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Aufarbeitung

Nürnberger Prozesse          
(aus Wikipedia)

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091_13/Acht der 24 Hauptangeklagten in Nürnberg: Göring, Hess, von Ribbentrop, Keitel (vordere Reihe von links), Dönitz, Raeder, von Schirach und Sauckel (dahinter)

Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, bei dem der Österreicher Generalmajor Erwin von Lahousen als Kronzeuge und wichtigster Zeuge der Anklage aussagte, verurteilten die von den Alliierten berufenen Richter einige Hauptverantwortliche, darunter Generäle des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW). Sie stuften das OKW und den Generalstab jedoch – anders als Gestapo, SD und Schutzstaffel – nicht als kriminelle Vereinigungen ein, sondern bezeichneten die Führer der Wehrmacht als "rücksichtslose militärische Kaste" und empfahlen, sie in künftigen Strafprozessen einzeln zur Verantwortung zu ziehen. In weiteren NS-Prozessen verurteilten sie vorwiegend Verbrechen, die an ihren eigenen Soldaten begangen worden waren.

Ausgewählte hohe Repräsentanten der Wehrmacht wurden in zwei Nürnberger Nachfolgeprozessen angeklagt. Im Prozess Generäle in Südosteuropa (Geiselmordprozess) und im Prozess Oberkommando der Wehrmacht wurden hohe und einige höchste ehemalige Kommandeure in folgenden Punkten angeklagt:

Fall VII:

  1. Kriegsverbrechen und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit": Massenmord
  2. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Plünderung und Raub
  3. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit: völkerrechtswidrige Hinrichtungen
  4. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Zwangsarbeit und Deportation zur Sklavenarbeit

Von den 12 Angeklagten wurden 9 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, einer beging Selbstmord und zwei wurden freigesprochen.

Fall XII:

  1. Verbrechen gegen den Frieden
  2. "Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit"
  3. gemeinsame Plan und die Verschwörung

Diese Verbrechen wurden unterteilt in Verbrechen gegen Kriegsführende und Kriegsgefangene einerseits und Verbrechen gegen Zivilpersonen andererseits. Von den 14 Angeklagten wurden elf zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt (einige bis zu 20 Jahre und lebenslänglich), einer beging Selbstmord und zwei wurden freigesprochen.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit
"Verbrechen gegen die Menschlichkeit" ist ein völkerrechtlicher Straftatbestand, der 1945 im Londoner Statut des für den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher geschaffenen Internationalen Militärgerichtshofs vertraglich festgelegt wurde. Darunter wurden folgende Tathandlungen subsumiert:

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit, unter anderem: Mord, ethnische Ausrottung, Versklavung, Deportation und andere unmenschliche Akte gegen die Zivilbevölkerung oder: Verfolgung aufgrund von rassistischen, politischen und religiösen Motiven; unabhängig davon, ob einzelstaatliches Recht verletzt wurde".

Die Charta wurde als ein den nationalen Rechtssystemen übergeordnetes Recht von den Alliierten erlassen. Sie bildete die Grundlage für die Nürnberger Prozesse gegen die wichtigsten gefangenen NS-Machthaber und die zwölf Nachfolgeprozesse. Die Idee dahinter war, einen verbindlichen international gültigen Normenkatalog zu schaffen, der es erlaubt, auch Staaten, ihre Institutionen und Akteure vor einem internationalen Gerichtshof für ihre Verbrechen anzuklagen.

Die Anwendung dieses Rechtsinstituts (Normenkatalogs) wurde bereits während der Nürnberger Prozesse von der Verteidigung, aber auch von ehemaligen nationalsozialistischen Rechtswissenschaftlern kritisiert, weil die rückwirkende Heranziehung dieser Normen für die Verurteilung der Verbrechen der Wehrmacht dem in vielen Ländern gültigen Rechtsgrundsatz Nulla poena sine lege widerspräche, da diese erst nach den Tathandlungen formuliert und festgelegt wurden. Diese Argumentation wurde von den Richtern unter Hinweis auf die Rechtspraxis bei der Anwendung der Haager Landkriegsordnung zurückgewiesen. Bei ihrer Anwendung war es gebräuchlich, nicht auf der Basis von Gesetzestexten oder vereinbarter Strafkataloge zu urteilen, sondern auf der Basis von Präzedenzfällen. Ebenso wurde die Tu quoque-Argumentation der Verteidiger der Angeklagten als Versuch der Prozessverschleppung zurückgewiesen. Diese versuchten, unter Hinweis auf die angebliche Notwendigkeit, auch Kriegsverbrechen der Alliierten zu untersuchen, die Prozesse hinauszuzögern.

