin am 25. Januar 1939 brieflich kritisiert: "Geben Sie acht, wie bald Otto I. und Friedrich I. obenauf sein werden, weil sie das Beispiel gegeben haben, wie man eine ‚deutsche Ordnung‘ aufzurichten hat". Doch Brackmann erstellte nach dem Polenfeldzug im Auftrag Heinrich Himmlers im Oktober 1939 eine Broschüre über "Krisis und Aufbau in Osteuropa" mit eben solchen Bezügen. Die Wehrmacht kaufte davon am 7. Mai 1940 7000 Exemplare.

Am 25. Juli 1940 tauchte der Deckname "Otto" in einem Befehl des OKW erneut auf, diesmal für ein "bevorzugtes Wehrmachtsprogramm" zum Ausbau von Schienen und Strassen im besetzten Teil Polens, das schnelle Truppen- und Panzertransporte an die Ostgrenze ermöglichen sollte. Darin sehen Historiker erste Vorbereitungen eines Krieges gegen die Sowjetunion. Zur Ausarbeitung eines entsprechenden Plans hatte Franz Halder, seit September 1938 Chef des Generalstabs des Heeres, seinen Stab am 19. Juni oder 3. Juli 1940 beauftragt. Dieser Plan wurde nach dem 31. Juli erweitert, mit anderen Plänen zusammengeführt und im Dezember den Kriegsvorbereitungen des OKW und OKH zugrunde gelegt.

Der seinerzeitige Oberstleutnant i. G. Bernhard von Lossberg erklärte 1956, Alfred Jodl (OKW) habe den bisherigen Decknamen "Fritz" für den von ihm verfassten Plan "später" durch "Barbarossa" ersetzt. Hitler verfügte am 18. Dezember 1940 mit "Weisung Nr. 21", den Krieg gegen die Sowjetunion unter dem neuen Decknamen "Fall Barbarossa" vorzubereiten. Er spielte damit, wie von Aubin 1939 erwartet, auf Friedrich I. an, der diesen Beinamen trug und neben den ersten beiden Ottonen der anerkannteste mittelalterliche Kaiser war. Hitler hatte ihn bei seiner Einweihung des "Hauses der Deutschen Kunst" im Juli 1937 als den gerühmt, "der als erster den germanischen Kulturgedanken ausgesprochen und als Bestandteil seiner imperialen Mission nach aussen getragen habe". Erstmals am 18. Januar 1941 bezeichneten manche Wehrmachtsstellen den geplanten Angriff intern auch als "Unternehmen Barbarossa".

Hitlers "Ostprogramm"    
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Hitler hatte einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion schon 1925 in seiner Programmschrift "Mein Kampf" zum Hauptziel seiner Aussenpolitik erklärt. Er begründete diesen mit dem unvermeidbaren weltgeschichtlichen Kampf der "arischen Rasse" gegen das "Weltjudentum", dessen extremste Herrschaftsform der "Bolschewismus" sei. Dort zeige sich "der Jude" als "Völkertyrann", so dass man nur beide zugleich bekämpfen könne.

Folglich komme ein Bündnis mit der Sowjetunion nicht in Frage; man könne "nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben". Ferner sei die blosse Rückeroberung von durch den Ersten Weltkrieg verlorenen deutschen Gebieten "politischer Unsinn". Es müsse vielmehr darum gehen, dem deutschen Volk für alle Zeit "den ihm gebührenden Grund und Boden auf dieser Erde zu sichern", der ihm wirtschaftliche Unabhängigkeit im kontinentalen Grossraum Europa garantiere. Dieser Boden sei vor allem in Russland und dessen unterworfenen Randstaaten zu suchen. Der Nationalsozialismus verkünde daher auch gegenüber den "Annexionisten" des Kaiserreichs als neues Ziel: "Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten". Hitler legitimierte diese Perspektive mit zwei Annahmen: einer rassischen, daher auch politischen und militärischen Unterlegenheit der angeblich von den Juden beherrschten Slawen, so dass die Sowjetherrschaft "reif zum Zusammenbruch" sei, und einer Bereitschaft Grossbritanniens, Deutschlands vorherige Eroberung Frankreichs zu akzeptieren und es dann im Kampf gegen die Sowjetunion zu unterstützen. Er kritisierte die Eliten des Kaiserreichs dafür, dass sie weder mit Grossbritannien noch Russland ein klares Bündnis gesucht, sondern Deutschland in einen nicht gewinnbaren Zweifrontenkrieg verwickelt hätten. Daraus folgerte er, die Sowjetunion sei erst nach einem Bündnis mit Grossbritannien, das die vorherige Eroberung Frankreichs und so deutsche "Rückenfreiheit" decken sollte, zu erobern.

