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Schlachten 1944 bis Invasion Normandie

Leningrad-Nowgoroder Operation (14.01.1944 – 01.03.1944) 
(aus Wikipedia)

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051_02/Kartenausschnitt Leningrad Nowgorod

Die Leningrad-Nowgoroder Operation war eine Winterschlacht zwischen Verbänden der Roten Armee und der Wehrmacht an der Ostfront des Zweiten Weltkrieges, die vom 14. Januar bis zum 1. März 1944 andauerte und zur endgültigen Aufhebung der Leningrader Blockade führte. Im Laufe dieser Operation wurden vier Unteroperationen durchgeführt: Krasnoseljsk-Ropschaer, Nowgorod-Lugaer, Kingissepp-Gdower und die Staraja Russa-Noworschewer Operation.

Vorgeschichte
Nach dem Ende des deutschen Vormarsches und der Blockade Leningrads Ende 1941 war es den sowjetischen Truppen in der Schlacht am Wolchow Anfang 1942 und in der Ersten Ladoga-Schlacht im Sommer des gleichen Jahres nicht gelungen, die Belagerung zu beenden.

Erst in der Zweiten Ladoga-Schlacht Anfang 1943 konnten die sowjetischen Truppen einen schmalen Korridor südlich des Ladogasees öffnen, der aber weiterhin in der Reichweite deutscher Artillerie lag. Im Rahmen der Operation Polarstern (10. Februar bis 1. April 1943) und in der Dritten Ladoga-Schlacht im Sommer 1943 versuchten die Sowjets erfolglos, die Blockade endgültig zu sprengen.

Verteidigungsstellung Nordwall
Der sogenannte Nordwall bot den deutschen Truppen trotz ihrer zahlenmässigen Unterlegenheit eine gute Verteidigungsposition. Er befand sich zwischen dem finnischen Meerbusen und dem Ilmensee und war etwa 230 bis 260 km tief. Fast alle wichtige Ortschaften und Knotenpunkte wurden für eine Rundumverteidigung vorbereitet. Während der sowjetischen Leningrad-Nowgoroder Operation im Frühjahr 1944 wurde die Verteidigungsstellung durchbrochen. Allerdings half sie den Vormarsch der sowjetischen Truppen abzubremsen und eine Einschliessung deutscher Verbände während des Rückzuges auf die westlich gelegene Panther-Wotan Linie zu verhindern.

Verlauf

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051_03/Sowjetische Karte der Leningrad-Nowgoroder Operation

Am 12. Januar 1944 griff die 2. Baltische Front an und wurde in zähe Kämpfe bei Nowosokolniki verwickelt. Zwei Tage später begann die 2. Stossarmee der Leningrader Front aus dem Brückenkopf von Oranienbaum auszubrechen. Die 2. Stossarmee war vorher heimlich mit etwa 44.000 Mann, 600 Geschützen und weiterem Material über den finnischen Meerbusen verschifft worden. Am 15. Januar trat auch die 42. Armee der Leningrader Front zum Angriff an, die ab dem 16. Januar auch von der 59. Armee der Wolchow-Front unterstützt wurde. Am 17. Januar wurde die erste deutsche Verteidigungslinie durchbrochen und die Wehrmacht begann sich aus Krasnoje Selo, Ropscha und Urizk zurückzuziehen. Um den sowjetischen Vorstoss aufzuhalten, wurden drei Infanteriedivisionen und Teile der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland" in das Kampfgebiet verlegt. Am 19. Januar eroberte die Rote Armee Krasnoje Selo und Ropscha von deutscher Besatzung zurück, und am 30. Januar fielen auch Puschkin und Gattschina und der Fluss Luga wurde erreicht. Die Stadt Luga wurde am 12. Februar von den sowjetischen Truppen eingenommen und am 15. Februar wurde die Narwa und das östliche Ufer des Peipussees erreicht. Am 15. Februar wurde die Wolchow-Front aufgelöst und ihre Verbände der Leningrader und der 2. Baltischen Front unterstellt. In der zweiten Hälfte des Februars wurden von der Leningrader Front die Narwa-Brückenköpfe erweitert. Am Ende des Februars erreichten die Sowjets die Pskow-Ostrow-Verteidigungslinien und versuchten, sie zu durchbrechen. Da die deutsche Verteidigung zu stark war, wurde die Operation am 1. März 1944 beendet.

Ergebnis
Die Rote Armee stiess auf einer 600 km breiten Front etwa 180 bis 280 km nach Süden und Westen vor, sprengte die Belagerung von Leningrad, zerschlug 26 Divisionen der Achsenmächte, davon drei vollständig, betrat zum ersten Mal Estland. Das Leningrader und das Kalininer Gebiet wurden von deutscher Besatzung zurückerobert. Die sowjetischen Verluste betrugen 314.000 Soldaten, davon 77.000 Tote. Die mangelnde Erfahrung der Oberkommandos der beteiligten Fronten verhinderte jedoch grosse Durch-bruchserfolge wie im Süden. Die deutsche 18. Armee konnte sich der Einschliessung entziehen und geordnet Abwehrstellungen an der sogenannten Panther-Wotanlinie entlang der Narva beziehen und dort den Kampf fortsetzen.

Schlacht um den Brückenkopf von Narva (14.01.1944 – 24.07.1944) 
(aus Wikipedia)

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051_04/Kartenausschnitt mit Narva

Die Schlacht um den Brückenkopf von Narva, die als Teil einer länger andau-ernden Auseinandersetzung um den Besitz der Land-brücke zwischen Fin-nischem Meerbusen und Peipussee zu betrachten ist, fand zwischen Feb-ruar und Juli 1944 im Zweiten Welt-krieg zwischen Teilen der deutschen Heeresgruppe Nord und der sowjeti-schen Leningrader Front statt. Auf deutscher Seite kämpften zahlreiche europäische Freiwillige der Waffen-SS. Die Schlacht entwickelte sich nach den Gebietsgewinnen der Roten Armee während der Leningrad-Nowgoroder Operation und hielt deren weiteren Vormarsch nach Estland um mehr als fünf Monate auf.

Lomonossow-Offensive und der Rückzug nach Narva
Am 14. Januar 1944 begannen die sowjetische Wolchow- und Leningrader Front eine Offensive gegen die von Generalfeldmarschall Georg von Küchler geführte Heeresgruppe Nord mit dem Ziel, diese aus ihren Stellungen bei Oranienbaum (Verteidigungsstellung Nordwall) zu vertreiben und nach Est-land vorzustossen. Zudem versuchte die Rote Armee, die deutsche 18. Armee unter der Führung von Generaloberst Georg Lindemann einzukesseln.

Der zentrale Stoss des Angriffs richtete sich gegen das vom III. (germanischen) SS-Panzerkorps unter SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Fe-lix Steiner besetzte Gebiet, wo sich auch die 9. und 10. Feld-Division (L) be-fanden. Die deutschen Verteidigungslinien zerbrachen schnell, so dass sich die Heeresgruppe Nord in neue Stellungen in der Nähe des Flusses Narva zu-rückzog. Die Nachhut bildete dabei Steiners SS-Korps, das einige blutige Rückzugsgefechte führte und den Rückzug an das Ostufer der Narva sicherte. Die Narva stellt den 78 Kilometer langen Abfluss des Peipussees zur Ostsee dar.

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051_05/Denkmal am ehemaligen Gefechtsstand der 2. Stossarmee

An dieser Stelle – "Panther-Linie" genannt – wollte von Küchler die Verteidigung organisieren. Hitler verbot dies und ersetzte von Küchler am 31. Januar 1944 als Führer der Heeresgruppe Nord durch Generaloberst Walter Model.

Model hatte ähnliche Pläne wie von Küchler, stand aber in der Gunst Hitlers, so dass er mehr Freiheiten besass. Diese nutzte er, um die deutsche Armee an das Westufer der Narva zurückzuziehen und dort die Verteidigung zu organisieren. Um Hitler zu besänftigen, legte er aber – im Gegensatz zu den Plänen von Küchlers – einen starken Brückenkopf am Ostufer des Flusses an.

Der Hauptstoss der sowjetischen Offensive richtete sich dann erneut gegen Steiners SS-Korps, das östlich der strategisch wichtigen Stadt Narva positioniert war. Steiners Korps bestand dabei zumeist aus Freiwilligen. SS-Leute aus Dänemark, Norwegen, Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Ungarn (Banater Schwaben), Rumänien (Siebenbürgener Sachsen), Italien, Spanien, Lettland und Estland waren in die deutschen Verteidigungslinien integriert.

Die Niederländer der 4. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade "Nederland" und die aus verschiedenen Nationalitäten beste-hende 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland" hatten dort Verteidigungslinien ausgehoben, die so genannte "Narva-Linie". Diese Verteidigungslinie verlief sieben Kilometer zwischen dem Ort Lilienbach im Norden und dem Dorf Dolgaja Niva im Süden.

Am 3. Februar 1944 begann der sowjetische Angriff. Eine von Panzern geschützte sowjetische Division durchbrach schnell die deutschen Linien und errichtete einen Brückenkopf am Westufer des Flusses.

Die Panzer-Abteilung "Hermann von Salza" der Nordland-Division, kommandiert von Obersturmbannführer Paul Albert Kausch, führte einen erfolgreichen Gegenangriff und verhinderte so einen Durchbruch der sowjetischen Truppen im Zentrum der Verteidigungslinien. Im Norden, in der Nähe des Dorfes Siivertsi, hielt die Rote Armee jedoch einen weiteren Brückenkopf.

Im Süden der Stadt Narva, die von der am 2. Februar 1944 gebildeten "Armeeabteilung Narwa" verteidigt werden sollte, über-querten sowjetische Truppen ebenfalls den Fluss und bildeten den Brückenkopf von Kriwasoo. Für die Deutschen drohte damit die Abspaltung von Steiners SS-Panzerkorps sowie zweier weiterer Heeresdivisionen. Das deutsche Oberkommando warf daraufhin die schwere Panzer-Abteilung 502 unter Führung von Major Willy Jähde in die Schlacht, um die eigenen Linien zu stabilisieren. Um die deutsche Verteidigung weiter zu stärken, wurde die frisch ausgehobene, aus Esten bestehende 20. Waffen-Grenadier-Division der SS dem III. SS-Panzerkorps zugeordnet. Steiner befahl dieser am 20. Februar, den sowjetischen Brückenkopf bei Siivertsi anzugreifen. Neun Tage später zogen sich sämtliche sowjetische Truppen wieder an das Ostufer zurück.

Im Süden brachen kurz darauf die geringen Überreste einiger Divisionen unter einer neuen sowjetischen Offensive zusammen, so dass die Rote Armee am 24. Februar die Haupt-Eisenbahnlinie, die die Versorgung Narvas sicherte, unter ihre Kontrolle brachte ("Westsack" und "Ostsack") und das III. SS-Panzerkorps einzukesseln drohte. Trotz heftiger Gegenwehr der 61. Infanterie-Division setzten die sowjetischen Truppen ihren Vormarsch fort. Die "Armeeabteilung Narwa" wurde darauf in den Süden gesandt, um den sowjetischen Vormarsch aufzuhalten. Die 61. Infanterie-Division, die Panzergrenadier-Division "Feldherrnhalle" und die schwere Panzer-Abteilung 502 begannen einen Gegenangriff. Am 26. März 1944 begann das XXXXIII. Armeekorps mit der 11. und 227. Infanterie-Division einen Gegenangriff gegen den "Westsack". Dabei wurde das Korps durch starke Artillerie und Stukas des Schlachtgeschwaders 3 aus Dorpat und mehrere Panzergruppen unterstützt. Durch einen weiteren Angriff auf den "Ostsack" wurde die Front begradigt. Im Laufe erbitterter Kämpfe wurden die sowjetischen Truppen im Süden gegen den Fluss zurückgedrängt.

Die Verteidigung von Narva durch das "De Ruyter"-Regiment
Trotz heftiger Verluste und zahlreicher Rückschläge startete die sowjetische Armee immer neue Offensiven entlang der Narva-Linie. Der Befehlshaber der Leningrader Front Leonid Goworow wollte zunächst den deutschen Brückenkopf am Ostufer der Narva beseitigen. Dazu begann er in der Nähe Lilienbachs eine konzentrierte Offensive, der sich das niederländische SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 49 "De Ruyter", kommandiert von SS-Obersturmbannführer Hans Collani, in den Weg stellte. Nach gegenseitigem Artilleriebeschuss kam es zu einem verbissenen Kampf zwischen den sowjetischen Infanteristen und den zahlenmässig weit unterlegenen Soldaten des Regiments. Nach langen Gefechten wurden die sowjetischen Angreifer schliesslich zurückgeschlagen. Goworow beschloss daraufhin, zunächst andernorts Offensiven zu starten und die niederländische SS-Einheit mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen zu zermürben.

In der Nacht vom 6. auf den 7. März flog die sowjetische Luftwaffe mehrere Bombenangriffe gegen die Stadt Narva. Anschliessend begann die Artillerie, die Stadt zu beschiessen. Sämtliche überlebende Zivilisten verliessen die Stadt in Richtung Westen.

Als Nächstes startete Goworow eine Offensive, bei der er sowohl die zahlenmässige Überlegenheit seiner Truppen als auch den Überraschungseffekt nutzen wollte. Nach heftigem Artilleriebeschuss attackierte er das im Süden stehende niederländische SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 48 "General Seyffardt" unter Führung von SS-Standartenführer Wolfgang Jörchel. Aufgrund der anfänglichen Überraschung räumten die Deutschen ihre Positionen zunächst, eroberten im Verlauf eines Gegenangriffs jedoch ihre alten Stellungen zurück. Die sowjetische Offensive brach daraufhin zusammen.

Fortsetzung der sowjetischen Angriffe
Daraufhin konzentrierte Goworow seine Angriffe wieder auf Lilienbach und das "De Ruyter"-Regiment. Nach heftiger Bombar-dierung der deutschen Stellungen griff sowjetische Infanterie mit Unterstützung zahlreicher Panzer diese erneut an, vertrieb die deutschen Truppen und durchbrach die gegnerischen Linien. Anschliessend sandte die Rote Armee zahlreiche weitere Panzer in die Schlacht, um Truppen für den Brückenbau freizusetzen. Nachdem ein deutscher Gegenangriff mit Panzern gescheitert war, zog Collani seine Truppen weiter in Richtung Süden zurück und baute dort eine neue Verteidigungslinie auf.

Die Rote Armee griff die zurückgehenden Niederländer mit Artillerie an, was zu erheblichen Verlusten führte. Im Verlauf dieser Kämpfe konnte sich ein bereits eingekesseltes deutsches Bataillon befreien. Nach einer Woche relativer Waffenruhe setzte am 22. März erneut heftiger Beschuss der deutschen Verteidigungslinien ein, nachdem sowjetische Truppen vorübergehend in den Rücken der Deutschen gelangt waren, sich dort aber nicht halten konnten.

Nach zwei Monate dauernden Kämpfen waren beide Seiten so sehr erschöpft, dass über den April eine ruhigere Phase einsetzte. Zusätzlich sorgten die in diesen Gebieten üblichen Überschwemmungen und Regenfälle dafür, dass kaum noch Truppenbewegungen möglich waren.

Sowjetische Wendung nach Süden
Auch während dieser Ruhephase setzte die Rote Armee ihren Beschuss durch Artillerie und Luftbombardements fort. Frustriert von den zahlreichen erfolglosen Attacken auf die deutschen Verteidigungslinien ordnete Goworow einen kombinierten Angriff vom Land und von See aus an. Dazu landeten Truppen am finnischen Meerbusen, einige Kilometer hinter den Linien der Achsenmächte. Doch Teile der Division "Nordland" sowie die SS-Kampfgruppe "Küste", kommandiert vom dänischen SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Christian Peder Kryssing, schlugen das Landungsmanöver zurück.

Am 23. März 1944 ordnete Hitler dann die Operation "Festung Narwa" an. Narva wurde als Festung deklariert und sollte unbedingt gehalten werden.

Überflutungen, starke Regenfälle und Stürme machten weitere Angriffe unmöglich, so dass auch im Monat Mai die Front stagnierte. Ende Mai begann der Boden wieder zu trocknen. General Goworow hatte die Zeit genutzt, um seine südliche Flanke zu stärken und seine Truppen für einen Angriff auf die Stadt Dolgaja Niva, verteidigt von den Truppen des Nordland-Regiments 24 "Danmark", vorzubereiten.