Dennoch spielte diese Charta für die juristische Aufarbeitung eine eher untergeordnete Rolle, da die meisten Verbrechen auch schon vorher Straftaten waren und es dieses Grundtatbestands für eine erfolgreiche Anklage gar nicht bedurfte.

Nachkriegsordnung     
(aus Wikipedia)

Bundesrepublik Deutschland
Die Alliierten bestimmten im Kontrollratsgesetz Nr. 4 von 1945, dass deutsche Justizorgane nur solche Straftaten von Wehrmachtangehörigen verfolgen dürften, die gegen deutsche Soldaten oder Zivilisten begangen worden waren. Das Kontrollratsgesetz Nr. 10 von 1945 beschränkte die deutsche Justiz in ihrer Zuständigkeit bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit weiterhin. Die Alliierten konnten aber deutsche Gerichte ermächtigen, wenn die Straftaten an Deutschen oder Staatenlosen verübt worden waren. Die Besatzungsmächte handhabten diese Möglichkeit unterschiedlich. In der amerikanischen und sowjetischen Zone wurden deutsche Instanzen nur von Fall zu Fall ermächtigt, in der britischen und in der französischen Zone wurden allgemeine Zuweisungen der Zuständigkeit durch Verordnungen festgelegt. Erst 1950, fünf Jahre nach dem Krieg, reduzierten die Alliierten die Zahl der Straftatbestände, deren Verfolgung den Besatzungsbehörden vorbehalten blieb. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 13 wurde 1950 die deutsche Gerichtsbarkeit auch bei Kriegsverbrechen im Wesentlichen wiederhergestellt. Danach konnten Kriegsverbrechen der Wehrmacht auch von der deutschen Justiz verfolgt werden, unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Opfer, soweit sie sich nicht gegen alliierte Militärangehörige gerichtet hatten.

Die Westmächte zogen sich vor dem Hintergrund des heraufziehenden Kalten Krieges schon bald nach dem Kriegsende aus der strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechen zurück. Immer mehr stand der Ost-West-Gegensatz im Vordergrund, und spätestens seit der Berliner Luftbrücke (1948 bis 1949) setzte sich die Überlegung durch, die Westdeutschen als Verbündete und nicht mehr als Besiegte zu sehen. Dies führte in vielen Fällen zu Gnadenerlassen und deutlichen Strafverkürzungen bei bereits verurteilten NS- und Kriegsverbrechern, auch zu bewusster Strafverhinderung bei der Verfolgung schwer belasteter Täter, da diese entweder aufgrund ihrer Fachkenntnis oder ihrer Kontakte, sowohl politisch als auch nachrichtendienstlich, "verwendet" beziehungsweise ein Teil des Aufbaus der Bundesrepublik werden sollten. Ein prominentes Beispiel eines solchen Falls ist General Reinhard Gehlen, ehemaliger Leiter der Abteilung Fremde Heere Ost (FHO) des deutschen Generalstabs, Leiter der Organisation Gehlen und erster Präsident des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), in den etliche ehemalige SD-Mitglieder aufgenommen wurden.

Zahlreiche Massenverbrechen blieben ungeahndet; Gründe hierfür waren unklare Zuständigkeiten, ausländische Tatorte und unterschiedliche Wohn- und Aufenthaltsorte der Täter in Deutschland. 1958 wurde die "Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen" eingerichtet; damit wurden staatsanwaltschaftliche Ermittlungen bundesweit koordiniert. Erst 1965 erhielt die zentrale Stelle die Zuständigkeit zur Verfolgung von Kriegsverbrechen. Seitdem wurden Vorermittlungen gegen Angehörige der Reichsbehörden, der Polizei und Lagermannschaften der Konzentrationslager auf dem Bundesgebiet eingeleitet und auch Verbrechen gegenüber Kriegsgefangenen verfolgt.