1928 bekräftigte Hitler in seinem "Zweiten Buch": Da Deutschland seinen Lebensraum dauerhaft nur im Osten finden könne, habe ein Bündnis mit der Sowjetunion keinen Sinn. Das destruktiv veranlagte Judentum werde den Sowjetstaat zerstören und es den Deutschen erleichtern, die Hemmung gegenüber dem einzig möglichen "Ziel der deutschen Aussenpolitik" abzulegen: "Lebensraum im Osten" zu erobern, der "für die nächsten 100 Jahre" ausreiche. Dazu müsse Deutschland "grosse militärische Machtmittel" erlangen und alle seine staatlichen Kräfte auf diese Eroberung konzentrieren. In dieser Formel verband Hitler untrennbar rassistische, expansionistische und imperialistische Vorstellungen. Das Ziel, die europäischen Teile Russlands zu erobern, sollte die gesamte deutsche Rüstungs- und Aussenpolitik bestimmen und eine spätere Weltherrschaft der deutschen Arier ermöglichen.

Hitler bekannte sich auch nach seinem Machtantritt 1933 wiederholt öffentlich wie intern zum Ziel eines grossen Eroberungskrieges im Osten. Am 3. Februar 1933 erläuterte er sein Lebensraumkonzept den Befehlshabern der Reichswehr, die ihrerseits ähnliche Konzepte vertraten (siehe Liebmann-Aufzeichnung). 1934 erwog er erstmals, zuerst Blitzkriege im Westen zu führen, um sich dann dem Osten zuwenden zu können. Ab 1937 war er bereit, einen Krieg gegen Frankreich und Grossbritannien zu wagen, um die Expansion nach Osten durchzuführen. In zwei grossen Reichstagsreden 1937 und 1938 erklärte er, er führe unerbittlich den Kampf gegen den "jüdischen-internationalen Moskauer Bolschewismus".

Am 30. Januar 1939 drohte Hitler im Reichstag, Ergebnis eines neuen Weltkriegs werde "die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" anstelle der "Bolschewisierung der Erde" sein. Am 10. Februar 1939 erklärte er Truppenkommandeuren, dass er die Lösung des "deutschen Raumproblems" durch Eroberungen im Osten dem gesteigerten Export-Importhandel vorziehe. Der dazu notwendige nächste Krieg werde "ein reiner Weltanschauungskrieg sein, d. h. bewusst ein Volks- und ein Rassenkrieg". Er, Hitler, sei als Oberbefehlshaber der Wehrmacht auch weltanschaulicher Führer, dem alle Offiziere auf Gedeih und Verderb verpflichtet seien: selbst dann, wenn das Volk ihn dabei "im Stich" liesse. Generaladmiral Conrad Albrecht hielt im April 1939 als Hitlers Aussage fest: "Das grosse Ziel deutscher Politik wird darin gesehen, Europa von der Westgrenze Deutschlands bis einschliesslich des europäischen Russlands unter der militärischen bzw. wirtschaftlichen Führung der Achsenmächte zusammenzufassen". Am 23. Mai 1939, einen Tag nach Abschluss des Stahlpaktes zur Vorbereitung des Polenfeldzugs, erklärte Hitler Wehrmachtführern, es gehe ihm im Konflikt mit Polen nicht um Danzig, sondern "um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung sowie die Lösung des Baltikum-Problems". Im August 1939 gab er dem Völkerbundkommissar Carl Jacob Burckhardt zu verstehen, dass er das "Problem Danzig" militärisch auch gegen Widerstand Frankreichs und Englands lösen werde und endlich "freie Hand im Osten" haben wolle:

"Alles was ich unternehme, ist gegen Russland gerichtet; wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verständigen, den Westen zu schlagen, und dann nach seiner Niederlage mich mit meinen versammelten Kräften gegen die Sowjetunion zu wenden. Ich brauche die Ukraine, damit man uns nicht wieder wie im letzten Krieg aushungern kann".