Am 7. Juni beschoss die Rote Armee die Narva-Linie auf ganzer Länge. Das 13. Fliegerregiment der Roten Armee begann – bei nur minimaler Gegenwehr der deutschen Luftwaffe – Dolgaja Niva und das dort stehende Nordland-Regiment zu bombardieren. Unmittelbar darauf setzten wellenartige Angriffe der sowjetischen Infanterie ein, die bald die Stadt erreichten, worauf erbitterte Häuserkämpfe einsetzten.

Am 12. Juni brachen die sowjetischen Truppen die Verteidigungslinien zunächst auf, jedoch gelang vor allem dänischen SS-Truppen eine erneute Stabilisierung der Front für zwei weitere Wochen. Die Rote Armee konzentrierte sich in der Folge auf einen Durchbruch bei der Heeresgruppe Mitte weiter im Süden.

Rückzug in die Tannenbergstellungen
Zwar hielt das III. SS-Panzerkorps weiterhin die Verteidigungslinie, dies fiel jedoch zunehmend schwerer. Deswegen beschloss SS-Obergruppenführer Steiner, die exponierte Stellung am Fluss Narva aufzugeben und weiter im Hinterland eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. Entlang einiger Hügel weiter im Westen wurde die so genannte "Tannenbergstellung" angelegt.

Goworow ordnete währenddessen einen neuen Angriff auf die Nordflanke des SS-Korps an und konnte dadurch einen Brückenkopf am Westufer des Flusses errichten.

Neue sowjetische Attacken gegen den deutschen Brückenkopf am östlichen Ufer des Flusses wurden von den verteidigenden Dänen und Niederländern zunächst zurückgeschlagen. Der sowjetische Brückenkopf wurde täglich von neu eintreffenden Truppen verstärkt. Dies verschlechterte die Situation für die deutsche Seite immer mehr. Am 23. Juli ordnete Steiner deshalb entgegen der ausdrücklichen Weisung Hitlers den Rückzug in die Tannenbergstellung an. Das niederländische SS-Regiment "General Seyffardt" sollte dabei zusammen mit der deutschen Artillerie den Rückzug decken und die Brücke als letztes überqueren.

Goworow ordnete am 24. Juli einen erneuten Angriff an, um die zurückgehenden Deutschen aufzureiben. Im Norden wurde die estnische 20. Waffen-Grenadier-Division von massiven Panzerangriffen in die ungeordnete Flucht geschlagen. 137 Flugzeuge der Luftflotte 1 sollten den Rückzug decken, scheiterten aber an den 800 sowjetischen Flugzeugen.

Am Nachmittag desselben Tages wurde die Narva-Brücke gesprengt, nachdem zuletzt ein deutsches Artillerie-Bataillon diese überquert hatte und der Rückzug des SS-Panzerkorps somit abgeschlossen war. Mit Ausnahme des Regiments "General Seyffardt", das zum Ausweichen des sowjetischen Angriffes die geplante Rückzugsroute verlassen hatte, von der Brücke isoliert und anschliessend vernichtet wurde, erreichten alle Einheiten von Steiners Panzerkorps die Tannenbergstellung, die weiter auf sowjetische Angriffe vorbereitet wurde.

Schlacht um Monte Cassino (17.01.1944 – 18.05.1944) 
(aus Wikipedia)

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051_06/Kartenausschnitt um Monte Casino

Die Schlacht um Monte Cassino vom 17. Januar bis zum 18. Mai 1944 war mit vier Monaten Dauer eine der längsten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges mit schweren Verlusten auf beiden Seiten.

Ausgangslage
Anfang Januar 1944 hatte die 5. US-Armee unter Generalleutnant Clark die Gustav-Linie entlang des Garigliano erreicht und war auf den Widerstand des deutschen XIV. Panzerkorps unter General von Senger und Etterlin getroffen. Aus operativen Gründen waren die westlichen Verteidigungsstellungen am stärksten ausgebaut, denn das Vordringen der Alliierten durch das Liri-Tal in Richtung der italienischen Hauptstadt Rom sollte verhindert werden. Tatsächlich kam deren Vorstoss trotz enormer Übermacht an Menschen und Material an der Linie vor Cassino zum Stillstand.

Der Montecassino bildete einen wichtigen Stützpunkt der quer durch Italien gezogenen deutschen Gustav-Linie. Die Anhöhe gab den Deutschen ein weites Sicht- und Schussfeld. Auf dem Gipfel des Berges liegt in 516 Metern Höhe das 1300 Jahre alte Benediktinerkloster. Wegen der besonderen historischen Bedeutung hatte der deutsche Oberbefehlshaber in Italien, Generalfeld-marschall Albert Kesselring, verboten, das Kloster in die deutschen Stellungen einzubeziehen. Die deutschen Fallschirmjäger bauten ihre Verteidigungsstellungen 300 Meter von den Gebäuden entfernt in den Berghängen auf und befolgten den Befehl, sich dem Kloster nicht weiter zu nähern. Diese Entscheidung liess Kesselring den Alliierten mitteilen. Sie unterstellten zunächst eine Kriegslist, fanden aber während der Kämpfe keinen Beleg für deutsche Truppen im Kloster.

Erste Schlacht am Garigliano und am Rapido
Am 17. Januar 1944 begann die 5. US-Armee mit Angriffen auf die deutschen Stellungen. Am linken Flügel, der bis zur Küste verlief, begann das britische X. Korps unter General McCreery mit der 5. Division den Vorstoss über den Garigliano und entriss der deutschen 94. Infanterie-Division am folgenden Tag den Ort Minturno. Angriffe der britischen 56. Division auf Castelforte und spätere Versuche der 46. Division, den Garigliano am Flussknie zu überwinden, scheiterten nach dem Eingreifen der 29. und 90. Panzer-Grenadier-Division. Im Hauptangriffsfeld setzte Clark das II. US-Korps unter Generalmajor Keyes frontal an: Links sollte die 36. US-Division unter Generalmajor Walker den direkten Zugang im Lirital in Richtung auf die Via Casilina (Route 6) erzwingen, rechts wurde die 34. US-Division unter Generalmajor Ryder zur nördlichen Umfassung des Cassinoberges über den Monte Castellone und den Monte Maiola angesetzt. Der südlichere Vorstoss blieb wegen des Widerstands der deutschen 15. Panzer-grenadier-Division ohne Erfolg und brachte den angreifenden US-Einheiten hohe Verluste. Die österreichische 44. Grenadier-Division unter Generalleutnant Franek hielt am Monte Cassino und am Cairo-Massiv, die nördlicher anschliessende 5. Gebirgs-Division unter General Ringel hielt am Monte Croce auf einer Höhe von 1074 Metern und am Monte Cifalco erfolgreich stand. Am 25. Januar versuchte die 34. US-Division im neuerlichen Angriff am Rocca Janula durchzubrechen. Das freiwillige französische Corps unter General Juin unterstützte am rechten Flügel durch Angriffe gegen den Monte Belvedere. Am 28. Januar musste die abgekämpfte 44. Grenadier-Division, durch die am Garigliano freigemachte 90. Panzer-Grenadier-Division abgelöst werden, welche die Abwehr von Cassino bis zum Secco-Tal übernahm. Die Amerikaner zogen sich nach ihrer tagelang anhaltenden Daueroffensive vor Cassino zurück und wurden ab 12. Februar durch das 2. neuseeländische Korps unter Generalleutnant Bernard Freyberg abgelöst.

Zweite Schlacht – Operation Avenger
Für die Operation Avenger, die am 15. Februar beginnen sollte, sah General Freybergs Plan wieder einen direkten Angriff gegen die Cassino-Stellung vor. Aus dem Norden sollte die indische 4. Division unter Brigadegeneral Dimoline entlang des Bergrückens vorgehen und im Südosten hatten die Neuseeländer entlang der Eisenbahnlinie und des Bahnhofs über den Rapido vorzustossen. Für diesen Angriff direkt südlich von Cassino verlangte der Kommandeur der neuseeländischen 2. Division, Generalmajor Kippenberger, die Bombardierung der deutschen Stellungen und des Klosters, in dem – ohne Beleg – eine deutsche Funkstation vermutet wurde. In der Tat war das Kloster nicht von deutschen Einheiten besetzt worden. Eine weiträumige Umgehung von Cassino, welche das Kloster militärisch unbedeutend gemacht hätte, kam für General Alexander, den alliierten Oberbefehlshaber der XV. Heeresgruppe, nicht in Betracht.

Zerstörung des Klosters

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051_07/Lkw-Verladung der in Holzkisten verpackten Kunstwerke

In der Zwischenzeit hatte der Oberbefehlshaber der deutschen 10. Armee, Generaloberst Heinrich von Vietinghoff die 1. Fallschirm-jäger-Division unter Generalleutnant Richard Heidrich mit der Verteidigung der Stadt und des Berges betraut. Die hier über-geordnete Befehlsführung oblag dem Generalkommando des LI. Gebirgskorps unter General der Gebirgstruppe Feurstein. Als die Alliierten weiter nach Norden auf das Kloster vorstiessen, stellten sich Truppen der Fallschirm-Panzer-Division Hermann Göring unter Oberstleutnant Julius Schlegel den Mönchen des Klosters zur Verfügung, um die einzigartigen Kulturschätze, darunter etwa 1200 historische Bücher und Dokumente, Bilder von Leonardo da Vinci, Tizian und Raffael sowie die sterblichen Überreste des Benedikt von Nursia vor dem Angriff in die Engelsburg nach Rom in Sicherheit zu bringen.

"Allerdings wurden Kulturgüter des Klosters von deutschen Truppen nicht nur gerettet, sondern teilweise auch geraubt. 13 Meisterwerke aus Montecassino fand man nach Kriegsende in einem Stollen des Salzbergwerks Altaussee, wo Hitler und Göring ihre Kunstsammlungen untergebracht hatten."

Nach ersten hohen Verlusten bat General Freyberg die Amerikaner um Luftunterstützung; sie stimmten zu. Die Gründe für diese Entscheidung sind unklar. Am Tag vor dem Luftschlag unterrichteten die Alliierten mit Flugblättern die im Kloster anwesenden Menschen und forderten sie auf, die Abtei zu verlassen.

Am 15. Februar warfen 225 US-Bomber der 12. und 15. Luftflotte in zwei Angriffswellen insgesamt 435, nach anderen Quellen 567 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Klosteranlage. Zusammen mit zusätzlichem Artilleriebeschuss wurde das Kloster an diesem Tag binnen dreier Stunden mit Ausnahme der Krypta völlig zerstört. Zu Beginn der Angriffe hielten sich im Kloster und dessen Kellergewölben etwa 800 Menschen auf, in der Mehrzahl Mönche und schutzsuchende Flüchtlinge, von denen 250, nach anderen Quellen 427 Opfer des Bombardements wurden.

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051_08/Gefangene deutsche Fallschirmjäger

Die Überlebenden, die Mönche mit ihrem Abt und die Zivilisten, verliessen nun das zerstörte Kloster. In der Folge besetzten deutsche Truppen am 17. Februar die Klosterruinen und bezogen sie in ihre Verteidigungsstellungen ein. Auch in den nächsten Monaten konnten sie den Berg – trotz weiterer schwerer Angriffe und unter hohen Verlusten auf beiden Seiten – bis zum 18. Mai halten.

Die Zerstörung des Klosters, das monatelange Halten der Stellungen und die hohen alliierten Verluste wurden von der deutschen Kriegsberichterstattung genutzt, um einerseits in Zeiten des Rückzugs die Moral der Truppe und der Bevölkerung zu stärken und andererseits den Feind zu diskreditieren. Der Vatikan erklärte, vor der Bombardierung hätten sich weder deutsche Soldaten noch Kriegsgerät im Kloster befunden, und bestätigte damit die Darstellung der deutschen Seite. Zur Rechtfertigung äusserte US-Präsident Franklin D. Roosevelt wahrheitswidrig, die Abtei sei ein Artilleriestützpunkt der Deutschen gewesen und ihre Zerstörung daher militärisch notwendig; Henry H. Arnold, Oberbefehlshaber der US Army Air Forces, nannte die Bombardierung ein "Wahrzeichen für die Zerstörungskraft der Air Force". Die Zerstörung des Klosters führte zu einer erheblichen diplomatischen Verstimmung zwischen dem Heiligen Stuhl und den westlichen Alliierten.

Dritte Schlacht – Operation Dickens
Zwischen 15. und 23. März folgte die dritte Angriffsoperation der Alliierten, im Brennpunkt stand wieder das 2. neuseeländische Korps, diesmal auf nur 1,5 Kilometer Front konzentriert. Die zugeteilte britische 78. Division unter Generalmajor Keightley sollte nach ersten Erfolgen nachstossen und den Durchbruch ins Lirital erzwingen. Nach dem Einsatz von 575 Bombern und 200 Jagdbombern folgte das Trommelfeuer aus 746 Geschützen, die gesamte Wucht des Bombardements war gegen den schmalen Angriffsabschnitt konzentriert. Das eingesetzte 3. deutsche Fallschirmjäger-Regiment unter Oberst Heilmann wurde fast vollständig vernichtet. Ein gegen den Rocca Janula angesetzter Angriff der indischen 4. Division, jetzt unter Generalleutnant Alexander Galloway, der durch die neuseeländische 4. Panzerbrigade unterstützt wurde, eroberte schliesslich die umkämpfte Höhe 193. General Heidrich setzte seine Reserven ein und konnte nach dem alliierten Angriff nur mehr ein Drittel des Ortes Cassino sichern. Deutsche Gegenangriffe am 17. und 19. März gegen feindliche Einbrüche am Monte Calvario und am Bahnhof von Cassino blieben erfolglos und führten nur zu schweren Verlusten. Die am 20. März nach vorn gezogene 78. Division der Briten konnte ihrerseits den Widerstand der deutschen Fallschirmjäger nicht brechen.

Am 23. März liess General Alexander die sinnlosen Angriffe einstellen. Zudem zwang eine dreiwöchige Regenperiode zum vollständigen Abbruch der Operation, am 24. März kehrte der Winter in die südlichen Abruzzen zurück. Die Zeit wurde von den Alliierten zur umfangreichen Neuorganisation der Kommandobereiche benutzt. Der Grossteil der britischen 8. Armee unter dem Kommando von Generalleutnant Oliver Leese übernahm die Befehlsführung beiderseits von Cassino. Die geplante Operation Diadem sollte noch vor der Invasion in der Normandie starten, um die deutschen Truppen in Italien zu binden.

Vierte Schlacht – Operation Diadem
Am 11. Mai 1944 um 23 Uhr Ortszeit begann die entscheidende alliierte Schlussoffensive, der Angriff war von der See bis über Cassino hinaus auf 32 Kilometer Breite mit vier Korps angesetzt. Ein massiver Artilleriebeschuss mit 1060 Kanonen der 8. Armee und 600 Geschützen der 5. US-Armee leitete ab 23:45 Uhr den Infanteriesturm ein. Der Liri-Abschnitt bildete die Armeegrenze zwischen der 5. US-Armee und der britischen 8. Armee: Polen und Engländer standen am nördlichen Abschnitt beiderseits Cassino am Rapido, Franzosen (Algerier und Marokkaner) und Amerikaner südlich davon bis Minturno am rechten Ufer des Garigliano.

Dem britischen XIII. Korps unter General Kirkman aus britischer 4., 78. und indischer 8. Division gelang vom Süden die Umgehung des Berges und damit der Einbruch in die Gustav-Linie, die nun von den deutschen Fallschirmjägern nicht länger zu halten war. Während die Hauptzahl der Einheiten links und rechts zur Umgehung des Berges ansetzten, erhielt das 2. Polnische Korps unter Generalleutnant Władysław Anders den Auftrag, die Klosterruine im Frontalangriff zu nehmen. Hierbei trug der syrische Braunbär Wojtek, der im Iran von Artilleriesoldaten des 2. Polnischen Korps gefangen und adoptiert worden war und die Truppen seit 1942 begleitete, Kisten mit Mörsergranaten über das unwegsame Schlachtfeld.

Am Morgen des 17. Mai besetzte die nördlich Sassino angreifende polnische 5. Division den Colle Sant’ Angelo, die polnische 3. Division eroberte den Berg 593.

Das II. US-Korps aus 85. und 88. US-Division und das französische Expeditionskorps unter General Juin durchbrachen derweil am Südflügel die Front der deutschen 71. und 94. Infanterie-Division. Die algerische 3. Division unter General Goislard de Monsabert nahm Castelforte und brach bis zum 14. Mai nach Ausonia durch.