Eine nicht unerhebliche Rolle für die nur schleppende strafrechtliche Verfolgung von NS- und Kriegsverbrechen spielte auch die Tatsache, dass die Spruchkörper der Justiz (Gerichte) in der jungen Bundesrepublik sich in nicht unerheblichem Masse aus Juristen zusammensetzten, die bereits zur Zeit des Nationalsozialismus als Organe der Rechtspflege tätig waren.

Seit 1960 waren alle Straftaten ausser Mord verjährt. Durch eine Änderung des Strafgesetzbuches, Paragraph 50, galt 1968 auch die Beihilfe zum Mord als verjährt; damit waren alle "Schreibtischtäter" einer strafrechtlichen Verfolgung entzogen.

Von der westdeutschen Justiz wurden nach dem Krieg einige Tatkomplexe schwerpunktmässig verfolgt. Dazu zählten Verbrechen an sowjetischen Kriegsgefangenen, Verbrechen, die sich im Zusammenspiel von Wehrmacht und Sicherheitspolizei ereigneten, wobei dies Verbrechen der Geheimen Feldpolizei der Wehrmacht einschloss. Für den Raum ausserhalb der Sowjetunion kommen Geiselerschiessungen in besetzten Ländern und Endphaseverbrechen hinzu.

Generell gesehen sind aber ein Grossteil der Ermittlungen und Verfahren eingestellt worden. Das zahlreiche Material, das den Staatsanwaltschaften und der Zentralen Stelle zuging, hat zu nur sehr wenigen Anklagen geführt. Bei den Verurteilungen ist das geringe Strafmass auffällig, das ganz generell für NS-Verfahren vor westdeutschen Gerichten typisch ist.

Deutsche Demokratische Republik
Bis Ende 1946 sollen 14'098 Personen wegen Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der sowjetischen Besatzungszone verurteilt worden sein. Dabei ist anzumerken, dass in der Sowjetunion und der Sowjetischen Besatzungszone die Verfolgung der Nazi- und Kriegsverbrecher mit Vergeltungsmassnahmen sowie spezifischen Repressiv- und Terrormassnahmen verbunden war. Die alliierten Bestimmungen wurden von den sowjetischen Sicherheits- und Justizorganen extensiv ausgedeutet, unter Missachtung elementarer rechtsstaatlicher Massstäbe willkürlich angewendet und für politische Ziele massiv missbraucht.

Trotz des Selbstverständnisse der DDR als "antifaschistischer Staat" war die Verfolgung von NS-Verbrechen in der DDR nicht intensiver als in der Bundesrepublik. Zur Unterstreichung dessen führte die Regierung häufig an, dass an die 13'000 Kriegsverbrecher verurteilt worden wären. Diese Behauptung hielt einer Prüfung der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen nach der Wiedervereinigung allerdings nicht stand. Nur ein verschwindend kleiner Teil davon betraf Kriegsverbrechen. Der Grossteil wurde wegen NS-Verbrechen und der Mitgliedschaft in für verbrecherisch erklärten Organisationen verurteilt. Von 1966 bis 1985 kam es zu 65 Verfahren und sechs Urteilen. Die grossteils von der Staatssicherheit beeinflussten Verfahren dienten ab den 60er Jahren zunehmend propagandistischen Zwecken und sollten im Umfeld die mangelhafte Vergangenheitsaufarbeitung des Westens sowie den vorgeblich faschistischen Grundcharakter der Bundesrepublik, Bundeswehr und Nato aufzeigen.

Belgien
Am 9. März 1951 wurde vom Brüsseler Kriegsrat das Urteil über den ehemaligen Militärbefehlshaber Alexander von Falkenhausen und seinen Militärverwaltungschef Eggert Reeder verkündet. Wegen ihres Beitrages zu Geiselhinrichtungen, Judendeportationen und der Zwangsarbeit wurden sie zu jeweils 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Der ebenfalls angeklagte ehemalige Generalleutnant George Bertram wurde wegen Geiselhinrichtung zu 10 Jahren Haft verurteilt.