Den am 23. August 1939 beschlossenen Hitler-Stalin-Pakt verstand Hitler nur als befristetes taktisches Manöver für den Polenfeldzug und den Krieg gegen Polens Schutzmächte Frankreich und Grossbritannien, wie er ausdrücklich gegenüber Wehrmachtführern betonte. Polen sei das zukünftige Aufmarschgebiet für Deutschlands "Weiterentwicklung" nach Osten. Gegenüber NSDAP-Vertretern spielte Hitler am 27. August 1939 auf seine Aussage in "Mein Kampf" an: Es handele sich um einen Pakt "mit dem Satan, um den Teufel auszutreiben". Ulrich von Hassell notierte dazu, Hitler "ändere nichts an seiner grundsätzlich antibolschewistischen Politik"; jedes Mittel gegen die Sowjets, also auch dieser Pakt, sei ihm recht, da er sich innerlich "für später den Angriff auf Sowjetrussland vorbehält".

Nach Nicolaus von Below erklärte Hitler am 31. August 1939, dem Vorabend des Angriffs auf Polen, im kleinen Kreis: Sein "Angebot an Polen" – gemeint waren deutsche Vorschläge an Polen bis März 1939, sich als "Juniorpartner" (abhängiger Satellitenstaat) mit Deutschland gegen die Sowjetunion zu verbünden – sei ehrlich gewesen. Denn seine aussenpolitische Aufgabe bleibe, "den Bolschewismus zu zerschlagen": "Alle anderen Kämpfe dienten nur dem einen Ziel, sich den Rücken für die Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus freizumachen. Am 9. Oktober 1939 erklärte Hitler dem OKH die Notwendigkeit des Westfeldzugs gegen Frankreich damit, dass man sich nicht auf die sowjetische Vertragstreue, sondern nur auf militärische Stärke verlassen könne. Am 21. Oktober 1939 erklärte er gegenüber Reichs- und Gauleitern, er werde sich nach dem Sieg über England und Frankreich "dem Osten wieder zuwenden" […] und "darangehen, ein Deutschland zu schaffen, wie es früher bestanden habe". Am 23. November 1939 erklärte er dem OKW, die Sowjetunion bleibe auch "in Zukunft gefährlich"; man könne ihm aber nur entgegentreten, wenn man im Westen ungebunden sei. Verträge würden nur solange gehalten, wie sie für die Vertragspartner nützlich seien. Er drängte darauf, den Westfeldzug im Frühjahr 1940 durchzuführen, um das Heer dann wieder für "eine grosse Operation im Osten gegen Russland" zur Verfügung zu haben.

Entscheidungsprozess bis 31. Juli 1940    
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Am 2. Juni 1940 erklärte Hitler dem Oberbefehlshaber des laufenden Westfeldzugs, Gerd von Rundstedt, er werde nach einem Frieden mit London "endlich die Hände frei" haben für seine "grosse und eigentliche Aufgabe: die Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus". Nur wisse er noch nicht, wie er den Deutschen sagen solle, dass der Krieg weitergehe. Hitler rechnete also angesichts des erwarteten Sieges über Frankreich mit Grossbritanniens Nachgeben und wandte sich daher nun wieder gedanklich dem "Ostkrieg" zu, wie Tagebucheinträge hoher NS- und Wehrmachtsvertreter bestätigen.

Generalstabschef Franz Halder kannte Hitlers Lebensraumprogramm genau und schätzte es seit Dezember 1938 als "unveränderlich festgesetzt und entschieden" ein. Er wusste seit dem 18. Oktober 1939, dass Hitler die besetzten Gebiete Polens als "deutsches Aufmarschgebiet für Zukunft" ansah. Auch Wilhelm Keitel (Chef des OKW) betrachtete die besetzten polnischen Gebiete als "vorgeschobenes Glacis" und wies Generalquartiermeister Eduard Wagner am 17. Oktober 1939 an, dort "Vorsorge" für einen späteren "Aufmarsch" zu treffen.