Aufgrund der nicht nachlassenden, wenn auch verlustreichen polnischen Vorstösse, der katastrophalen eigenen Verluste und der sich verändernden militärischen Gesamtlage in Italien erteilte Oberbefehlshaber Kesselring am 17. Mai dem Rest seiner Fallschirm-jägereinheit den Befehl, Monte Cassino aufzugeben. Etwa 100 Fallschirmjäger ergaben sich den Briten, andere versuchten, aus dem Kessel auszubrechen. Am Morgen des 18. Mai hissten die Deutschen die weisse Fahne. Nachdem die polnischen Verbände die Klosterruinen nunmehr kampflos eingenommen hatten, zog Leutnant Kazimierz Gurbiel auf den Klosterruinen um 9:50 Uhr die polnische Flagge auf. Allein das polnische Korps hatte bei der Schlussoffensive in dreitägigem Kampf 281 Offiziere und 3503 Mannschaften verloren.

Im Lirital wurde nach dem taktischen Durchbruch der britischen 78. Division, der am 15. Mai zur Einnahme des Ortes Pignataro und am 17. Mai von Piumarola führte, das kanadische 1. Korps unter General Burns zum Nachstossen auf Pontecorvo nachgeführt.

Bedeutung
Der lange, sehr verlustreiche Kampf hielt den Vormarsch der Alliierten auf. Als das Hindernis von Monte Cassino überwunden war, wurde der alliierte Vormarsch mit der Operation Shingle fortgesetzt. Am 25. Mai stellte das von Osten kommende II. US-Korps die Verbindung mit dem VI. US-Korps im Brückenkopf von Anzio her. Am 4. Juni marschierten die 1. US-Panzerdivision und die 36. US-Division kampflos in Rom ein, das zuvor zur offenen Stadt erklärt worden war.

In der Schlacht um die Stadt und den Berg von Cassino, bei der 105.000 alliierte, unter anderem US-amerikanische, britische, französische, polnische, anglo-indische, neuseeländische, algerische, marokkanische, Gurkhas, und 80.000 deutsche Soldaten kämpften, starben rund 20.000 deutsche und bis zu 55.000 alliierte Soldaten.

Nach der Schlacht wurde die Kampfmoral der deutschen Fallschirmjäger in der NS-Propaganda glorifiziert; der deutsche Abzug wurde nicht erwähnt.

In Polen gilt die Eroberung der Ruinen von Monte Cassino als ein nationales Symbol für den Tod tausender polnischer Soldaten, die im Exil auf Seiten der Alliierten für die Befreiung Europas vom Nationalsozialismus ihr Leben liessen. Das Lied Czerwone maki na Monte Cassino, deutsch Roter Mohn am Monte Cassino, glorifiziert den verlustreichen Kampf des polnischen Korps.

In vielen Ländern gilt die Schlacht um Monte Cassino als Synonym für die Sinnlosigkeit des Krieges; die Zerstörung des Klosters als ein Mahnmal gegen Krieg und für Frieden.

Verluste

Operation Shingle (22.01.1944 – 25.05.1944) 
(aus Wikipedia)

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051_09/Kartenausschnitt von Rom

Operation Shingle (shingle ist das englische Wort für Dachschindel, shingle beach die Bezeichnung für eine aus flachen Steinen gebildete Strandform) war eine am 22. Januar 1944 von alliierter Seite durchgeführte amphibische Landungsoperation auf dem italienischen Kriegsschauplatz in der Umgebung von Anzio und Nettuno am Tyrrhenischen Meer in Mittelitalien. Sie fand zu Beginn der Schlacht um Monte Cassino statt. An der Operation war hauptsächlich das US-amerikanische VI Corps unter Major General John P. Lucas beteiligt. Das Ziel der Alliierten war es, die deutsche Hauptverteidigungslinie in Mittelitalien (Gustav-Linie) zu umgehen, um somit den Vormarsch auf Rom zu beschleunigen. Die Operation und ihre nachfolgenden Gefechte werden auch als Schlacht von Anzio bezeichnet.

Vorgeschichte
Nachdem Einheiten der 5. US-Armee und der britischen 8. Armee im Rahmen der alliierten Invasion in Italien im September 1943 bei Salerno und in Süditalien gelandet waren, blieb der alliierte Vormarsch Ende 1943 an der deutschen Gustav-Linie stecken – etwa 100 Kilometer südlich des psychologisch wichtigen Ziels Rom. Die alliierten Befehlshaber begannen daraufhin Planungen, durch eine amphibische Landeoperation hinter der Front in der Nähe von Rom den Stillstand der Frontlinie zu durchbrechen.

Eines der grössten Probleme bei der Angriffsplanung war die Verfügbarkeit von Landungsbooten, da diese für andere Operationen, wie der späteren Landung in der Normandie, zur Verfügung stehen sollten. Ursprünglich waren nur so viele LSTs (Landing Ship, Tank) verfügbar, dass lediglich eine Division auf einmal hätte abgesetzt werden können. Ende Dezember 1943 beschlossen die alliierten Befehlshaber in Tunis, ausreichend Landungsschiffe für zwei Divisionen bereitzustellen.

Planung

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 051_10/Ausbruch aus dem Brückenkopf und Operation Diadem, Mai 1944

Als Landungsgebiet wurde die Küstenebene 40 Kilometer südlich von Rom am Nordende der Pontinischen Ebene bei Latina (damaliger Name: Littoria) ausgewählt. In ihrem Zentrum befanden sich die Küstenstädte Anzio und Nettuno. Die Landungen des Stichtags der Operation sollten von der 1. britischen und der 3. US-Infanteriedivision mit Unterstützung durch Panzer- und Fallschirmjägereinheiten sowie Ranger- und Commando-Verbände ausgeführt werden. Nach der gelungenen Landung sollte der Landungskonvoi nach Neapel zurückkehren und zwei weitere Divisionen in die Landezone befördern. Die alliierten Einheiten waren dem VI. US-Korps unter dem Befehl von John P. Lucas unterstellt. Die Alliierten rechneten mit fünf oder sechs deutschen Divisionen in teils reduzierter Stärke im Zielgebiet, die verteilt über mehrere Tage eintreffen konnten. Die Landung sollte durch Angriffe auf Flugplätze der Luftwaffe und Nachschublinien vorbereitet werden und für die Dauer der Operation würde taktische Luftunterstützung sowie Jagdschutz bereitstehen.

Die Verteidigungsstellungen der Gustav-Linie in dem hügeligen Gebiet des südlichen Latium zwischen den Abruzzen und der Mittelmeerküste sollten mehrere Tage vor der Landung durch Angriffe der 5. US-Armee unter General Mark W. Clark unter Druck gesetzt werden, um die deutsche 10. Armee dort zu binden und den Oberbefehlshaber Süd, Generalfeldmarschall Kesselring, zu veranlassen, Truppen aus dem Gebiet von Rom an die Front abzuziehen. Der alliierte Plan sah dann vor, dass bei einem Abzug deutscher Einheiten von der Gustav-Linie zur Bekämpfung der Landungstruppen die Linie angegriffen und durchbrochen werden sollte. Andernfalls sollten die bei Anzio gelandeten Truppen durch die Albaner Berge auf Rom vormarschieren und die deutschen Verbände an der Gustav-Linie mit der Abschneidung bedrohen. Hätten die Deutschen hingegen genügend Einheiten zur Verteidigung Roms und der Linie aufbieten können, so hätte die Operation Shingle immerhin dafür gesorgt, dass deutsche Truppen in Mittelitalien gebunden worden wären und damit nicht an den Kampfhandlungen anderer Fronten hätten teilnehmen können.

Der Plan wurde am 12. Januar genehmigt und als Tag der Landung der 22. Januar festgesetzt. Major General Lucas schien wenig Vertrauen in den Plan und seine Vorgesetzten zu haben. Er zog Parallelen zum letztlich fehlgeschlagenen Gallipoli-Unternehmen der Alliierten im Ersten Weltkrieg (1915/16). Es ging genau wie Shingle auf Winston Churchill zurück. Bemerkungen dazu lassen sich im Tagebuch von Lucas finden.

Die Landungsoperation
Der Landung gingen ab dem 16. Januar Angriffe der 5. US-Armee auf die Gustav-Linie voraus (siehe Schlacht um Monte Cassino). Diese veranlassten General Heinrich von Vietinghoff, Unterstützung bei Kesselring anzufordern. Daraufhin wurde die 29. und die 90. Panzergrenadier-Division von Rom abgezogen und zur Verteidigungslinie beordert.

In den Morgenstunden des 22. Januars 1944 landeten britische und US-Truppen mit Hilfe von neun Transportschiffen und 226 Landungsbooten in der Nähe von Anzio und Nettuno. Insgesamt wurden 36.000 Soldaten und 3.200 Fahrzeuge abgesetzt. Der Widerstand der Deutschen war gering. Die Alliierten hatten 13 Gefallene zu beklagen, weitere 97 Soldaten wurden verwundet. Annähernd 200 deutsche Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Die britische 1. Infanteriedivision drang drei Kilometer ins Landesinnere vor, die 3. US-Infanteriedivision ungefähr fünf Kilometer. Nettuno sowie der Hafen von Anzio konnten erobert werden.

Obwohl der deutsche Widerstand in der Gegend gering war, nutzte Lucas nicht die Möglichkeit eines schnellen Vorstosses in Richtung Rom, sondern blieb defensiv, indem er Mensch und Material für den Ausbau des amerikanischen Brückenkopfes verwendete. Churchill war äusserst ungehalten über dieses Vorgehen, da Lucas die deutschen Verteidiger somit kaum bedrohte. Er wurde am 23. Februar 1944 durch Lucian K. Truscott ersetzt.

Gegenmassnahmen der Deutschen
Generalfeldmarschall Kesselring wurde am 22. Januar um 3 Uhr morgens über die alliierten Landungen informiert und befahl gegen 5 Uhr der 4. Fallschirmjäger-Division und Teilen der Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring die Verteidigung der Strassen von Anzio zu den Albaner Bergen.

Am 25. Januar übernahm die deutsche 14. Armee unter Generaloberst von Mackensen die Verteidigung des Abschnitts Anzio/Nettuno. In seine Armee wurden zum Ende des Monats weitere Verbände aus Italien sowie jeweils eine Division vom Balkan und aus Frankreich eingegliedert. Am 14. Februar führte das deutsche LXXVI. Panzerkorps unter General der Panzertruppe Herr einen gross angelegten Angriff auf den Brückenkopf durch, der jedoch aufgrund alliierter Überlegenheit zur Luft und zu Wasser keinen Erfolg hatte. Durch einen weiteren Vorstoss am 17. Februar kamen die Amerikaner aber soweit in Bedrängnis, dass die alliierten Befehlshaber in Erwägung zogen, den Abschnitt aufzugeben. Allerdings konnte zuletzt auch dieser Angriff sowie ein weiterer, der Ende Februar stattfand, erfolgreich abgewehrt werden.

Schiffsverluste
Während der Landung und in den Wochen danach versuchten deutsche Bomber des Kampfgeschwaders 40 und des Kampf-geschwaders 100 mit ferngesteuerten Bomben des Typs FX 1400 und Hs 293 die Seeeinheiten anzugreifen.

Durch Luftangriffe versenkt wurden:

  • am 23. Januar 1944 der Zerstörer HMS Janus
  • am 24. Januar 1944 das Lazarettschiff St. David mit 2702 BRT
  • am 29. Januar 1944 der Kreuzer HMS Spartan und der Transporter Samuel Huntington (7181 BRT)
  • am 16. Februar 1944 der Transporter Elihu Yale (7176 BRT).

Um die Landungsflotte sowie die Versorgungsschiffe vor den deutschen Luftangriffen zu schützen, wurden drei alliierte Zerstörer (USS Plunkett, USS Frederick C. Davis und USS Herbert C. Jones) eingesetzt, welche mit der Störung der Fernsteuersignale der ferngesteuerten deutschen Gleitbomben begannen. Diese Massnahmen zeigten jedoch keinen vollen Erfolg. So wurde der mit Störsignalen arbeitende Zerstörer Herbert. C. Jones am 15. Februar 1944 durch einen Hs-293-Angriff beschädigt und der – nicht mit einem Störsender ausgerüstete – Zerstörer HMS Inglefield am 25. Februar 1944 ebenfalls durch den Einsatz von Hs 293 versenkt.

Das deutsche U-Boot U 410 versenkte am 15. Februar 1944 das Liberty-Schiff Fort St. Nicolas (7154 BRT) und am 18. Februar den Kreuzer HMS Penelope. U 952 versenkte am 10. März 1944 die William B. Woods, ein Liberty-Schiff mit 7176 BRT.

Ende der Operation
Die Schlacht um Monte Cassino führte erst im Mai 1944 zum entscheidenden Durchbruch durch die deutschen Stellungen (Operation Diadem). Danach wurden die Kräfte des Anzio-Brückenkopfs weiter verstärkt, um den Angriff auf die Zugänge nach Rom vorzubereiten. Am 25. Mai stellte das von Osten kommende II. US-Korps die Verbindung mit dem VI. Korps her. Danach konzentrierte das VI. Korps seine Angriffe westlich der Albaner Berge. In der Nacht vom 2. zum 3. Juni zogen sich die noch in der Caesar-Linie vor Rom stehenden deutschen Verbände nördlich der Stadt zurück. Am 4. Juni marschierten die 1. US-Panzerdivision und die 36. US-Infanteriedivision in Rom ein.

Der weitere Vormarsch der alliierten Armeen kam danach erst im Juli 1944 an der Arno-Linie bzw. Gotenstellung wieder zum Stehen.

Verluste

Kessel von Tscherkassy (24.01.1944 – 17.02.1944) 
(aus Wikipedia)

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 051_11/Kartenausschnitt von Tscherkassy

Die Kesselschlacht westlich von Tscherkassy war Teil der Dnepr-Karpaten-Operation und dauerte vom 24. Januar bis 17. Februar 1944. Das Kampfgeschehen vollzog sich am mittleren Dnjepr während des Zweiten Weltkrieges an der Ostfront. Bei dieser Operation waren neben den Infanterietruppen auch bis zu vier sowjetische Panzerarmeen beteiligt. Die Kämpfe fanden mitten im Winter statt und umfassten dramatische Kämpfe, bei denen die Masse der deutschen 8. Armee von sowjetischen Truppen eingekesselt wurde und beim Ausbruch schwere Verluste erlitt.

Vorgeschichte
In der zweiten Januarhälfte 1944 hatten die Truppen der 1. Ukrainischen Front (Armeegeneral Nikolai Watutin) nach der Schitomir-Berditschewer Operation die Linie Korosten – Kasatin – Kanew erreicht. Die Truppen der 1. Ukrainischen Front waren auf über 600 Kilometer Länge ausgedehnt und bestanden aus sieben Armeen und mehreren Panzerarmeen. Während der linke Flügel noch am Fluss Dnjepr verankert war, stand die rechte Flanke bis in den Raum Sarny mehr als 300 Kilometer westlich des Dnjepr. Nach der Kirowograder Operation befand sich die 2. Ukrainische Front (Generaloberst Iwan Konjew) bis zum 16. Januar im Vormarsch, auf 250 Kilometer Front festigte sich die neue Front östlich von Smela, westlich von Kirowograd bis nördlich von Nowgorodka. Konjews Front bestand aus sechs Armeen und einer Panzerarmee, ein Kavallerie- und drei mechanisierte Korps befanden sich in der Reserve. Die Grenzlinie zur 1. Ukrainischen Front verlief am Dnjepr südöstlich von Kanew. Das 73. Schützenkorps (Generalmajor Batizki) der 52. Armee hatte Tscherkassy am 14. Dezember mit der 373., 254. und 294. Schützendivision befreit, rechts anschliessend, sicherte die 206. Schützen-Division der 27. Armee am Dnjepr-Abschnitt.