Frankreich
Die Aufarbeitung von Schreibtischtaten im Zusammenhang mit der Arisierung jüdischen Vermögens unter der Kontrolle des Militärbefehlhabers Frankreich wurde in der Nachkriegszeit sowohl von der Adenauer-Administration um Globke als auch durch die französische Regierung hintertrieben, da sie befürchteten, wichtige Entscheidungsträger ihrer jeweiligen Wirtschaft und Verwaltung mit der Aufrollung derer NS- und Vichy-Vergangenheit zu delegitimieren.

Griechenland
Am 19. Dezember 1946 wurden die Generäle Bruno Bräuer, Friedrich-Wilhelm Müller und der Oberfeldwebel Friedrich Schubert wegen ihrer Verbrechen vor einem Athener Sondergericht zum Tode verurteilt. General Alexander Andrae wurde am 22. Dezember 1947 in Athen zu viermal lebenslänglich verurteilt. Wegen Wirtschaftsverbrechen wurde im selben Jahr der Major des Wirtschaftsstabs Walter Deter verurteilt. Am 19. Februar 1948 wurden die Generäle Hellmuth Felmy wegen der Massaker von Klissura und Distomo, Wilhelm List wegen Veranlassung und Duldung der Tötung von tausenden Zivilisten, Wilhelm Speidel wegen des Massakers von Kalavryta und Hubert Lanz wegen der Kriegsverbrechen im Epirus im Nürnberger Geiselmord-Prozess verurteilt. 1959 wurde der frühere Kriegsverwaltungsrat Max Merten durch ein griechisches Militärgericht wegen seiner Beteiligung am Holocaust und an Wirtschaftsverbrechen verurteilt. Die Strafverfolgung von Kriegsverbrechen wurde in Griechenland auf wirtschaftlichen Druck aus Deutschland im gleichen Jahr eingestellt, nachdem die noch offenen Fälle zur weiteren "Verfolgung" an die Bundesrepublik übergeben worden waren.

Sowjetunion
Durch das Dekret "Über Massnahmen zur Bestrafung deutschfaschistischer Verbrecher, schuldig der Tötung und Misshandlung der sowjetischen Zivilbevölkerung und gefangener Rotarmisten, sowie von Spionen und Vaterlandsverrätern aus den Reihen der Sowjetbevölkerung und deren Unterstützer" vom 19. April 1943 (Ukas 43) ordnete der Oberste Sowjet der UdSSR für "deutsche, italienische, rumänische, ungarische und finnische Verbrecher" sowie für "Spione und Vaterlandsverräter unter den Sowjetbürgern", die der "Mordtaten und Misshandlungen an der Zivilbevölkerung und an gefangenen Rotarmisten überführt worden sind", die Todesstrafe an. Die Hinrichtung war durch Erhängen zu vollstrecken, die Leichen der Gehängten waren zur Abschreckung einige Tage am Galgen zu belassen.

Der erste Prozess gegen Angehörige der Wehrmacht bzw. der SS fand vom 15. bis 18. Dezember 1943 in Charkow statt. Die Angeklagten, ein Hauptmann der militärischen Abwehr, ein SS-Untersturmführer, ein Angehöriger der Geheimen Feldpolizei sowie ein einheimischer Kollaborateur wurden wegen der Tötung von gefangenen und verwundeten Rotarmisten und Zivilisten während der deutschen Besetzung Charkows zwischen Dezember 1941 und Sommer 1943 angeklagt. Die Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und öffentlich hingerichtet.