Am 25. Juni 1940 betonte Halder einen "neuen Gesichtspunkt: Schlagkraft im Osten", den der Generalstab des Heeres billigte. Er liess die Divisionen des Armeeoberkommandos 18 (AOK 18) unter General Georg von Küchler, der seit dem Polenfeldzug als Ostexperte galt, und weitere 15 Infanteriedivisionen in den Osten verlegen und unterstellte sechs Divisionen unter General Heinz Guderian dem AOK. Er liess Sowjetmarschall Woroschilow über diese "Umgruppierung" mit defensivem Zweck berichten. Am 30. Juni erfuhr er von Ernst von Weizsäcker, Hitlers Augen seien nun "stark auf den Osten gerichtet".

Am 3. Juli beauftragte er seinen Mitarbeiterstab unter Oberst von Hans von Greiffenberg zu prüfen, "wie ein militärischer Schlag gegen Russland zu führen ist, um ihm die Anerkennung der beherrschenden Rolle Deutschlands in Europa abzunötigen" und so englische Hoffnungen auf Fortsetzung des Krieges zu beenden. Am 4. Juli beauftragte er Küchler und Erich Marcks, das AOK solle künftig "Vorkehrungen für alle Fälle" treffen. Demgemäss sah die "Aufmarschanweisung der 18. Armee" vom 22. Juli einen Angriff zum "Zerschlagen" sowjetischer Panzerdivisionen mittels rasch herangeführter massiver Kräfte vor. Als Teil eines "Otto-Programms" forcierte das OKW ab 25. Juli 1940 den "Ausbau des Eisenbahn- und Strassennetzes im Osten". Auch Bernhard von Lossberg, Mitarbeiter der Abteilung Landesverteidigung im Wehrmachtführungsamt, entwarf seit Ende Juni/Anfang Juli 1940 "aus eigenem Antrieb" einen Kriegsplan gegen die Sowjetunion (Plan "Fritz") und besorgte sich dafür Operationskarten.

Die beteiligten Generäle wollten sich so auf Hitlers erwarteten Angriffsentschluss vorbereiten, ihm anders als beim "Fall Weiss" (11. April 1939) rechtzeitig einen fertigen Entwurf präsentieren und so die operative Kriegsvorbereitung stärker beeinflussen. Halder wusste: "Wenn politische Leitung Forderung stellt, dann wird grösste Schnelligkeit gefordert werden". Ihre Pläne zielten darauf, die erreichte deutsche Hegemonie in Europa durch wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern und sowjetische Angriffspotentiale auszuschalten, um Grossbritannien effektiver bekämpfen zu können, nicht auf die Zerstörung des sowjetischen Staates.

Seit 18. Juni 1940 plante das OKH, das Heer von 165 auf 120 Divisionen zu verkleinern, um Arbeitskräfte vor allem für die Rüstungsindustrie freizustellen. Kriegsmarine und Luftwaffe sollten weiter gegen Grossbritannien vorgehen, das den Krieg auch nach der Kapitulation seines wichtigsten Verbündeten Frankreich am 25. Juni fortsetzte. Am 13. Juli 1940 ordnete Hitler die Demobilisierung von 35 Divisionen an. Am selben Tag schrieb er an Benito Mussolini, dies bedeute keine Aufgabe weiterer Kriegspläne, da die demobilisierten Truppen innerhalb von 48 Stunden wieder einberufen werden könnten. Er halte sich jede Möglichkeit, auch die eines grossen Landkriegs, offen. Am 16. Juli 1940 befahl Hitler die Vorbereitung einer Invasion Englands nach den Entwürfen der Marine, das "Unternehmen Seelöwe". Am 19. Juli appellierte er an die britische Regierung, die eingetretene Aufteilung Europas zu akzeptieren und den Krieg zu beenden. Am 22. Juli 1940 wies der britische Aussenminister Lord Halifax Hitlers Angebot zurück und sagte den Achsenmächten mit Bezug auf eine Rede Franklin D. Roosevelts den kompromisslosen Kampf bis zum Sieg an.