Situation der 8. Armee vor der Offensive
Auf der gegnerischen Seite stand die deutsche 8. Armee unter General der Infanterie Otto Wöhler. Sie bestand neben dem III. Panzerkorps aus dem XI. und XXXXII. Armeekorps mit 14 Divisionen (davon drei Panzer-Divisionen und eine motorisierte Brigade) mit etwa 170.000 Soldaten, 2.600 Geschütze und 310 Panzer. An der Linie Kanew – Swenigorodka – Smela hielt die deutsche 8. Armee eine Front von 90 Kilometern von Süden nach Norden und am Dnjepr 125 Kilometer Front von Ost nach West. Auf dem rechten Flügel der 8. Armee an der Grenze zur 1. Panzerarmee, verteidigte das XI. Armeekorps eine längere Front als das XXXXII. Armeekorps. Der zum Dnjepr vorspringende nordöstliche Abschnitt der Front liess keine grossangelegten Operationen zu, weil das dortige Gebiet sumpfig war und grosse Waldungen Bewegungen schwierig machten. Hier waren die Reste der 112., 255. und 332. Infanterie-Division eingesetzt, die bereits in der Korpsabteilung B zusammengefasst waren. Die Front zwischen Moschny und Smela war von stark bewässerten Gebieten durchzogen und für schweres Gerät fast unzugänglich. Zahlreiche Flüsse, Schluchten mit steilen Hängen und zahlreiche grosse Siedlungen verstärkten die deutschen Verteidigungslinien. Das Abwehrsystem der Gräben und die Kommunikationsverbindungen war gut ausgebaut, eine grosse Anzahl von Bunkern verstärkten die Stellungen. Die wichtigsten Stützpunkte vor der Front und an den Flanken wurde mit Minenfeldern und Drahtbarrieren gesichert. Der dort querende Fluss Tjasmyn konnte von der dort eingesetzten 389. Infanterie-Division als Verteidigungslinie genutzt werden.

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051_12/Beidseitiger Zangenangriff der sowjetischen Fronten

Die stärkste deutsche Verteidigungslinie war im Abschnitt zwischen Kagarljk und Moschny geschaffen. Die erste Stellung verlief entlang des Ufers des Tjasmyn und der dahinter liegenden Höhen. Die zweite Verteidigungslinie verlief über den Gniloj Taschlyk und Tischkowka, war aber nicht vollständig ausgebaut. Entlang des Olshanka-Abschnitts, auf dem Gelände von Mlejew und Topilno wurde die Position nach Südosten verlängert. Der Raum südlich von Olschany, war von der Deutschen Verteidigung weniger gut ausgebaut worden. Im Gebiet westlich und nordwestlich von Kirowograd befanden sich während der Kirowograder Operation mehrere deutsche Panzerdivisionen, von denen noch zwei in Reserve der 8. Armee standen. Im Bereich südwestlich von Ochmatow standen weitere Panzerreserven der 1. Panzerarmee, welche schnell in den Raum Korsun verlegt werden konnten. Am 22. Januar führte das XI. Armeekorps zwischen Smela und Bereznjaki lokale Abwehrkämpfe, vor allem der Bereich Balandino – Krasnoselka war heftig umkämpft. Die Luftaufklärung ergab, dass die Rote Armee neue Kräfte zwischen Balandino-Krasnoselka konzentrierte. Die 389. Infanterie-Division wurde südlich von Balandino angegriffen, die sowjetischen Angriffe wurden abgeschlagen. Als Vorsichts-massnahme beschloss das Kommando der 8. Armee, die 11. und 14. Panzerdivision herauszuziehen, um eine Reserve zu schaffen. Die Angriffe der sowjetischen Truppen zwischen Balandino und Krasnoselka wurden den ganzen Abend mit Artilleriebeschuss fortgeführt, sowjetische Angriffe waren im Osten des Dorfes Burtki konzentriert.

Für die geplante Offensive liess die Stawka der 1. Ukrainische Front starke Verstärkungen zuführen: Für die Auffüllung der dortigen Panzerkräfte wurden der Front vom 22. Januar bis zum 3. Februar etwa 400 neue Panzer T-34 gesandt. In Übereinstimmung mit der Direktive des Oberkommandos begannen die Truppen der 1. und 2. Ukrainischen Front die Angriffsoperation vorzubereiten. Das Kommando der 1. Ukrainischen Front konzentrierte seine Stossgruppe östlich von Stawischtsche. Die Truppen an der linken Flanke der 40. Armee wurden mit dem 47. Schützenkorps (167. und 359. Schützen-Division) und dem 104. Schützenkorps (58. und 133. Schützen-Division) die rechte Flanke der 27. Armee mit der 180. und 337. Schützen-Division verstärkt. Auch das 5. Garde-Kavallerie-Korps, zuvor Teil der 4. Ukrainischen Front, kam als Verstärkung zur 2. Ukrainischen Front.

Sowjetische Angriffsplanung
Der Beginn der sowjetischen Offensive wurde zunächst für 25. Januar 1944 um 8:30 Uhr festgesetzt, dann doch einen Tag früher eingeleitet. Gemäss der Richtlinie der Stawka vom 20. Januar hatten die Hauptkräfte der 2. Ukrainischen Front, bestehend aus der 53. Armee, der 4. Garde-Armee und zwei mechanisierte Korps auf Swenigorodka und Nowo-Mirgorod anzugreifen und bei Schpola die Verbindung mit den Kräften der 1. Ukrainischen Front herzustellen. Die 5. Garde-Panzerarmee (18., 20. und 29. Panzerkorps mit 218 Panzer und 18 Selbstfahrlafetten) sollte im Bereich der 53. Armee eintreten und über Schpola in Richtung Swenigorodka durchbrechen. Die 4. Garde- und die 53. Armee hatten zwischen Werbowka- und Wasiliwka auf 19 km Front in Richtung auf Schpola und Swenigorodka mit 14 Schützendivisionen anzusetzen. Zusätzlich zu diesem Hauptangriff sollten zwei Nebenangriffe mit der 5. und 7. Garde-Armee westlich und südwestlich von Kirowograd und der 52. Armee in Richtung auf Maloje Staroselje und Gorodischtsche erfolgen, um die im Raum Kirowograd stehenden deutschen Panzerreserven zu binden. Sobald die Angriffe der 5. und 7. Garde-Armee die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Hauptangriffsabschnitt abgelenkt hätten, sollte die Offensive der 52. Armee im engen Zusammenwirken mit der eigentlichen Hauptstossgruppe einsetzen. Der linke Flügel der 1. Ukrainischen Front, bestehend aus dem 5. Garde-Panzerkorps und einer kombinierten Gruppe der 27. Armee, bestehend aus der 337. und 180. Schützendivision sollte einen Tag später bei Talnoje nach Osten angreifen und anschliessend nach Schpola durchbrechen. Die Gruppe, die für den Hauptangriff nach Osten bestimmt war, bestand aus der 6. Panzerarmee, dem 47. Schützenkorps und dem 104. Schützenkorps der 40. Armee. Diesen Planungen gemäss erhielten die Armeen folgende Aufgaben: Die 4. Gardearmee, (7 Schützendivisionen davon eine in zweiter Staffel) mit einer Feuerkraft von bis zu 100 Geschützen pro Kilometer (82-mm- und 120-mm-Mörser eingeschlossen), sollte die Front zwischen Werbowka und Balandino auf 10 Kilometer Breite angreifen. Diese Armee wurde auf der rechten Seite am Fluss Gniloi Taschlyk von der 52. Armee unterstützt. Die links anschliessende 53. Armee (10 Schützendivision, davon eine in zweiter Staffel) hatte an der Frontlinie Balandino bis Wasiliwka in einer Breite von 9 Kilometern zu durchbrechen und auf Tischkowka und Meschirowka vorzugehen. Die zum operativen Durchbruch bestimmte 5. Garde-Panzerarmee sollte im Abschnitt der 53. Armee noch vor Abend des ersten Angriffstages eingeführt werden und die Linie Schurawka, Listopadowo und Taschkowka bis zu 24 Kilometer Tiefe erreichen, danach bis zum Ende des zweiten Angrifftages auf 50 km weiter auf Wasilkowka, Skotorewo und Krymki vorstossen. Je nach Situation sollte diese Armee anschliessend die Angriffe gegen Swenigorodka oder auf Petrakowka fortführen. Im Norden führte die 52. Armee einen unterstützenden Angriff entlang der linken Angriffsflanke in Richtung auf Gorodischtsche.

Die bei der 1. Ukrainischen Front für den Hauptschlag bestimmte 6. Panzerarmee war erst ab 21. Januar aufgestellt worden. Sie bestand aus dem 5. Garde-Panzerkorps und dem 5. Mechanisierten Korps, es gab vorerst keine weiteren Kräfte zur Verstärkung. Der bisherige Kommandant des 5. Garde-Panzerkorps, Generalleutnant Andrei Krawtschenko, war zum Kommandeur der 6. Panzer-armee ernannt worden. Am 26. Januar umfasste diese Armee nur 91 Panzer und 16 Selbstfahrlafetten, während der Operation wurde zusätzlich das 47. Schützenkorps als Verstärkung zugeführt. Nachdem die 6. Panzerarmee in die deutsche Verteidigung eingedrungen war, sollte sie nach Swenigorodka vordringen und die Verbindung mit der 5. Garde-Panzerarmee herstellen. Inzwischen sollten Einheiten der 40. Armee (die 136. Schützendivision, ein Regiment der 167. Schützendivision und die 6. motorisierte Schützenbrigade) Angriffe in der Region Basow, Rizino und Jankow ausführen. Die Stossgruppe der 40. Armee (51. und 104. Schützenkorps) hatte den Auftrag, die deutsche Verteidigungsfront zwischen Tynowka- und Kosjakowka zu durchbrechen und die gesamte Operation von Süden her zu decken. Die Divisionen der 27. Armee sollten die gegnerischen Verteidigung zwischen Kosjakowka und Koshewatoje durchbrechen und die Offensive auf Korsun entwickeln. Die operativen Vorbereitungen sollen fortgesetzt werden, auch wenn an der Front bereits intensive Kämpfe einsetzen würden.

Beteiligte Sowjetische Streitkräfte
Die für die ersten Angriffe bestimmten Kräfte der 1. und 2. Ukrainische Front zählten zusammen 27 Schützendivisionen mit 255.000 Mann, dazu ein Mechanisiertes Korps und vier Panzerkorps mit fast 600 Panzer und Selbstfahrlafetten. Etwa 5.300 Geschütze und Granatwerfer sowie 1054 Flugzeuge wurden beim Doppelangriff eingesetzt. Am Höhepunkt der Kesselschlacht waren dann neben den Panzerarmeen etwa 45 Schützen- und 3 Kavallerie-Divisionen mit etwa 336.000 Soldaten eingesetzt.

Verlauf
Am 24. Januar griff die 2. Ukrainische Front mit der 4. Gardearmee und der 53. Armee aus dem Osten in Richtung auf Schpola an. Der Angriff war gut vorbereitet und kam für das deutsche Kommando überraschend. Nach einem kurzen starken Artillerieschlag folgte auf 16 km Front der Angriff der sowjetischen Infanterie-Bataillone. Zwischen Werbowka und Wasiliwka musste sich die deutsche 389. Infanterie-Division auf dahinter liegende Zwischenstellungen zurückziehen. Bis zum Ende des Tages war die deutsche Front in einer Tiefe von 2 bis 6 km eingedrückt.

Die Hauptkräfte der 4. Garde- und 53. Armee setzten am Morgen des 25. Januar ihre Offensive fort, am Nachmittag griff auch die 5. Garde-Panzerarmee unter General Rotmistrow ein, die im Bereich der 53. Armee zwischen Kochanowka nach Butyrki eingeführt wurde. Die Armee verfügte über 156 einsatzfähige Panzer und Selbstfahrlafetten. Dazu gehörten 49 Panzer im 18. Panzerkorps, 42 im 29. Panzerkorps und 51 beim 20. Panzerkorps. Das 20. und 29. Panzer-Korps bildeten das erste Treffen. Das 18. Panzerkorps, das hinter dem 29. Panzerkorps folgte, bildete die zweite Staffel und sollte beim Vormarsch die linke Flanke schützen. General I. G. Laszarew, der Kommandant des 20. Panzerkorps setzte die 8. Garde- und die 155. Panzerbrigade im vorderen Treffen ein und verstärkte den Angriff mit den mobilen Artillerieregimentern 1895 und 1834 sowie einer Batterie des Panzerabwehr-Artillerie-regiment 1505. Die 7. Garde-motorisierte Schützen-Brigade folgte in der zweiten Staffel. Der Korpskommandeur behielt die 80. Panzerbrigade und das 406. Garde-Mörserbataillon in Reserve. Das 20. Panzerkorps sollte am Ende des Tages Schurawka einnehmen und den Vormarsch auf Lebedin erzwingen. Das 29. Panzerkorps wurde bei Turia im Bereich des 75. Schützenkorps an der linken Flanke des 20. Panzerkorps eingeführt und sollte bis zum Ende des Tages in Richtung Lipjanka vorrücken. Nach intensiven Kämpfen waren die Truppen der 4. Gardearmee am Ende des Tages im östlichen Teil von Telepino und in Radwanowka eingedrungen, die Streitkräfte der 53. Armee hatten Pisarewka und Reimentirowka besetzt.

Am zweiten Angriffstag war die Tiefe des Einbruchs an der deutschen Front auf 22 Kilometer erweitert worden, Werbowka wurde durch sowjetische Truppen besetzt. Die 8. Garde-Panzerbrigade (Oberst W. F. Orlow), unterstützt von den selbstfahrenden Artillerieregimentern 1834 und 1895, drängte die deutsche Kräfte aus dem Raum östlichen von Kapitanowka hinaus. Gegen Mittag umfasste die 155. Panzerbrigade Tischkowka von Norden und näherte sich dem östlichen Stadtrand von Schurawka. Am Ende des zweiten Angriffstages hatten die Verbände des 20. und 29. Panzerkorps die Linie Kapitanowka-Tischkowka erreicht und den Einbruch am dritten Tag auf 32 Kilometer Tiefe erweitert.

Die Flugzeuge der 2. Luftwaffe (1. Ukrainische Front) und der 5. Luftarmee (2. Ukrainische Front) schützten die sowjetischen Angriffstruppen. Im Zeitraum Januar führten die Einheiten und Formationen dieser Luftarmeen 14.739 Einsätze durch, einschliesslich 5.140 Angriffs-, 3.386 Bomber- und 6.213 Kampfeinsätze. Die heftigsten Luftkämpfe ereigneten sich über dem Sektor der 2. Ukrainischen Front. Bis Ende Januar kam es hier zu 402 Luftkämpfen, bei denen 272 gegnerische Flugzeuge zerstört wurden.

Der entscheidende Kampf ab 26. Januar
Am folgenden Tag entwickelte sich die sowjetische Offensive erfolgreich in die Tiefe: Nach dem Durchbruch der 4. Garde- und 53. Armee entlang der Linie Schurawka und Nowo-Mirgorod wurde der Angriffskeil im Raum nordöstlich von Kapitanowka kon-zentriert, um schnell im feindlichen Hinterland vorzudringen. Die deutsche 57. Infanterie-Division (Generalmajor Trowitz), die eine Stellung an dem vom Fluss Tjasmyn (Irdyn) entwässerten Irdyner Sumpf hielt, wurde zur Unterstützung der angegriffenen 389. Infanterie-Division herangeführt. Diese war durch den sowjetischen Angriff aber bereits grossteils zerschlagen, deren Reste wurde von der bei Smela haltenden 72. Infanterie-Division (Oberst Hohn) aufgenommen.

Am Morgen des 26. Januar wurden deutsche Gegenangriffe in zwei Richtungen angesetzt, um die eingebrochenen feindlichen Panzerkorps abzufangen und die kritische Lage wieder zu bereinigen. Das deutsche XXXXVII. Panzerkorps griff mit drei Panzerdivisionen ebenfalls vom Süden her an, traf aber sofort auf starken Widerstand seitens der sowjetischen 5. Gardearmee. Auch im Westen, wo die 1. Ukrainische Front ihre Offensive eröffnete, gelang den sowjetischen Truppen bei Bojarka der Durchbruch.

Die Gegenangriffe der 3., 11. und 14. Panzerdivision (Oberst Unrein) wurden von Einheiten der SS-Division "Wiking" (SS-Gruppenführer Gille) aus den Wäldern westlich von Pastorskoje und durch Gegenstösse der 72. und 389. Infanterie-Division (Generalmajor Kurt Kruse) in Richtung auf Ositniaschka und Zlatopol sowie von Einheiten der 106. Infanterie-Division (Generalleutnant Werner Forst) in Richtung auf Ositniaschka unterstützt. Im Norden der sich bereits abzeichnenden Kesseloperation griffen Einheiten der 57. und 389. Infanterie-Division gegen den sowjetischen Einbruchskeil an. Die Kampfgruppe Langkeit der 14. Panzerdivision erhielt den Befehl, zum Gegenstoss auf Ositniaschka anzutreten. Während dieser Aktion griffen sowjetische Truppen südöstlich von Rossochowatka an und drohten die 14. Panzerdivision von der 3. Panzerdivision (Oberst Lang) abzuschneiden. Die Kampfgruppe Langkeit musste sofort wenden und versuchen, den verlorenen Kontakt mit der 3. Panzerdivision wiederherzustellen. Die abgeschnittene Kampfgruppe Brese der 14. Panzerdivision hielt Positionen auf den Hügeln westlich von Ositniaschka, war aber bereits von sowjetischen Truppen umgeben. Statt den sowjetischen Vormarsch aufhalten zu können, musste Oberst von Brese zusehen, wie der Grossteil der 5. Garde-Panzerarmee nach Tischkowka und Kapitanowka vorging.

