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Der Kriegsverlauf 1945

(aus Wikipedia)

Trotz eindringlicher Durchhalteparolen hielten die geschlossenen Frontlinien gegen die Übermacht der Angreifer nicht lange stand. Obwohl die Wehrmachtsverbände unmittelbar vor der sich abzeichnenden Niederlage kaum Auflösungserscheinungen zeigten, war ihre Kampfkraft erschöpft.

Im Westen besetzten die Alliierten bis zum 5. März das linksrheinische Gebiet. Von den Brückenköpfen Remagen im Süden und Wesel im Norden ausgehend, trieben sie anschliessend einen Umfassungskeil um das Ruhrgebiet. Der von Hitler angesichts der Bedrohung der deutschen "Waffenschmiede" ausgegebene Nero-Befehl, der die vollständige Zerstörung sämtlicher Industrie-, Verkehrs- und Versorgungseinrichtungen beinhaltete, wurde von den deutschen Befehlshabern unterlaufen. Am 18. April kapitulierten die im Ruhrkessel eingeschlossenen 325.000 Wehrmachtssoldaten. Bis Mitte April waren nahezu die gesamten nordwestlichen Reichsgebiete auf der Linie Wittenberge-Magdeburg-Leipzig-Nürnberg von den Alliierten erobert. Am 25. April trafen sich Amerikaner und Sowjets in Torgau an der Elbe.

Das Propagandabild vom Bolschewisten sowie Grausamkeiten sowjetischer Soldaten an deutschen Zivilisten lösten parallel zum sowjetischen Vormarsch im Osten in den Wintermonaten 1944/45 eine Massenflucht der deutschen Bevölkerung vor der Roten Armee aus Ostpreussen, Pommern und Schlesien in das westliche Reichsgebiet aus.

Die an der gesamten Ostfront zwischen Memel und Karpaten einsetzende Winteroffensive führte die Sowjets binnen weniger Wochen an die Oder und Neisse. Am 16. April begann die erbittert geführte Schlacht um Berlin, die Hitler in seinem Wahn mit einem letzten Aufgebot an Hitlerjungen und schlecht ausgerüsteten Wehrmachtseinheiten noch glaubte gewinnen zu können. Erst als sich Soldaten der Roten Armee wenige hundert Meter an die von der französischen Waffen-SS-Einheit "Charlemagne" verteidigte Reichskanzlei herankämpften und auch dem "Führer" die vollkommen ausweglose militärische Situation deutlich wurde, verübte Hitler am Abend des 30. April Selbstmord.

Um eine noch möglichst grosse Anzahl von Wehrmachtsangehörigen und flüchtenden Zivilisten in das westliche Reichsgebiet gelangen zu lassen, verfolgte der zu seinem Nachfolger ernannte Dönitz eine Taktik der Teilkapitulation gegenüber den Westalliierten. Im Hauptquartier des britischen Oberbefehlshabers Bernard L. Montgomery in der Lüneburger Heide erfolgte am 4. Mai die Kapitulation der deutschen Truppen in Dänemark, Nordwestdeutschland und den Niederlanden. Nach massivem Drängen der Alliierten erfolgte drei Tage später in Reims die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte durch Generaloberst Alfred Jodl, die am 8./9. Mai vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Wilhelm Keitel, im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst wiederholt wurde.

Weltweit fielen dem Zweiten Weltkrieg mehr als 50 Millionen Soldaten und Zivilisten zum Opfer, unter ihnen über sechs Millionen in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern (KZ) ermordete Menschen. Das Deutsche Reich verlor während des Krieges schätzungsweise 3,8 bis 4 Millionen deutsche Soldaten und 1,65 Millionen Zivilisten. Die weitaus meisten Toten beklagte mit über 25 Millionen Menschen die Sowjetunion. Relativ zur Bevölkerungszahl hatte jedoch Polen den höchsten Blutzoll entrichtet: Rund 6 Millionen tote Polen entsprachen etwa 17 Prozent der Vorkriegsbevölkerung.

Karten 1945

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06_01/Europa nach dem Zweiten Weltkrieg 1945-1989

Frontverläufe 1945    
(aus Spiegel online)

Bilder 06_02 - 06_09

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