Am 21. Juli erläuterte Hitler den Oberbefehlshabern aller Teilstreitkräfte, dass England den Krieg gegen Deutschland in der Hoffnung auf ein Bündnis mit der Sowjetunion und den USA fortsetze. Deshalb solle das OKH das "russische Problem in Angriff nehmen" und dafür "gedankliche Vorbereitungen treffen". Walther von Brauchitsch trug Hitler daraufhin den von Halder initiierten Plan vor: Man könne die Rote Armee in vier bis sechs Wochen mit 80 bis 100 Divisionen schlagen und die sowjetische Angriffsfähigkeit zerstören mit dem Ziel, die Ukraine, das Baltikum und Finnland unter deutsche Kontrolle zu bringen. Die Sowjetunion habe 50 bis 75 "gute" Divisionen; es sei so weit zu erobern, dass feindliche Luftangriffe gegen Berlin und schlesisches Industriegebiet unmöglich würden. Wilhelm Keitel und Alfred Jodl (OKW) überzeugten Hitler jedoch, dass ein Aufmarsch für einen Angriff auf die Sowjetunion mindestens vier Monate Zeit brauche und dieser deshalb im Herbst 1940 noch nicht durchführbar sei.

Nach diesem Treffen entwarf Vizeadmiral Kurt Fricke für das OKM einen Kriegsplan gegen die Sowjetunion namens "Betrachtungen über Russland". Der am 28. Juli vorgelegte Plan sah vor, Deutschland den ganzen Ostseeraum, Rohstoffe, östliche Absatzmärkte, genügend "Vorgelände" gegen einen sowjetischen Überraschungsangriff und "Lebensraum" zu verschaffen. Die "chronische Gefahr des Bolschewismus" müsse "in Bälde so oder so beseitigt" werden. Am 29. Juli teilte Alfred Jodl seinen engsten Mitarbeitern mit, Hitler habe sich entschlossen, "zum frühestmöglichen Zeitpunkt, das heisst im Mai 1941, durch einen überraschenden Angriff auf Sowjetrussland die Gefahr des Bolschewismus ein für allemal aus der Welt zu schaffen". Am 30. Juli sprachen sich Brauchitsch und Halder bei einem Treffen für die Fortsetzung der deutsch-sowjetischen Zusammenarbeit bis zum Sieg über Grossbritannien aus, um keinen Zweifrontenkrieg zu riskieren. Dennoch liess Halder die Planungen für den Krieg fortsetzen, ohne sich selbst daran zu beteiligen.

Am 31. Juli teilte Hitler auf dem Berghof den höchsten Generälen seinen Kriegsentschluss mit. Halder notierte: Um "Englands letzte Hoffnung" auf dem Kontinent zu zerschlagen, müsse Russland ab Frühjahr 1941 "erledigt" werden; je eher, desto besser. Der Angriff habe nur als Blitzkrieg "in einem Zug" Sinn und müsse auf die "Vernichtung der Lebenskraft Russlands" zielen. Dazu sei das Heer in neun Monaten auf zunächst 140 Feld- und Besatzungsdivisionen zu verstärken, von denen 120 für die Ostfront vorgesehen waren. Ein Widerspruch der anwesenden Generäle, die den Angriff auf die Sowjetunion noch am Vortag aufschieben wollten, ist nicht überliefert. Alternative Vorschläge, etwa eine direkte Invasion Grossbritanniens (Jodl), die Konzentration auf den Mittelmeerraum (Erich Raeder) oder die Unterbrechung britischer Nachschubwege im Atlantik (Karl Dönitz) waren damit verworfen.

Hitler wollte den "Lebensraum im Osten" durch einen raschen Sieg über die Sowjetunion erobern und damit zugleich Grossbritannien die letzte Hoffnung auf einen "Festlandsdegen" nehmen, um es so friedenswillig zu machen. Er benutzte Grossbritanniens Kriegsfortsetzung als Argument, um das OKW trotz des gewagten Zweifrontenkrieges von einem baldmöglichsten Angriff auf die Sowjetunion zu überzeugen. Der geplante Zeitraum ergab sich aus der damaligen Hochschätzung der eigenen und Geringachtung der sowjetischen Militärstärke und dem Streben, die Eroberungsziele im Osten zu verwirklichen, bevor die britische und US-amerikanische Aufrüstung rasche deutsche Erfolge erschweren oder verhindern würden. Hitler nahm an, nach einem deutschen Sieg über die Sowjetunion werde Japan die USA in Fernost militärisch binden und so von einem Kriegseintritt in Europa abhalten.