Während die 14. Panzerdivision um ihre Positionen kämpfte, verblieb die 11. Panzerdivision als letzte deutsche Hoffnung, den sowjetischen Durchmarsch zu stoppen. Vor Beginn der sowjetischen Offensive war die 11. Panzerdivision (Generalleutnant von Wietersheim) aus dem Kampfraum abgezogen und südlicher in den Raum von Nowomirgorod verlegt worden, jetzt erfolgte eiligst die Rückkehr nach Nowo Archangelsk. Es schien wahrscheinlich, dass die 11. Panzerdivision am Morgen des 27. Januar weiter vorrücken konnte, ihr Erfolg blieb ihrer geringen Kampfkraft wegen zweifelhaft, obwohl sie das Sturmgeschützbataillon 905 als Verstärkung erhalten hatte. Letzteres kämpfte sich westlich von Pisarowka auf den Hügel 205,4 vor, während das Panzergrenadier-Regiment 111 im südlichen Ortsteil von Tischkowka eindrang. Es gelang nicht nur, Tischkowka und die östlichen Randgebiete von Kapitanowka zu nehmen, sondern auch die rückwärtigen Verbindungen der 5. Garde-Panzerarmee zu unterbrechen. General Rotmistrow hatte bereits die zweite Staffel seiner 5. Garde-Panzerarmee – das 18. Panzerkorps – in die Schlacht geworfen. Gleichzeitig erhielt das 29. Panzerkorps den Befehl, die Linie Wodjanoje-Lipjanka zu schützen. Die Erfolge der deutschen 11. Panzerdivision an der Südflanke der 5. Garde-Panzerarmee waren für Rotmistrow beunruhigend, verhinderten aber nicht den weiteren Vormarsch. Da Nachschubkräfte zur Verfügung standen, konnte das sowjetische 20. Panzerkorps die Offensive wieder aufnehmen, nachdem Schurawka am späten Nachmittag besetzt worden war. Mit zwei Panzerbrigaden ging es weiter im Tal nordwestlich von Schurawka, und um 23:00 Uhr drang die sowjetische Vorhut in die Vororte von Lebedin ein. Das 29. Panzerkorps, das auf einer Achse südlich des 20. Panzerkorps operierte, machte weniger Fortschritte, hatte aber Turija am Ende des Tages besetzt.

Die nachrückenden frischen Panzertruppen des sowjetischen 18. Panzerkorps (General W. I. Polozkow) konnten die feindlichen Gegenangriffe stoppen und die unterbrochene Kommunikationen wiederherstellen. In der Hauptangriffs-Richtung nach Swenigorod wurde die Offensive allein vom 20. Panzerkorps (Generalleutnant I. G. Laszarew) fortgeführt. Die 155. Panzerbrigade (Oberstleutnant I. I. Proschin) befreite zusammen mit der 8. Garde-Panzerbrigade (Oberst Orlow) am 27. Januar Schpola. Zusätzlich wurde auch das 5. Garde-Kavalleriekorps (General Seliwanow) in die Schlacht geworfen. Während die Offensive auf Marianowka und Olschana durchdrang, sollte das Kavalleriekorps im Hinterland die gegnerischen Verbindungen abschneiden und das Kommando desorganisieren. Am Ende des Tages hatte die 5. Garde-Panzerarmee folgende Punkte erreicht: Das 29. Panzerkorps (Generalmajor Kiritschenko) hatte die Front von Wodianoje, Lipjanka und Meschigorka erreicht; das 18. Panzerkorps hatte sich am Abschnitt Tischkowka und Pisarewka konzentriert, die Brigaden des 20. Panzerkorps festigten die Front zwischen Schpola, Lebedin und Kapitanowka.

Am 28. Januar erreichten die Schützeneinheiten, die sich rasch hinter den 20. Panzerkorps vorgeschoben hatte, die Linie Jekaterinowka – Pastorskoje – Schurawka – Tischkowka und Pisarewka. Gleichzeitig wurde mit dem Vormarsch der Panzerkorps nach Swenigorodka eine Aussenfront entlang der Linien Swenigorodka, Schpola und Turija geschaffen. Die deutsche 3. Panzer-division (Oberst Lang) und die 18. Artilleriedivision konnten die bereits verlorene Verbindung mit dem deutschen III. Panzerkorps wiederherstellen. Der sowjetische Frontkommandant ordnete dagegen eine Reihe von Umgruppierungen an, die darauf abzielten, die 4. Garde- und die 53. Armee zu verstärken. Um eine stabilere Aussenfront nach Süden zu schaffen, beschloss Konjew, drei Divisionen der 53. Armee (6. Garde-, 84. Garde- und 94. Garde-Division) zum 49. Schützenkorps zu kombinieren, das dem Kommandeur der 5. Garde-Panzerarmee unterstellt wurde. Der Kommandeur dieser Armee erhielt den Auftrag, einen feindlichen Durchbruch von Süden nach Norden zu verhindern und die Linie Swenigorodka, Jurkowka, Skotorewo und Wodianoje zu halten. Das 20. Panzerkorps organisierte eine feste Verteidigung im westlichen und südwestlichen Raum von Swenigorodka, es wurde angewiesen, sich zur Umgruppierung bereitzuhalten, um feindliche Gegenangriffe abzuwehren. Das 18. Panzerkorps sollte bei Krymki konzentriert werden und Gegenangriffe in Richtung Jurkowka, Skotorewo und Lipjanka starten. Das 29. Panzerkorps hatte zu verhindern, dass der Feind in Richtung Lebedin und Schpola vordrang. Am nächsten Tag nahmen das 20. Panzerkorps und die 233. Panzer-Brigade samt dem selbstfahrenden Artillerie-Regiment 1228 Swenigorodka ein.

Die neuen deutschen Gegenangriffe, die Schpola erreicht hatten, versuchten dort stehende sowjetische Panzerkräfte abzuschnei-den. Gemeinsam mit den nachkommenden Schützeneinheiten der 4. Garde- und der 53. Armee konnten die Truppen der 5. Garde-Panzerarmee alle deutschen Angriffe abschlagen. Während der Kämpfe wechselten die Ortschaften Kapitanowka, Tischkowka, Schurawka und Turija mehrmals den Besitzer. Mit zwei seiner Brigaden erreichte das 20. Panzerkorps am 28. Januar Swenigorodka, wo es mit der 233. Panzerbrigade und der 6. motorisierten Schützenbrigade des 5. Garde-Panzerkorps (von der 1. Ukrainischen Front) die Verbindung erreichte. Der Abstand zwischen den bei Swenigorodka stehenden Brigaden des sowjetischen 20. Panzerkorps und der sich in Schpola befindlichen 7. Garde-motorisierten Schützenbrigade betrug noch fast 30 Kilometer. Ein weiteres Intervall von 10–12 Kilometern bestand auch zwischen der 7. Panzer-Brigade und dem rechten Flügel des 29. Panzerkorps. Die Schützenverbände der 53. Armee und die 2. Staffel der 5. Garde-Panzerarmee folgten, das 18. Panzerkorps war noch entlang der Linie Kapitanowka und Tischkowka gebunden. Gleichzeitig hatte das 29. Garde-Panzerkorps die Linie Towmach, Lipjanka und Meschigorka besetzt, und das 18. Garde-Panzerkorps wehrte heftige gegnerische Panzerangriffe im Raum Zlatopol ab. So konnte am 28. Januar die Einkreisung der deutschen Gruppierung im Raum Korsun vollendet werden. Es verblieben aber noch einige Durchgänge, durch die deutsche Truppen aus der Einkreisung ausbrechen konnten. Um eine feste Kesselfront zu schaffen, mussten die Schützeneinheiten eine innere Front bilden. Die folgende operative Zusammenarbeit der 5. Garde-Panzerarmee mit dem linken Flügel der 27. Armee hatte das Ziel, die deutschen Kräfte im Korsuner Kessel daran zu hindern, nach Süden zurückzugehen.

Während des folgenden Tages (29. Januar) drangen die sowjetischen Panzertruppen an der feindlichen Front durch, die folgenden Schützendivisionen begannen rasch in Richtung Olschana nachzurücken. Nach der Eroberung von Swenigorodka entsandte das 20. Panzerkorps starke Vorposten nach Olschana und zerschlug im feindlichen Hinterland zusammen mit dem 1. motorisierten Garde-Regiment und Einheiten des 5. Garde-Kavallerie-Korps gegnerische Verbindungen. Die Schützendivisionen, die jetzt operativ dem Kommandeur der 5. Garde-Panzerarmee unterstellt waren, rückten von Schpola und Jurkowka weiter auf Swenigorodka vor. So erreichte die 84. Schützendivision am 31. Januar Schpola und nahm eine Verteidigungslinie entlang Iskrennoje und Wasilkowo (2 km südwestlich von Schpola) ein. Um hier eine zuverlässige Verteidigung zu schaffen, wurde neben dem 49. Schützenkorps auch die 5. Pionier-Brigade aus der Reserve der 5. Garde-Panzerarmee eingesetzt. Die Operationen dieser Streitkräfte wurden aus der Luft durch das 1. Jagdflieger-Korps unterstützt.

Angriff der 1. Ukrainischen Front am 26. Januar
Am Morgen des 26. Januar gingen von Westen her auch die Stossgruppe der 1. Ukrainischen Front in die Offensive über. Etwa 16 Schützen-Divisionen und 3 Panzerkorps mit 2736 Geschützen und Granatwerfern sowie 307 Panzer und Selbstfahrlafetten wurden eingesetzt. Nach einem 35-minütigen Artillerieschlag erfolgte der Angriff der 40. Armee, am linken Flügel der 27. Armee ging die 6. Panzerarmee (mit 160 Panzern und 50 Selbstfahrlafetten in erster Staffel) in südwestlicher Richtung auf Swenigorodka vor. Der auf 27 Kilometer zwischen Tinowka und Koshewatoje konzentrierte Angriff traf den Abschnitt des deutschen VII. Armeekorps (General der Artillerie Hell). In der ersten Staffel wurde das 5. mechanisierte Korps (Generalmajor Wolkow) und im zweiten Treffen das 5. Garde-Panzerkorps auf 4,5 km Breite angesetzt. Das 5. mechanisierte Korps konnte südlich von Tinowka zusammen mit dem 104. Schützenkorps in Richtung Schubennj Staw vordringen, die sowjetischen Panzer drangen bei der deutschen 34. Infanterie-Division (Generalmajor Hochbaum) ein. Die Truppen der 6. Panzerarmee erlitten erhebliche Verluste und mussten zeitweilig zur Verteidigung übergehen. Die deutschen Truppen widersetzten sich auch erfolgreich gegenüber der sowjetischen 40. Armee. Auch die im Norden angesetzte 27. Armee erreichte mit der 180. und 337. Schützen-Division keine schnellen Erfolge.

Das deutsche III. Panzerkorps (General Breith) führte aus dem Raum westlich von Winniza sofort einen Gegenangriff durch. Teile der 16. und 17. Panzerdivision (Generalmajore Back und von der Meden) führten in Richtung Ochmatow erfolgreiche Gegenstösse gegen die rechte Flanke der sowjetischen 40. Armee. Im Verband dieser Armee (50., 51. und 104. Schützenkorps) kämpfte auch die 1. Tschechoslowakische Brigade, die aus dem Raum Belaja Zerkow hierher verlegt worden war. Die Stawka setzte zusätzlich das 11. Garde-Panzerkorps (aus dem Bestand der 1. Panzerarmee) ein, um die angreifenden Truppen zu verstärken, in operativer Ordnung wurde das Korps im Bereich der 40. Armee eingesetzt. Auch die Offensive der rechtsstehenden Formationen der 27. Armee (337. und 180. Schützendivision) und entwickelte sich erfolgreich. Im Bereich Monastyryschtsche erfolgte der Vormarsch des 11. Garde-Mechanisierte Brigade (55. und 64. Garde-Panzerbrigade). Das 874. Panzerabwehr- und das 978. Flugabwehrartillerie-Regiment wurde hierher gesandt, um den Kampf zu unterstützen.

Obwohl langsam, entwickelte sich die Offensive dann erfolgreicher. Das neu eingesetzte 11. Garde-Panzerkorps (General Getman) führte einen Flankenstoss, der die Linie Tsibulija – Iwachno erreichte und dort zusammen mit der 340. Schützendivision der 40. Armee in Defensive überging. Die Situation bei der bei Baranje-Pole angegriffenen deutschen 88. Infanterie-Division (General-leutnant von Rittberg), die zum XXXXII. Korps gehörte, wurde am bedrohlichsten. Die Verbindung zwischen der 88. und der 198. Infanterie-Divisionen, und damit auch zwischen dem XXXXII. und VII. Armeekorps wurde unterbrochen. Nachdem die vordere sowjetische Stossgruppe den Widerstand der deutschen 34., 82. und 198. Infanterie-Division überwunden hatte, versuchten sie ihren Angriff tiefer zu entwickeln. Die 88. Infanterie-Division wurde nach Osten auf Boguslaw zurückgeworfen, Medwyn und Bojarka fielen in sowjetische Hände. Auch die beiderseits des Gniloi Tikisch eingesetzte 198. Infanterie-Division (Generalmajor Ludwig Müller) wurde geschlagen und zusammen mit dem VII. Armeekorps (34. Division) nach Südwesten abgedrängt.

Am 27. Januar wurde die sowjetische 6. Panzerarmee durch das 47. Schützenkorps (167., 359. Schützen-Division) unter Generalmajor I. S. Schmigow verstärkt. Die Abwehrstellung der deutschen 198. Infanterie-Division wurde beim Dorf Winograd von Süden und Norden umgangen. Die Schützendivisionen der sowjetischen 27. Armee konnten den Vormarsch beschleunigen, nachdem das 5. mechanisierte Korps unter Generalmajor Wolkow auf Swenigorodka angesetzt wurde. Die selbstständig operierende Panzergruppe unter Generalmajor M. I. Saweljew mit der 233. Panzer-Brigade und dem selbstfahrende Artillerie-Regiment 1228 (39 Panzer, 16 Selbstfahrlafetten und 200 Kraftfahrzeuge) wurde an die Angriffsspitze gesetzt. Einheiten des 47. Schützenkorps der 40. Armee, der 6. Panzerarmee und der 27. Armee rangen noch am 28. Januar hartnäckig an der Frontlinie von Tscherwona über Winograd, Bojarka und Medwyn bis Boguslaw. Einheiten der 136. Schützendivision, ein Regiment der 167. Schützendivision und Einheiten der 6. motorisierten Schützenbrigade kämpften an der Kesselfront bei Tichanowka und Dubrowka.

Am Morgen des 28. Januar erfolgte die Vereinigung der sowjetischen Angriffsspitzen: Die Spitze der 6. Panzerarmee drang energisch aus der Region von Bojarka und Lysjanka nach Swenigorodka vor. Die 233. Panzerbrigade des 5. mechanisierte Korps (Generalmajor Wolkow) traf nördlich von Swenigorodka auf Einheiten des 20. Panzerkorps (Generalleutnant Laszarew) der 5. Garde-Panzerarmee. Auf dem Weg befreite diese Brigade zusammen mit Einheiten der 6. motorisierten Schützen-Brigade eigene umkreiste Einheiten. Die Ankunft der 233. Panzerbrigade bei Swenigorodka und der Druck des 47. Schützenkorps zwang den Feind zum Rückzug, weitere Einheiten des 20. Panzerkorps brachen durch. Am Abend des 28. Januar hatte die 6. Panzerarmee verstärkt durch Einheiten des 47. Schützenkorps die Linie Winograd, Chizhowka, Ryschanowka, Popowka und Olchowetz mit Front nach Südwesten besetzt. Zur gleichen Zeit hatte die 27. Armee die Linie Medwyn, Jatsuki, Boguslaw und Koshewatoje erreicht. Es gelang, etwa sechs deutsche Divisionen in einen Kessel westlich von Tscherkassy im Raum um Korsun und Boguslaw einzuschliessen. Nach sowjetischen Angaben befanden sich 80.000 Soldaten im Kessel, nach deutschen Angaben waren es 56.000 Mann.

Am 30. Januar erreichten die sowjetischen Truppen die Linie Topilno – Tereschki. Am 31. Januar wurde Burty und Olschana besetzt, wo ebenfalls eine Verbindung mit den Streitkräften der 1. Ukrainischen Front herstellt wurde. Die Streitkräfte der 4. Gardearmee und der linken Flügel der 53. Armee starteten ihre Offensive gegen die deutschen Truppen im Kessel gleichzeitig. Ihre Offensive entwickelte sich ebenfalls erfolgreich. Am 31. Januar war die feindliche Gruppierung nordöstlich von Swenigorodka durch Truppen der 2. Ukrainischen Front, welche den Gniloj Taschljk erreicht hatten, halb eingekreist worden. Das 5. Garde-Kavallerie-Korps spielte bei den Kesselkämpfen eine wichtige Rolle.

Die Truppen der 6. Panzerarmee hatten Ende Januar im Süden des Kessels eine neue Aussenfront geschaffen. Die Truppen der 27. Armee hatten den Kessel von Westen her umzingelt und näherten sich Korsun. Gleichzeitig verstärkten die 27. Armee, die 4. Gardearmee und das 5. Garde-Kavalleriekorps kontinuierlich die Einkreisung. Die deutschen Gegenangriffe aus dem Raum Uman wurden jetzt gegen die Truppen der 1. Ukrainischen Front nach Nordosten angesetzt. Die Angriffe richteten sich gegen die Basis des sowjetischen Durchbruches bei Tsherwona und Rubannji Most, wurden aber erfolgreich durch Einheiten des 104. Schützenkorps der 40. Armee und vom 47. Schützenkorps abgeschlagen.

Als Folge der anhaltenden Kämpfe besetzte die Stossgruppe der 1. Ukrainischen Front am 30. Januar folgende Positionen: Das 5. Mechanisierte Korps war im Raum um Winograd konzentriert; die 233. Panzer-Brigade operierte nördlich Pawlowka. Die Masse des 5. Garde-Panzerkorps war im Raum Wodjaniki an der Linie Ryschanowka, Popowka und Olchowetz zusammengefasst. Nach Überwindung des deutschen Widerstandes kämpfte sich das 47. Schützenkorps bei Rubannji Most und Pawlowka weiter nach Süden vor. Eines der Bataillone der 167. Schützendivision und Einheiten des 20. Garde-Panzerkorps verteidigten sich im Raum Swenigorodka, während die Truppen der 27. Armee fortwährend feindliche Gegenangriffe gegen ihre rechte Flanke abwehrte. Zu dieser Zeit stand die 27. Armee an der Linie Medwyn, Jatsuki, Boguslaw und Koschewatoje. Die 6. Panzerarmee hatte die Aufgabe, das Eindringen des Gegners aus dem Südwesten von Rusalowka und Pawlowka her in Richtung Lysjanka zu verhindern. Die Armee sollte den Sektor Schubenj Chischowka und Ryschanowka schützen. Nach der Überwindung des hartnäckigen deutschen Widerstandes kämpfte sich das 47. Schützenkorps über Rubannji Most, Rizino und Pawlowka nach Süden vor. Die 27. Armee wurde im Nordosten angewiesen, die Linie Kwitki, Taraschcha, Schanderowka und Deschki unbedingt zu halten, weil der Feind dadurch gehindert wurde, nach Westen und Südwesten in Richtung Lysjanka vorzugehen.

Bereits am 31. Januar bestimmte der Befehl der 1. Ukrainischen Front, mit neuen Angriffen aus dem Südwesten von Rusalowka, Rubannyi Most und Pawlowka und von Nordosten aus der Linie Steblew, Schanderowka und Tarashcha gegen Lysjanka vorzugehen. Gleichzeitig führten die deutschen Truppen eine Reihe von Gegenangriffen gegen beide angegebenen Achsen. Die sowjetische Einheiten wehrten alle deutsche Versuche ab, von Südwesten nach Lysjanka vorzudringen und sich dort mit seinen eingekesselten Kräften zu verbinden. Gleichzeitig drängten die Streitkräfte der 27. Armee weiterhin gegen den inneren Ring des Kessels vor.

Während der Operationen wurden die vorderen Truppen der 2. Ukrainischen Front laufend verstärkt: Von der 57. Armee: 49. Schützenkorps (ab 29. Januar), die 80. Garde-Schützendivision (ab 29. Januar), die 27. Artilleriebrigade (am 30. Januar) und das 27. Separate Flammenwerferbataillon und die 176. Flammenwerfer-Kompanie (am 30. Januar) von der 7. Gardearmee: die 27. Panzer-brigade (ab 4. Februar), die 78. Garde-Schützendivision (ab 25. Januar), die 94. Garde-Schützendivision (ab 25. Januar), die 5. Pionier-Brigade (am 25. Januar) die 303. Schützendivision (am 31. Januar), die 11. Artillerie-Brigade (ab 31. Januar), die 41. Garde-Schützendivision (ab 5. Februar) und das Hauptquartier des 33. Schützenkorps (am 7. Februar) von der 5. Gardearmee: die 116. Schützendivision (am 13. Februar), die 34. Panzerabwehr- Brigade (am 4. Februar), die 110. Garde-Schützendivision (am 1. Februar), die 84. Schützendivision (am 29. Januar), die 6. Garde-Schützendivision (am 31. Januar), die 49. Leichte Artilleriebrigade (am 1. Februar) und das 44. Panzerabwehr-Artillerieregiment (am 1. Februar).

Auch die Kräfte der 1. Ukrainischen Front wurden verstärkt: Vom Westen her begann ab 6. Februar zusätzlich der Einsatz der 2. Panzerarmee (General Bogdanow).

Vom 1. bis zum 3. Februar folgten wiederholte Gegenstösse des XXXXVII. Panzerkorps, wobei Teile der 11., 14. und 3. Panzerdivision eingesetzt wurden, die von Zlatopol transferiert worden waren. Ihr Versuch, die Verteidigungsfront der 5. Garde-Panzerarmee nordwestlich von Mokraja Kaligorka in Richtung Iskrenoje einzurennen, scheiterte. Alle deutschen Angriffe wurden zurückgeschlagen. Am 3. Februar hatten die Streitkräfte der 52. Armee die Linie Sofijewka, Baibuzy und Burty gesichert, bis zum Abend hatten die Truppen der 53. Armee die Linie von Lipjanka und Wasiliwka erreicht.

Allgemeine Frontlage Anfang Februar

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051_13/Deutsche Schützenpanzer und Panzer beim Entsatzangriff

Die Streitkräfte der 1. und 2. Ukrainischen Front hatten die Einkreisung um das deutsche XI. und XXXXII. Armeekorps im Raum Korsun gefestigt. Etwa 27 Schützendivisionen mit etwa 336.700 Soldaten standen jetzt zusammen mit der 2. Ukrainischen Front im Angriff, dazu ein Mechanisiertes Korps und vier Panzerkorps mit 513 Panzer, 5.300 Geschütze und Granatwerfer sowie 772 Flugzeuge. Den Abschnitt von Tinowki bis Swenigorodka hielten Truppen der 1. Ukrainischen Front: des 104. Schützenkorps (58., 133., 136. Schützen-Division) und das 47. Schützenkorps (167. und 359. Schützendivision) der 40. Armee sowie im Bereich der 6. Panzerarmee: das 5. Garde-Panzerkorps und das 5. mechanisierte Korps. Anfang Februar versuchten die deutschen Truppen auch gegenüber der neuen Front zur 2. Ukrainischen Front im Raum Nowo-Mirgorod und Tolmasch einen Korridor zu den einge-schlossenen Truppen zu schlagen. Von Swenigorodka nach Osten führte die 2. Ukrainische Front: im Bereich der 5. Garde-Panzerarmee stand zusätzlich das 49. Schützenkorps (6. und 94. Garde-, 84. und 375. Schützen Division) sowie im Anschluss die 53. Armee (1 Garde-Luftlande-, 6., 14. Garde-, 25., 66., 78., 80., 89., 138., 213. und 214. Schützen-Division). Die äussere Einkreisungsfront erstreckte sich von Ochmatow über Schubennyi, Chizhowka, Ryzhanowka und Popowka bis Olchowetz, wo sich die Einheiten der 6. Panzerarmee mit den Einheiten der 5. Garde-Panzerarmee vereinigten. Truppen der 52. Armee hielten neue Stellungen von Sofijewka bis Burty. Die Frontlinie des inneren Einkreisungsringes bei der 4. Gardearmee und der 27. Armee verlief über Schanderowka, Deschki und südlich von Mironowka in Richtung Berezowa und Sofijewka. Das 5. Garde-Kavallerie-Korps kämpfte als Reserve in zweiter Staffel bei Olschana. Das 104. Schützenkorps der 40. Armee und die 6. Panzerarmee verteidigte die Aussenfront von Ochmatow bis Olchowetz. Weiter östlich verteidigten die Einheiten der 5. Garde-Panzerarmee von Swenigorodka bis Lipjanka, die 53. Armee verlängerte weiter bis Wasiliwka.

Die deutschen Truppen unternahmen verzweifelte Versuche, die Einkreisung aufzubrechen. Im Kessel standen etwa 6 Infanterie-, 1 Panzerdivision und 1 Panzergrenadier-Brigade (88., 82., 72. und 57. Infanterie-Division), die 5. SS-Panzer-Division "Wiking" und die SS-Panzergrenadier-Brigade "Wallonien". Hinzu kamen Teile der 198. und 389. Infanterie-Division, sowie das Panzergrenadier-Regiment 108 der 14. Panzerdivision und das Artillerieregiment 108. Einheiten der Korpsabteilung B, die 112. Infanterie- und die 213. Sicherungs-Division verteidigten die nördliche und nordwestliche Kesselfront.

Im Süden des Kessel war eine neue Aussenfront der 1. Panzerarmee und 8. Armee entstanden, darunter die 3., 17., 11. und 13. Panzerdivision, die 34., 198., 167., 320. und 376. Infanterie-Division sowie 4 Sturmgeschütz-Brigaden. Zusammen etwa 90 Panzer und 750 Sturmgeschütze. Zwischen dem 4. und 10. Februar wurden auch die 1. und 16. Panzerdivision, die 1. SS-Panzerdivision, die 106. Infanterie-Division sowie 4 Panzerbataillone und 3 Sturmgeschütz-Brigaden herangeführt. Vom Brückenkopf Nikopol war im Abschnitt des XXXXVII. Panzerkorps (General Vormann) erste Teile der 24. Panzerdivision am Gorni Taschlyk und bei Nowo Ukrainka eingetroffen. Hitler hatte zugesagt die ganze 24. Panzerdivision unter Generalleutnant von Edelsheim einzusetzen, die aber nicht vollständig aus dem Raum Nikopol herangeführt werden konnte, weil eine Schwächung der dortigen Kräfte nicht möglich war.

Im Süden und Südosten des Kessels verlief die neue Front beim XXXXVII. Panzerkorps entlang der grossen Waldgebiete nach Guta Mischiritskaja, entlang des Westufers der Flüsse Ross und über Bolschoi Staroselje nach Orlowetz. Das südliche Ufer des Ross-Flusses mit seinem sumpfigen Bett war für die Verteidigung gut geeignet. Worobjewka, Buda-Worobjewskaja und Tagancha wurden als starke Punkte in der Tiefe der Verteidigung vorbereitet. Die Anwesenheit sumpfiger Waldgebiete an den Flüssen Olschanka und Fossa trug zu einer starken Verteidigung bei, insbesondere des Panzerabwehrsystems. Der dortige Verteidigungsgürtel verlief am südlichen Ufer des Ross, am nordwestlichen Ortsrand von Popowka und am östlichen Ortsrand von Berkozowka und Pjatikhatki. Der Wald südlich und südöstlich von Potashnia wurde zum Zentrum des Widerstands ausgebaut und mit einer grossen Anzahl von Holzbarrieren und Minenfeldern verstärkt.

Entsatzangriffe ab 4. Februar
In der Morgendämmerung des 4. Februar startete eine neue Gegenoffensive der Wehrmacht: das III. Panzerkorps (General Hermann Breith) sollte in Richtung Medwyn mit vier Panzerdivisionen und das XXXXVII. Panzerkorps (General Nikolaus von Vormann) vom Süden her mit gleicher Stärke angreifen und versuchen, sich mit der eingeschlossenen Nordgruppe zu verbinden. Das III. Panzerkorps griff über Bojarka mit 80 Panzer der 16. und 17. Panzerdivision, verstärkt durch die schwere Panzer-Abteilung Bäke (ein kombinierter Panzerverband mit Panzer Tiger I und Panther V unter Oberstleutnant Franz Bäke) auf Pawlowka und Krasilowka an, während die 1. Panzerdivision (Generalmajor Richard Koll) abermalig in Richtung Lysjanka ansetzte. Das sowjetische 11. Garde-Panzerkorps (General Andrei Getman) beteiligte sich an der Abwehr und wurde der im Angriffsfeld stehenden 40. Armee unterstellt. Der Auftrag des rechten Flügels der 2. Ukrainischen Front bestand noch immer darin, die Front der eingekreiste feindliche Gruppierung durch gemeinsame Operationen mit den Kräften des linken Flügels der 1. Ukrainischen Front einzuengen. Die 3. und 13. Panzerdivision (Generalmajor Mikosch) traten gleichzeitig aus Linie Konstantinowka-Roskoschewka und die 11. und 14. Panzerdivision (Gruppe Oberst Grässel) zwischen Skotorewo-Kawunowka mit etwa 130 Panzern in Richtung Schpola und Lebedin an. Nach intensiven Kämpfen gelang es den deutschen Truppen, die Orte Tynowka, Pawlowka, Wotjlewka und Tatjanowka zu erobern, der weitere Vorstoss wurde von der sowjetischen Abwehr an der Linie Tolmasch, Wodianoje und Lipjanka gestoppt. Das XXXXVII. Panzerkorps konnte keine weiteren Erfolge erzielen und wurde dann noch 30 Kilometer vor der Kesselfront, durch die sowjetische 5. Garde- und 53. Armee gestoppt.

Das Kommando der 1. Ukrainische Front ordnete Gegenmassnahmen an: Die 40. Armee sollte durch einen Gegenschlag bei Goisika und dem Olschanka-Abschnitt in die feindliche Front eindringen und auch nach Südosten die Linie Kuty, Antonowka und Krachkowka angreifen. Die neu eingeführte 6. Panzerarmee sollte durch einen konzentrierten Angriff an der Linie Ryschanowka und Popowka die deutschen Einheiten in südöstliche Richtung zurückdrängen und die angestrebte Linie von Krachkowka, Poluschinzy, Pashchewoje und Sokolowotschka erreichen. Nach Abschluss der Konzentration erhielt die neu eingeführte sowjetische 2. Panzerarmee die Aufgabe, einen Gegenschlag in Richtung Tscherwona, Tynowka und Wotjlewka anzusetzen. Um die Front zwischen Schurawka, Lebedin und Schpola zu befestigen, verstärkte das Frontkommando der 2. Ukrainische Front diesen Abschnitt Gebiet durch Infanterie, Panzer und Artillerie aus dem Verband der südlicher stehenden 7. Gardearmee.

Am 5. Februar startete General Vormann einen weiteren Panzerangriff mit bis zu 90 Panzern aus der Linie Skotorewo und Wodianoje in Richtung Lebedin. Gleichzeitig mit den Panzerangriffen gegen Schpola und Lebedin bildete das deutsche Kommando eine Panzerabteilung unter Oberst von Haack, die südwestlich von Swenigorodka versuchte, sich aus der Linie Rusalowka, Buki und Rizino in Richtung Lysjanka mit der eingekreisten Gruppierung zu verbinden. Um die eingekesselten deutschen Kräfte zu schwächen, wurde der Befehlshaber der sowjetischen 52. Armee beauftragt, zusammen mit der 206. Schützendivision der 27. Armee einen energischen Angriff über die Linie Bolschoi Staroselje in Richtung Waljaw zu führen. Dadurch sollte die deutsche Gorodischsche-Gruppe von der Korsuner Gruppierung getrennt werden. Während der Offensive trafen die Einheiten der linken Flanke der 40. Armee und die Einheiten der 6. Panzerarmee auf hartnäckigen deutschen Widerstand und andauernde Panzerangriffe. Um die deutsche Panzerabteilung, die auf Kutschkowka und Kosiakowka vorgedrungen war, zu liquidieren, befahl der Frontkommandeur der 2. Panzerarmee den sofortigen Gegenangriff. In den folgenden Kämpfen umschlossen die sowjetischen Truppen die Panzerkeile des III. Panzerkorps, die am 4. Februar mit bis zu 40 Panzern bei Tatjanowka und Wotjlewka eingedrungen waren.