Planung bis Februar 1941    
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Nach Adolf Hitlers Vorgaben vom 31. Juli 1940 planten verschiedene Wehrmachtsabteilungen den Angriff auf die Sowjetunion weiter. Brauchitsch liess die eingeleitete Demobilisierung von 35 Divisionen des Heeres noch am selben Tag stoppen, nachdem Hitler schon drei Tage zuvor mit dem Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres Friedrich Fromm den Personal- und Rüstungsbedarf für einen Krieg gegen die Sowjetunion besprochen hatte. Keitel teilte dem Leiter des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamtes, General Georg Thomas, am 2. August mit, das Heer sei wieder auf 180 Divisionen zu erhöhen, weil das Verhältnis zur Sowjetunion sich 1941 ändern könne. Die noch während des Westfeldzugs eingeleitete "Umsteuerung der Rüstung" für den Krieg gegen England mit Schwerpunkt auf Marine und Luftwaffe wurde in der Folge durch ein neues "Rüstungsprogramm B" ersetzt, das am 28. September durch Führererlass in Kraft gesetzt wurde und bis zum Frühjahr 1941 gültig blieb.

Anfang August wies Jodl den Wehrmachtführungsstab an, einen Befehlsentwurf für die "Vorbereitungen zu einem Feldzug gegen die Sowjetunion" zu erstellen. Am 3. August schrieb Küchler an den "Transportchef" des OKH, Rudolf Gercke, das AOK 18 sei fortan unbedingt an den "Planungen Otto" für den Verkehrswegeausbau zu beteiligen. Am 5. August legte Erich Marcks seinen seit 4. Juli erstellten "Operationsentwurf Ost" Halder vor. Dieser beauftragte ihn, mit dem Generalquartiermeister die Versorgung der nach diesem Entwurf nach Osten zu verlegenden Divisionen zu erörtern.

Am 9. August befahl das OKW den Ausbau des Generalgouvernements in Polen als Operationsbasis für einen Krieg gegen die Sowjetunion unter dem Tarnnamen "Aufbau Ost". Am 17. August besprach das OKW den Umbau des Heeres für den Angriffsplan. Am 3. September beauftragte Halder seinen neuen Stellvertreter, Generalleutnant Friedrich Paulus, die bisherigen Operationspläne des Heeres zusammenzuführen. Am 6. September befahl Jodl Wilhelm Canaris, Truppenverschiebungen in den Osten strikt zu tarnen; Moskau dürfe auf keinen Fall den Eindruck erhalten, dass Berlin "eine Ostoffensive vorbereite".

Die Sowjetunion hatte den deutschen Polenfeldzug und den Westfeldzug genutzt, um die ihr im geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt zugestandenen Gebiete – Ostpolen, Teile Finnlands, Litauen, Lettland, Estland sowie Bessarabien – zu besetzen oder zu erobern. Diese Expansion beunruhigte die NS-Führung nicht; intern begrüsste Hitler das sowjetische Vorgehen gegen die baltischen Führungseliten, weil es die "Gefahr" (Widerstand gegen spätere deutsche Eroberung derselben Gebiete) verringern werde. Am 9. August 1940 meinte er wie Goebbels, die Sowjetunion bleibe "Weltfeind Nr. 1", mit dem ein Krieg unausweichlich sei. Mit einem sowjetischen Angriff auf deutsches Reichsgebiet rechneten weder Hitler noch das OKW, allenfalls mit weiteren Angriffen gegen Finnland oder Rumänien. Um sich deren kriegswichtige Industrien zu sichern, ohne Josef Stalin zu provozieren, liess Hitler am 26. August 1940 einige Truppen zu deren Grenzen verlegen. Berichte des Moskauer Militärattachés Ernst-August Köstring über Vertragstreue und fehlende Kriegsabsichten der Sowjetunion blieben dabei unberücksichtigt.

Am 15. September legte Lossberg Jodl im Wehrmachtführungsstab seine "Operationsstudie Ost" vor. Dieses sah wie der "Operationsplan Ost" von Marcks zwei Angriffskeile und die Umfassung grenznaher sowjetischer Kräfte vor, rechnete aber mit deren Rückzug hinter die Flüsse Dwina und Dnepr als ungünstigstem Fall und sah den aussichtsreichsten Angriffsschwerpunkt im Süden über Rumänien.