Am Morgen des 6. Februar griff das III. Panzerkorps wiederholt gegen die 6. Panzerarmee an, infolge der Kämpfe gelang es ihnen, in den westlichen Dorfrand von Wotjlewka einzudringen und den westlichen Teil von Winograd zu besetzen. Die deutschen Truppen erreichten die Linie Kosiakowka, Antonowka und Kutschkowka. In der Nacht gruppierten sich die sowjetische 6. Panzerarmee neu, um verlorene Positionen durch gemeinsames Vorgehen mit der 2. Panzerarmee zurückzugewinnen. Während des gesamten 7. Februar bekämpfte die 6. Panzerarmee starke gegnerische Panzerangriffe. Bis zum Abend drängten die Einheiten der 2. Panzerarmee die feindlichen Panzer wieder aus Antonowka hinaus, nach intensiven Kampf trieben diese Truppen den Gegner auch vor Kosiakowka und Kutschkowka zurück, beide Orte blieben zunächst in deutschen Händen.

Am 8. Februar hatte das sowjetische Frontkommando den eingeschlossenen Streitkräften unter General von Stemmermann im Kessel ein Ultimatum gestellt, das abgelehnt wurde. Während des ganzen 9. Februar konzentrierte die deutsche 1. Panzerdivision im Raum Buki und bereitete den nächsten Durchbruch auf Lysjanka vor. Unter Einsatz der 16. Panzerdivision und der 1. SS-Panzerdivision griff man am 8. Februar gleichzeitig aus Pawlowka (Nordteil) und Kutschkowka an und eroberte abermals Wotjlewka und Tatjanowka. Das III. Panzerkorps erreichte den Gniloy-Tikitsch auf ganzer Breite, die noch fehlenden 30 Kilometer zum Kessel konnten nicht überwunden werden. Die sowjetische 27. Armee wehrten alle deutschen Angriffe ab, die zwischen Steblew- und Tarashcha in Richtung Schanderowka und Lysjanka geführt wurden.

Am Morgen des 10. Februars gingen die Streitkräfte des rechten Flügels der 2. Ukrainischen Front, die mit Einheiten der 1. Ukrainischen Front kooperierten, zu einer entscheidenden Offensive über, die den Kessel spalten sollte. Die 202. Schützen-Division der neu eingesetzten 47. Armee verstärkte derweil die östliche Kesselfront bei Stawischsche, die 340. Schützendivision von der rechten Flanke der 40. Armee wurde nach Teterewka- und Kowalewka vorgeführt. Die Zufahrten nach Welikaja Bereznjaka und Krutja Gory wurden dabei von einer Artilleriebrigade abgeschirmt. Die Einheiten kamen unter schwierigen Bedingungen voran und besetzten eine Anzahl wichtiger Punkte. Bei der Durchführung der Aufgabe unterstützte die 5. Garde-Panzerarmee mit dem 29. Panzerkorps bei Losowatka, das 18. Panzerkorps bei Michailowka und dem 20. Panzerkorps mit Front nach Südosten im Raum Swenigorodka.

Auch am 11. Februar wurden im gesamten Sektor der 2. und 6. Panzerarmee heftige Kämpfe ausgetragen, die jedoch nur zu unbedeutenden taktischen Erfolgen führten. Mehrere Divisionen des III. Panzerkorps versuchten, über Lysjanka zur südlichen Kesselfront durchzubrechen. Wie von der sowjetischen Führung erwartet, startete der Feind am Morgen eine Offensive aus der Linie Roskoschewka und Rizino in Richtung auf Lysjanka mit der 1. und 17. Panzerdivision sowie der 1. SS-Panzerdivision, im Raum Wotjlewka gedeckt durch die 16. Panzerdivision. Auf Hitlers Befehl sollte nur eine Verbindung zum Korps Stemmermann hergestellt werden, während der Kessel weiterhin vollständig zu halten war. Nach Nordwesten angreifend wurde Kichinzy erreicht, andere Einheiten, die von Südosten vorrückten, standen im Raum vier Kilometer südöstlich von Korsun. Bei der 8. Armee bewährte sich die Kampfgruppe Haack angesichts der bereits geschwächten Kampfkraft der vier regulären Panzerdivisionen des XXXXVII. Panzerkorps ausserordentlich. Es gelang dieser Gruppe, trotz starken Widerstandes einen Brückenkopfes bei Jerki zu bilden und einen erfolgreichen Vorstoss auf das Höhengelände südöstlich von Swenigorodka zu führen, dabei wurden erhebliche feindliche Panzerkräfte gebunden. Zudem wurde die vom Osten drohende Flankenwirkung auf den Durchbruchskeil des III. Panzerkorps beseitigt. Nachdem der bisherige Sektor an Schützeneinheiten übergeben worden war, übernahm die 2. Panzerarmee die Linie Domukowka, Chesnowka und Pisarewka mit der Mission, den Feind daran zu hindern, weiter nach Nordosten vorzugehen. Zur gleichen Zeit bekam die 206. Schützendivision der 27. Armee östlich von Pisarewka die Aufgabe, einen deutschen Durchbruch bei Chilki nach Südwesten zu verhindern. Der deutsche Angriff wurde von zwei Gruppen geführt: eine Gruppe mit etwa 110 Panzern aus der Linie Tarasowka und Rubannyi Most in Richtung auf Slepok, um Bosowka von Süden und Frankowka zu umfassen; die andere Gruppe mit 90 Panzern aus der Region Rizino in Richtung Chizowka und Schabinka.

Um einen deutschen Durchbruch an der sowjetischen Verbindungsstelle zu vermeiden, unternahm die 2. Ukrainische Front Massnahmen zur Verstärkung der bedrohten Linie zwischen Mortzy und Maidanowka, zu denen Einheiten der 5. Garde-Luftlandedivision und der 62. Schützendivision entsandt wurden. Die 2. Panzerarmee sollte zusammen mit dem 104. Schützenkorps der 40. Armee versuchten, den südlichen Kesselring zu sprengen. Der bereits für 8. Februar vorgesehene sowjetische Angriff konnte witterungsbedingt erst am 11. Februar beginnen. Der 1. Panzerarmee gelang es am 11. Februar, drei Brückenköpfe über den Gniloi Tikitsch zu gewinnen. Am Ende des Tages wurden die Dörfer Frankowka und Buschanka erreicht, das verschlammte Gelände östlich des Gniloi Tikitsch liess für die geschwächten Kräfte des III. Panzerkorps keine weiteren Erfolge mehr zu. Am Nachmittag des 11. Februar griff die deutsche 11. und 13. Panzerdivision von Erki nordwärts und setzte von Steblew gleichzeitig von Südwesten und Nordosten die Angriffe gegen Lysjanka fort.

Am Morgen des 12. Februar erneuerte die 1. Panzerdivision (General Koll) ihre Angriffe, bis zum Tagesende war es gelungen, aus dem Südwesten nach Lysjanka heranzukommen. Gleichzeitig wurde aus dem Kessel heraus der Abschnitt an der rechten Flanke der sowjetischen 27. Armee bei Steblew und Taraschcha angegriffen. Am Ende des Tages war es gelungen, die sowjetischen Einheiten zurückzudrängen und Chilki und Nowo-Buda zu besetzen. Das Aufbrechen des Kesselringes gelang aber nicht und musste jetzt notwendig von innen her erfolgen.

Sowjetische Reaktion
Armeegeneral Konjew forderte von den Truppen der 27. Armee, ihre Positionen standhaft zu halten, die 4. Garde-Armee sollte aber von Süden nach Norden angreifen, um den Gegner in die Flanke zu stossen. An der Aussenfront des Kessels wurde weitere manövrierfähige Kräfte bereitgestellt, um als Reserve gegen die bei Lisjanka vorrückenden feindlichen Panzergruppen zu dienen. Die gesamte 5. Garde-Panzerarmee hatte die 4. Garde-Armee gegenüber dem eingekreisten Feind zu unterstützen. Um die Positionen der 27. Armee zu stärken, marschierte das 18. Garde-Panzerkorps nach Dschurschenzy ab. Dieser Armee wurde befohlen, die deutschen Angriffe auf Steblew und Schanderowka abzuwehren. Die Truppen der 53. Armee Truppen hatten eine starre Panzerabwehr an der Aussenfront zu bilden, die neu herangeführten Einheiten der 57. Armee hatten die südlicher gelegene Abwehrfront der 5. und 7. Gardearmee zu verstärken.

Am 12. Februar wurde der linke Flügel der sowjetischen 27. Armee, bestehend aus den 180., 337. und 202. Schützendivision und der bodenständigen 54. und 159. Brigade, verstärkt, um bei Steblew anzugreifen. Um die interne Einkreisung bei Schanderowka zu verstärken, wo ebenfalls Truppen der 27. Armee eingesetzt waren, ordnete Armeegeneral Konjew den Einsatz des 5. Garde-Kavallerie-Korps nach Westen an. Für die Besetzung der Verteidigung entlang des Flusses Gniloi Tikitsch wurde an der Linie Oktjabr, Lysjanka, Maidanowka, Swenigorodka Truppen der 4. Garde-Armee herangeführt, die es möglich machten, die feindlichen Panzer im Bereich zwischen Rubanow und Rizino festzuhalten. Das sowjetische 5. Garde-Kavallerie-Korps, das seit dem 3. Februar an der Linie Waljawa, Werbowka, Gorodischtsche und Wjazowok kämpfte, erhielt den Auftrag, die Region Nowo-Buda und Komarowka zu erreichen und zusammen mit dem 29. Panzerkorps den Feind von diesen Punkten aus zu vertreiben und einen feindlichen Durchbruch in Richtung Südwesten zu verhindern.

Am 14. Februar befreiten die 52. Armee mit der 294. Schützendivision und Teilen der 206. Schützendivision des 73. Schützenkorps die Kleinstadt Korsun-Schewchenkowski, damit ging den Deutschen der über Uman versorgte Flugplatz im Kessel verloren. Die deutschen Angriffe in der Region Swenigorodka wurden bereits erheblich geschwächt geführt. Deshalb wurden in der Nacht des 14. Februar das 18. und 20. Panzerkorps von Kräften des 49. Schützenkorps abgelöst und nur unbewegliche Panzer zurückgelassen. Das 18. Panzerkorps erreichte mit noch 30 einsatzbereiten Panzern Dschurschenzy und baute am 14. Februar Verteidigungsanlagen nach Süden und Südwesten auf. Das 29. Panzerkorps erreichte die Region Komarowka. Das 20. Panzerkorps, das die 8. Garde und 155. Panzerbrigade vorne einsetzte, führte am nördlichen und nordwestlichen Stadtrand von Lysjanka schwere Abwehrkämpfe gegen die deutsche 1. Panzerdivision. Die 7. motorisierte Schützenbrigade hielt im Raum Swenigorodka und die 80. Panzerbrigade operierte zusammen mit der 4. Gardearmee bei der Befreiung von Korsun mit. Der Frontkommandeur hatte das 5. mechanisiertes Gardekorps und die 27. Panzerbrigade nach Westen umgruppiert und befahl, Steblew anzugreifen und die eingekesselten deutschen Truppen nach Norden hinter den Ross-Abschnitt zurückzudrängen.

Durch hartnäckige Kämpfe wurde die Einkreisung derweil so dicht geschlossen, dass der ganze Raum im Kessel durch die sowjetische Artillerie beschossen werden konnte. Es gelang dem III. Panzerkorps noch durch starke Panzerangriffe aus der Linie Rusalowka und Rizino, Einheiten des 47. Schützenkorps und der 6. Panzerarmee zurückzudrängen und bis Lysjanka vorzudringen. Am 15. Februar um 8.00 Uhr griffen die Truppen der 5. Garde-Panzerarmee in Richtung Komarowka, Schanderowka und Steblew an, während ein Teil ihrer Streitkräfte feindliche Angriffe auf Lysjanka abwehrte. Das 29. Panzerkorps und die Streitkräfte der 25. und 32. Panzerbrigade besetzten den zentralen Teil von Komarowka, aber hier wurden sie angehalten, weil es keine Brücke über einen sumpfigen Strom gab. Das 18. Panzerkorps verteidigte entlang der südwestlichen Randgebiete, mit Mühe hielten die 155. und die 8. Garde-Panzerbrigade des 20. Panzerkorps den Feind am nördlichen Stadtrand von Lysjanka auf. Beide Seiten erlitten schwere Verluste.

Verlustreicher deutscher Ausbruch
Schon am 15. Februar erkannte General Wenck, Chef des Stabes der 1. Panzerarmee, dass die Offensive des III. Panzerkorps angesichts der sowjetischen Abwehrkräfte der 1. Ukrainischen Front festgefahren war; die Panzerabteilungen Frank und Bäke kamen etwa 20 Kilometer an die eingekreisten Kräfte heran und mussten dann zur Verteidigung übergehen. Im Nordwesten und Westen von Lysjanka wurde die Situation immer schlimmer: die 16. und 17. Panzerdivision konnten die gefährliche Gegenoffensive der 2. Panzerarmee nicht mehr ausreichend abwehren, die SS-Leibstandarte lag bei Winograd fest.

Als sich abzeichnete, dass sich der deutsche Angriff wenige Kilometer vor dem Kessel festlief, genehmigte Generalfeldmarschall von Manstein ohne vorherige Verständigung mit Hitler den Ausbruch. Aus Mangel an Fahrzeugen und Treibstoff konnte das III. Panzerkorps seine Einheiten in der Gegend von Lysjanka und Oktjabr nicht verstärken. Am 15. Februar um 11.05 Uhr erging der Angriffsbefehl durch Funk an die eingeschlossenen Truppen: "Aktionsfähigkeit III. Panzerkorps witterungs- und versorgungsbedingt eingeschränkt. Gruppe Stemmermann muss den entscheidenden Durchbrach bis Dschurschenzy und Höhe 239 etwa 2 km südlich davon aus eigener Kraft führen". Die Divisionen des III. Panzerkorps konnten unterstützen, indem ihre Truppen, die im Raum Potschapinzy-Dschurschenzy konzentrierten Feindkräfte festhielten und versuchten, die ausbrechenden Truppen auf dem beherrschenden Höhengelände nordwestlich Potschapinzy aufzunehmen. Die Versammlung zum Ausbruch war auf dem engen Raum schwierig und konnte wegen der sowjetischen Artillerie nur mehr in der Nacht geführt werden.

Der Ausbruch der Gruppe Stemmerman begann am 16. Februar um 23:00 Uhr. Der Plan sah vor, dass der Ausbruch auf einer nur 4,5 Kilometer langen Front stattfinden musste. Die eingeschlossenen Divisionen waren so gruppiert, dass sie bei Lysjanka über den Gniloi Tikitsch nach Südwesten ausbrechen sollten. Südöstlich von Chilki und bei Dschurschenzy wurde an der rechten Flanke die Korps-Abteilung B (Oberst Fouquet) konzentriert, die noch kampfkräftige 72. Infanterie-Division wurde in der Mitte voraus zum Durchbruch bestimmt. Es wurden drei Gruppen gebildet, die nacheinander bei Dunkelheit antreten sollten. In der ersten Gruppen war die Infanterie, in der zweiten die noch mobilen schweren Waffen und in der dritten Gruppen sollten der Tross und die Artillerie folgen. Die links eingesetzte 5. SS-Panzer-Division "Wiking" (General Gille) war bestimmt, in der Mitte nördlich von Komarowka an der Höhe 239 vorbei nach Süden auf Lysjanka vorzurücken. Die Kampfformation dieser Division war ebenfalls in mehrere Staffeln gegliedert. Ein Füsilier-Bataillon, verstärkt durch Panzer und Sturmgeschütze, stand an der Spitze, in zweiter Staffel das Grenadier-Regiment "Westland" und das Bataillon Narwa und das Panzergrenadier-Regiment "Nordland". Die Nachhut bildete die SS-Sturmbrigade "Wallonien" (SS-Standartenführer Degrelle), dahinter östlich von Schanderowka die 88. Infanterie-Division (Generalleutnant von Rittberg) sowie die 57. Infanterie-Division (Generalmajor Trowitz).