Am 28. September 1940 befahl Keitel die Aufrüstung des Heeres bis Frühjahr 1941 auf 180 Feld- und Besatzungsdivisionen, für die das Heer der Rüstungsindustrie schon 300.000 Facharbeiter zur Verfügung gestellt hatte. Am 29. Oktober 1940 legte Paulus seine Denkschrift über die "Grundlagen der russischen Operation" vor. Am 28. November beauftragte Halder auch die Generalstäbe der für den Angriff vorgesehenen Heeresgruppen, Angriffsstudien für ihre Bereiche zu erstellen. Am 29. November, 3. und 7. Dezember 1940 versuchte Paulus, diese Studien aufeinander abzustimmen und liess Manöver durchführen, um die Kräfteverteilung und operativen Ziele des Angriffs gegen die Sowjetunion zu klären.

Bedenken einzelner Generäle richteten sich gegen den angestrebten Angriffstermin, nicht den Kriegsbeschluss. Besonders das OKM versuchte bis zum Jahresende 1940, dem Krieg gegen England Vorrang zu geben. Der parallele Invasionsplan wurde aber seit dem Scheitern der Luftschlacht um England ab Oktober 1940 allmählich aufgegeben.

Hitler hielt sich noch verschiedene Vorgehensweisen offen, darunter die Kontinentalblock-Idee Joachim von Ribbentrops. Am 24. Oktober informierte er das OKH, er erwarte den Beitritt der Sowjetunion zum Dreimächtepakt. Anfang November hoffte er, "Russland in die Front gegen England einbauen zu können". Am 4. November verlangte er jedoch bei den regelmässigen Lagevorträgen des OKW, es sei alles zu tun, "um bereit zu sein zur grossen Abrechnung" mit der Sowjetunion, dem "Problem Europas". Am 12. November 1940, kurz vor dem Besuch des sowjetischen Aussenministers Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow in Berlin am selben Tag, befahl er mit seiner "Weisung Nr. 18": Gleichgültig, was das Treffen ergeben werde, seien die schon mündlich befohlenen Kriegsvorbereitungen gegen Russland fortzusetzen. Sofort nach dem Treffen machte er im OKW klar, "dass der Ostfeldzug am 1. 5. 1941 beginnt". Auf Stalins Angebot vom 14. November, Finnland nicht zu besetzen und dem Dreimächtepakt beizutreten, wenn Deutschland sowjetische Einflusszonen in Bulgarien und der Türkei anerkenne, antwortete Hitler nicht. Tage darauf erklärte er Vertrauten, er sei "richtig erleichtert", denn er habe sich ohnehin nichts vom Hitler-Stalin-Pakt versprochen, der keine haltbare, ehrliche "Vernunftehe" gewesen sei, "denn die Abgründe der Weltanschauung seien tief genug". Er befahl den Ausbau von Gefechtsständen in seinem künftigen Hauptquartier im Osten, der Wolfsschanze, "in höchster Eile". Nach Keitels Aussage im Nürnberger Prozess 1945 hielt Hitler "die Auseinandersetzung mit Russland in diesem Zeitpunkt für unvermeidlich" und habe damit ihn und andere skeptische Generäle umgestimmt.

Am 5. Dezember 1940 trug von Brauchitsch Hitler die bisherigen operativen Kriegsentwürfe vor. Dabei billigte Hitler den Operationsplan des OKH mit den schon am 21. Juli vorgetragenen Kriegszielen. Die Entscheidung über die europäische Hegemonie falle im Kampf gegen die Sowjetunion. Auf Halders Rückfrage, ob der Luftkrieg gegen England dann fortsetzbar sei, erklärte Hitler, Rüstung und Personal der Roten Armee seien der Wehrmacht unterlegen. Diese werde, einmal angeschlagen, zusammenbrechen, wenn man grosse Heeresteile einkessele, nicht zurücktreibe. Darum forderte er zwei Angriffskeile, nannte als frühesten Angriffszeitpunkt "Mitte Mai" 1941 und als Eroberungsziel das Erreichen "etwa der Wolga", um von dort aus mit der Luftwaffe entferntere sowjetische Rüstungsanlagen zu zerstören. Das Unternehmen Seelöwe sei undurchführbar. Demgemäss notierte Halder als Befehl Hitlers: Otto: Vorbereitungen entsprechend den Grundlagen unserer Planung voll in Gang setzen. Wegen der Einwände des OKH versprach Hitler dem OKW am Folgetag, seine Stellung dauerhaft zu stärken. Am 13. Dezember 1940 trug Halder den Heeresgruppenführern Hitlers "Lagebeurteilung" vom 5. Dezember vor und folgerte: "Daher Vorbereitung, wenn politische Lage es erfordert, gegen Russland anzutreten. […] Wir suchen Konflikt mit Russland nicht, müssen aber ab Frühjahr 1941 bereit sein auch für diese Aufgabe".

Am 18. Dezember 1940 erteilte Hitler als Führer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht die von Lossberg vorformulierte Weisung Nr. 21:

"Die deutsche Wehrmacht muss darauf vorbereitet sein, auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen (Fall Barbarossa). […] Vorbereitungen, die eine längere Anlaufzeit benötigen, sind – soweit noch nicht geschehen – schon jetzt in Angriff zu nehmen und bis zum 15. 5. 41 abzuschliessen. Entscheidender Wert ist jedoch darauf zu legen, dass die Absicht eines Angriffes nicht erkennbar wird. […] Das Endziel der Operation ist die Abschirmung gegen das asiatische Russland aus der allgemeinen Linie Wolga – Archangelsk".

Zur Geheimhaltung sollten alle internen Befehle als "Vorsichtsmassnahmen […] für den Fall, dass Russland seine bisherige Haltung gegen uns ändern sollte", formuliert und sowenig Offiziere und so spät wie möglich mit konkreten, eng umgrenzten Vorarbeiten befasst werden. Der sowjetische Geheimdienst GRU erfuhr jedoch von diesem Befehl und informierte Stalin am 29. Dezember 1940 darüber.

Am 9. Januar 1941 bekräftigte Hitler gegenüber dem OKW seinen Kriegsentschluss damit, dass der "kluge Kopf" Stalin künftig zunehmend Probleme bereiten werde, da er vom Drang nach Westen beseelt sei, das verarmte Europa beerben wolle und wisse, dass Hitlers voller Sieg in Europa seine Lage erschwere. Als nächste wichtigste feindliche Position müsse gemäss seinem bisherigen Vorgehen die Sowjetunion zerschlagen werden. Entweder gäben die Engländer dann nach oder man könne den Krieg gegen sie unter günstigeren Umständen fortsetzen. Auch könne Japan die USA dann mit allen Kräften bekämpfen und vom Kriegseintritt abhalten.

Trotz dieser Entscheidung wurde am 10. Januar 1941 noch ein weiteres deutsch-sowjetisches Wirtschaftsabkommen geschlossen, wonach die Sowjetunion Deutschland wichtige Rohstoffe wie Öl, Metallerze und grosse Mengen Getreide lieferte. Am 16. Januar 1941 bekräftigte Hitler gegenüber dem OKH seinen "Entschluss: Russland so früh wie möglich zu Boden [zu] zwingen", weil Stalin immer mehr fordern werde und Deutschlands Sieg in Kontinentaleuropa für seine Ideologie inakzeptabel bleibe. Auch skeptische Generäle teilten Hitlers damalige Lagebeurteilung.

Da der Angriffstermin noch offengeblieben war, hielten manche Wehrmachtsvertreter Weisung Nr. 21 für reversibel. So fragte die Abteilung Landesverteidigung am 18. Januar bei Jodl nach, ob Hitler das "Unternehmen Barbarossa" weiter durchführen wolle. Am 28. Januar notierte Halder nach einem Treffen mit Brauchitsch: "Barbarossa: Sinn nicht klar. Den Engländer treffen wir nicht. Unsere Wirtschaftsbasis wird nicht wesentlich besser". Am 3. Februar trug Halder Hitler jedoch seine Aufmarschanweisung als Folge aus Weisung Nr. 21 vor, ohne Bedenken anzumelden.

Planung als Vernichtungskrieg    
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