Das führende Treffen der Korps-Abteilung B und der 72. Division konnte über Dschurschenzy und die Höhe 239 noch vor Sonnenaufgang die deutschen Vorposten an der Lysjanka zu erreichen. General Stemmermann wurde während des Ausbruchs getötet, als sein Kommandowagen bei Dschurschenzy von einer sowjetischen Panzerabwehrkanone getroffen wurde. Die Kolonnen der 72. Division und "Wiking" wurden beim Ausbruch völlig miteinander vermischt. Sie hatten fast keine schwere Waffen mitnehmen können, hatten aber viele Leichtverwundete aufgenommen. Die Korpsabteilung B deckte mit der Regimentsgruppe 112. ID. auf der rechten Flanke bei Chilki und Chischinzy und versuchte, sich mit den anderen Kräften abzusetzen. Der schnell einsetzende sowjetische Gegenangriff fügte den Kolonnen des zweiten Treffens furchtbare Verluste zu. Einheiten des 5. und 18. Panzerkorps bei Dschurschenzy und die 41. Garde-Division östlich der Höhe 239 begannen eine starke Barriere zu bilden und eröffneten den Beschuss mit Dutzenden von Panzern. Die Verbindung zum nachfolgenden 2. Treffen brach ab, sowjetisches Panzerfeuer schlug in die dicht aufgeschlossenen Kolonnen ein. Die massenhaft einschlagenden Granaten zwangen die Masse der Soldaten auf den Boden. Die dezimierten Reste der deutsche Einheiten versuchten verzweifelt, durch das Waldgebiet südlich der Höhe 239 bei Potschapinzy auszuweichen. Ein wirksame Gegenwehr war ohne panzerbrechende Waffen nicht möglich. Im furchtbaren Durcheinander lief das 3. Treffen in der Dunkelheit auf die vordere Staffel auf. Gleichzeitig standen die Einheiten der sowjetischen 27. Armee bereit, einen intensive Verfolgung einzuleiten. Eingekreiste Formationen der deutschen Nachhut versuchten fortwährende Angriffe, um aus dem Gebiet von Steblew nach Südwesten auszubrechen. In Schenderowka mussten von der abgeschnittenen Nachhut der 57. Infanterie-Division etwa 1500 Schwerverletzte der Roten Armee überlassen werden.

Bis zum Abend hatten die Truppen der 2. Ukrainischen Front den Kessel nach und nach zusammengedrückt, während sie die eingekreisten Kräfte angegriffen. Apathie und Verzweiflung machte sich bei den abgeschnittenen Einheiten breit. Der Befehl des Divisionskommandeurs, Generalmajor Trowitz, an das Hauptquartier des Artillerieregiments 157 lautete, dass in der Nacht ein weiterer Ausbruch folgen sollte. Die meisten deutschen Truppen änderten die geplante Route, welche unter dauerndem Artillerie-beschuss stand und umgingen die Höhe 239 ostwärts, wo sie wiederum zwischen den sowjetischen Stellungen eingeengt wurden. Bei Tagesanbruch erreichten durchgekommene Kolonnen den Gniloi Tikitsch und fanden keine Brücken oder brauchbare Übergangsstellen, um die deutschen Linien zu erreichen.

Am 17. Februar um 3 Uhr morgens bildeten die Überreste der umkreisten deutschen Truppen mit etwa 5 Batterien und 20 Panzern eine Stossgruppe, die versuchte, aus der Einkreisung nach Südwesten auszubrechen. Bis um 9.30 Uhr rückte die Kolonne mit noch 5000 Mann nach Dschurschenzy vor, während eine andere Kolonne über Komarowka nach Potschapinzy vorrückte. Sie wurden von Einheiten der 206. Schützendivision, dem 18. Panzerkorps (der 5. Gardepanzerarmee) sowie von Einheiten der 5. Garde-Luftlande-division und zwei Divisionen des 5. Garde-Kavalleriekorps aus dem Nordwesten angegriffen. Gleichzeitig griff das 29. Panzerkorps von Komarowka her an, die Truppen der 2. Panzerarmee führten starke Panzerangriffe nordöstlich von Lysjanka durch. Apathie und Verzweiflung machte sich bei den abgeschnittenen deutschen Einheiten breit. Man fand am Gniloj Tikitsch keine Übergänge, viele versuchten den eiskalten Gniloi Tikitsch schwimmend zu durchqueren. Wer nicht ertrank, sah sich am jenseitigen Ufer neuen sowjetischen Stellungen gegenüber. Spezielle sowjetische Abteilungen nahmen die Flüchtenden entweder gefangen oder töteten sie. Bis zum Abend des 17. Februar waren die abgeschnittenen deutschen Einheiten vollständig liquidiert worden. Während des 18. Februars säuberten und besetzten Einheiten der 27. Armee und der 4. Gardearmee das Gelände um die Ortschaften Dschurschenzy, Potschapinzy und Komarowka.

Ergebnis
Insgesamt mussten die sechs eingeschlossenen deutschen Divisionen grosse Verluste hinnehmen und hatten bei ihrem Ausbruch das gesamte schwere Kriegsgerät zurückgelassen. Nach deutschen Angaben gelang etwa 40.000 Soldaten der Ausbruch, 18.000 Soldaten starben oder blieben im Kessel zurück, wo sie in Gefangenschaft gerieten. Nach sowjetischen Angaben wurden hingegen 55.000 deutsche Soldaten im Kessel getötet und 18.200 gerieten in Gefangenschaft (schon am 18. Februar wurde von der Roten Armee aus Gründen der Propaganda verlautbart, dass während der ganzen Operation mehr als 52.000 Tote auf dem Schlachtfeld geblieben und 11.000 Soldaten und Offiziere gefangen genommen wären, dabei die gesamte Ausrüstung entweder zerstört oder erbeutet). Die meisten Gefangenen wurden im Raum Oktjabr-Dschurschenzy-Potschapinzy durch Truppen der 4. Garde-Armee bei der Säuberung des Kessels eingebracht (6400 Soldaten allein am 17. und 18. Februar), weitere 7583 Gefangene wurden im gleichen Zeitraum von der 27. Armee festgenommen.

Die Verluste der 1. und 2. Ukrainische Front betrugen nach eigenen Angaben 80.188 Mann, davon 24.286 Tote und Vermisste sowie 55.902 Verwundete und Erkrankte, 728 Panzer gingen verloren. Diese Verluste entstanden während der Einkreisung und der Ausbruchsversuche in der Zeit vom 24. Januar bis zum 17. Februar 1944.

Armeegeneral Watutin wurde am 29. Februar von ukrainischen Aufständischen der UPA schwer verwundet und verstarb am 14. April. Der Kommandeur der 2. Ukrainischen Front, General Konew, wurde für seinen Sieg in Korsun zum Marschall der Sowjetunion ernannt. Beim linken Flügel der 1. Ukrainischen Front ging die sowjetische 13. und 60. Armee südlich der Pripjatsümpfe vor, schlug die Reste des deutschen XIII. Armeekorps in der Schlacht von Rowno und rückte nach Luzk vor. Im Süden griffen gleichzeitig die 3. und 4. Ukrainische Front entlang des Dnjepr-Flusses an und eroberte Kriwoj Rog.

Verluste
Siehe Angaben im Bericht oben.

Kesselschlacht von Kamenez-Podolski (04.03.1944 – 17.04.1944) 
(aus Wikipedia)

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051_14/Kartenausschnitt zur Region der Schlacht

Die Kesselschlacht von Kamenez-Podolski war eine militärische Schlacht zwischen Wehrmacht und Roter Armee, die im Frühjahr 1944 im Süden der Ostfront während des Deutsch-Sowjetischen Krieges stattfand. Den zuvor im sogenannten Hube-Kessel einge-schlossenen deutschen Verbänden gelang es, erfolgreich aus dem Kessel auszubrechen und somit einer Vernichtung durch die Rote Armee zu entgehen.

Einkesselung
Während der Proskurow-Czernowitzer Operation vom 4. März 1944 bis 17. April 1944 und der Offensivoperation Uman-Botoșani vom 5. März 1944 bis 17. April 1944 umschlossen die Truppen der 1. und 2. Ukrainischen Front der Roten Armee Generaloberst Hans-Valentin Hubes 1. Panzerarmee nördlich des Flusses Dnister. Die 1. Panzerarmee, drei Divisionen der 4. Panzerarmee und Soldaten rückwärtiger Dienste, Polizei, und Angehörige der Organisation Todt (zusammen rund 220.000 Soldaten) wurden um die Stadt Kamenez-Podolski (ukrainisch Kamjanez-Podilskyj) in der Westukraine eingeschlossen. Die sowjetische Front kam erst 250 Kilometer weiter bei Tarnopol zum Stehen.

Wandernde Kessel

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051_15/Der Kessel von Kamenez-Podolski

Erich von Manstein, Kommandeur der Heeresgruppe Süd, setzte durch ein Rücktritts-Ultimatum bei Adolf Hitler den Ausbruch der eingeschlossenen Truppen durch. Manstein forderte den Ausbruch Richtung Nordwesten durch die Marschkolonnen zweier feindlicher Panzerarmeen und über mehrere querverlaufende Flüsse. Hube wollte hingegen Richtung Süden marschieren, da dort noch eine Frontlücke war. Am 28. März begann der von Manstein angeordnete Durchbruch Richtung Westen. Die Rote Armee hatte einen Ausbruchsversuch Richtung Süden erwartet und wurde entsprechend überrascht. Da sich die Masse der sowjetischen Kampftruppen an anderen Bereichen befand, trafen die deutschen Truppen vorwiegend auf Nachschubtruppen.

Obwohl der Ausbruch durch heftige Schneefälle behindert wurde, konnten alle Verwundeten mitgenommen werden (7270 Verwundete wurden zudem ausgeflogen), auch die Ausrüstung konnte mitgeführt werden. Für die Luftversorgung wurden zunächst ständig neue Feldflugplätze eingerichtet, später mussten Versorgungsgüter von Transportflugzeugen abgeworfen werden.

Während des Ausbruchs wurden 399 sowjetische Panzer und Sturmgeschütze, sowie 280 Geschütze zerstört. Die Verluste der deutschen Truppen beliefen sich auf 2311 Gefallene, 3567 Vermisste und 8364 Verwundete. Die Schlacht gilt bis heute als operatives Lehrbeispiel zur Illustration des Ausbruchs von gepanzerten Grossverbänden aus einer militärischen Einschliessung.

Ausrüstung
Während die Rote Armee rund 2070 Panzer und Sturmgeschütze einsetzen konnte, standen der 1. Panzerarmee zu Beginn der sowjetischen Angriffe nur 96 Panzer und 64 Sturmgeschütze zur Verfügung. Da auf deutscher Seite auch zu wenig Lkws vorhanden waren, mussten etwa 50.000 Pferde eingesetzt werden. Zum Zeitpunkt ihrer Einkesselung verfügte die 1. Panzerarmee noch über 43 Panzer und 50 Sturmgeschütze. Nach dem Ausbruch waren noch zusammen 45 Panzer und Sturmgeschütze vorhanden.

Im Februar 1944 verfügte die schwere Panzer-Abteilung 503 über 56 Tiger bei der Truppe. Bei der Verlegung nach Proskurow (1.–2. März 1944) übernahm sie sieben Tiger von der s.Pz.Abt. 506. Aus dem Kessel entkamen nur sieben Tiger; sie wurden im Mai 1944 an die s.Pz.Abt. 509 abgegeben.

Verluste
Siehe Angaben im Bericht oben.

Schlacht um die Krim (08.04.1944 – 12.05.1944) 
(aus Wikipedia)

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051_16/Kartenausschnitt der Krim-Halbinsel

Die Schlacht um die Krim (russisch Крымская операция, Krimskaja Operazija, Krim-Operation) fand während des Zweiten Weltkrieges in der Zeit vom 8. April bis zum 12. Mai 1944 auf der Halbinsel Krim zwischen der 17. Armee der deutschen Wehrmacht und der angreifenden 4. Ukrainischen Front der Sowjetunion statt. Sie endete mit der Niederlage der deutschen Truppen.

Vorgeschichte
Im November 1943 hatte die Rote Armee mit der Kertsch-Eltigener Operation einen starken Brückenkopf im Osten der Krim erobert, der als Ausgangspunkt für die Rückeroberung der gesamten Halbinsel dienen sollte. Ferner hatten sie im Norden eine Brücke über den Sywasch errichtet und einen Brückenkopf am Südufer aufgebaut. Die Verteidigung übertrug das Oberkommando der Wehrmacht der deutschen 17. Armee unter Generaloberst Erwin Jaenecke. Sie bestand aus fünf deutschen und sieben rumänischen Divisionen und zählte 200.000 Soldaten, 3.600 Geschütze, 200 Panzer und 150 Flugzeuge. Adolf Hitler wurde von Erich von Manstein, Ewald von Kleist, Kurt Zeitzler und vom rumänischen Diktator Ion Antonescu mehrfach vorgeschlagen, die Truppen zu evakuieren. Er weigerte sich, den entsprechenden Befehl zu geben. Als der sowjetische Angriff begann, wurde die Evakuierung von ihm gebilligt. Sewastopol wurde zur Festung erklärt, die, um jeden Preis zu halten war. Fünf Divisionen standen im Norden, vier auf der Halbinsel Kertsch und drei sollten die Küste bewachen.

Die sowjetischen Planungen sahen vor, die Evakuierung zu verhindern. Die 4. Ukrainische Front unter Fjodor Tolbuchin bestand aus 400.000 Soldaten, 6.000 Geschützen, 560 Panzern und Selbstfahrlafetten und 1.250 Flugzeugen. Die 51. Armee und das 19. Panzerkorps sollten vom Sywasch aus vorstossen, die 2. Gardearmee die Verteidigungsstellungen auf der Landenge von Perekop durchbrechen. Die Selbständige Küstenarmee unter Andrei Jerjomenko sollte sie von der Halbinsel Kertsch aus unterstützen.

Verlauf
Der Angriff begann am 8. April. Nach zwei Tagen wurde die deutsche Verteidigung durchbrochen. Die 2. Gardearmee nahm Armjansk ein und die 51. Armee umging die deutsch-rumänische Gruppierung. Um der Einkesselung zu entgehen, traten die deutsch-rumänischen Truppen den Rückzug an. In der Nacht zum 11. April griff Jeremenkos Armee an und nahm morgens Kertsch ein. Am 13. April fiel Simferopol. Am 15./16. April erreichte die Rote Armee Sewastopol, griff aber erst nach längerer Vorbereitungszeit am 5. Mai an, weil sie erst im Rahmen der Kämpfe erfuhr, wie stark die deutschen Verteidigungslinien waren. Am 1. Mai wurde Erwin Jaenecke durch Karl Allmendinger abgelöst, weil er den Kampf für verloren hielt. Sewastopol wurde am 9. Mai von sowjetischen Truppen erobert und die gegnerischen Verbände bis zum Kap Chersones zurückgedrängt (etwa 30.000 Mann), wo sie, in der Hoffnung, evakuiert zu werden, weiterkämpften; die verbliebenen 21.000 Soldaten ergaben sich schliesslich.

Folgen
Laut dem Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller "genehmigte Hitler zwar die Räumung von Odessa", so dass von dort 18.845 Soldaten evakuiert werden konnten, "doch den angelaufenen Abtransport der 17. Armee von der Krim liess er stoppen", weil er die Festung Sewastopol um jeden Preis halten wollte. Bis zu diesem Stopp des Abtransports waren von der Krim 45.000 Deutsche und Rumänen, 16.000 Ostlegionäre und 3.800 Kriegsgefangene auf dem Luft- und Seeweg herausgebracht worden. Als dann schliesslich weitere 100.000 Mann, aus dem nicht mehr zu verteidigenden Sewastopol evakuiert werden mussten, "gingen 60 Schiffe verloren, 31.700 Deutsche und 25.800 Rumänen kamen ums Leben". Darunter waren beispielsweise die Schiffe Teja und Totila, deren Versenkung jeweils mehrere tausend Tote nach sich zog. Nach anderen deutschen Angaben ertranken vom 3. bis zum 13. Mai 42.000 Mann im Schwarzen Meer. Nach einer russischen Quelle betrugen die Verluste der 17. Armee 100.000 Soldaten (davon 62.000 Gefangene) sowie sämtliche schwere Waffen und Ausrüstung. Die Verluste der Roten Armee beliefen sich offiziell auf 85.000 Soldaten (davon 18.000 Tote), 521 Geschütze, 171 Panzer und 179 Flugzeuge.

- Die Schwarzmeerflotte bekam mit dieser Operation ihre Hauptbasis Sewastopol zurück.

- 126 sowjetische Soldaten wurden mit der Auszeichnung Held der Sowjetunion geehrt.