Zwischen Dezember 1945 und Anfang Februar 1946 gab es an acht verschiedenen Gerichtsorten erneut öffentliche Verfahren gegen Wehrmachtsangehörige. Verhandelt wurde in

  • Smolensk vom 16. bis 19. Dezember 1945 gegen 10 Angeklagte,
  • Brjansk vom 25. bis 30. Dezember 1945 gegen 4 Angeklagte, darunter die Generale Friedrich Gustav Bernhard und Adolf Hamann,
  • Leningrad vom 29. Dezember 1945 bis 5. Januar 1946 gegen 11 Angeklagte, darunter Generalmajor Heinrich Remlinger, früherer Stadtkommandant von Pskow,
  • Nikolaev vom 12. bis 17. Januar 1946 gegen 9 Angeklagte, darunter Generalleutnant Hermann Winkler, früherer Ortskommandant der Stadt,
  • Minsk vom 15. bis 29. Januar 1946 gegen 18 Angeklagte, darunter die Generale Johann-Georg Richert, Eberhard Herf und Gottfried von Erdmannsdorff,
  • Kiew vom 17. bis 29. Januar 1946 gegen 15 Angeklagte, darunter die Generale Paul Scheer, Karl Burckhardt und Eckart von Tschammer und Osten,
  • Velikie Luki vom 26. bis 31. Januar 1946 gegen 11 Angeklagte, darunter Generalleutnant Fritz-Georg von Rappard, früherer Standortkommandant der Stadt,
  • Riga vom 28. Januar bis 3. Februar 1946 gegen 8 Angeklagte, darunter die Generale Friedrich Jeckeln, Siegfried Ruff, Albrecht Digeon von Montenton, Friedrich Werther, Bronislaw Pawel, Hans Küpper und Wolfgang von Ditfurth.

Die Anklagepunkte, Massenerschiessungen bei Strafaktionen und andere Greueltaten gegenüber russischen Gefangenen und Zivilisten, waren in allen Verfahren nahezu identisch. Alle 86 Angeklagte (18 Generale, 28 Offiziere und 39 Unteroffiziere und Mannschaften) wurden wegen der ihnen zur Last gelegten Verbrechen verurteilt; in 67 Fällen, darunter alle beschuldigten Generale, zum Tode durch Erhängen, in 19 Fällen zu Zwangsarbeit zwischen 12 und 20 Jahren. Die Todesurteile wurden vor zehntausenden Zuschauern öffentlich vollstreckt.

Bis April 1948 wurden 1.112 Kriegsgefangene wegen in der Sowjetunion begangener Kriegsverbrechen verurteilt, von Oktober 1947 bis Juni 1949 wurden 3'750 Urteile gefällt bei (Stand Juni 1949) 6'036 noch laufenden Untersuchungsverfahren.

Nachdem die UdSSR angekündigt hatte, sämtliche Kriegsgefangene, mit Ausnahme der von Militärtribunalen verurteilten, bis zum 1. Januar 1950 zu entlassen, wurden im November und Dezember 1949 13'603 Kriegsgefangene wegen Kriegsverbrechen verurteilt, in weiteren ca. 7'000 Fällen war die Untersuchung bis zum 1. Januar 1950 nicht abgeschlossen. 1'656 Aburteilung erfolgten im Januar 1950. Fast 86 % der Urteile lauteten auf 25 Jahre Lagerhaft, der nach Abschaffung der Todesstrafe in der UdSSR im Mai 1947 zulässigen Höchststrafe.

Rezeption     
(aus Wikipedia)

Wandel des westdeutschen Geschichtsbildes
In der Nachkriegszeit bestimmten Memoiren und Gerichtsaussagen deutscher Generäle und Offiziere das westdeutsche Geschichtsbild des "anständigen deutschen Soldaten" und der "sauberen Wehrmacht", deren Angehörige von Ausnahmen abgesehen fair nach Kriegsvölkerrecht gekämpft hätten. Darin wurden Verbrechen der Wehrmacht kaum erwähnt, bestritten oder als Einzeltaten dargestellt.

Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Aussagen des Generalmajors Erwin von Lahousen, der sich im Rahmen des Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg der Anklage als Kronzeuge zur Verfügung stellte.

Breiteren Raum nehmen dagegen taktische Fragen ein, wie man den Krieg ohne die Einmischung von Hitler doch noch hätte gewinnen können. In Illustriertenromanen wurde der deutsche Soldat meist als pflichtbewusst, engagiert, im Kampf hart, aber fair, kameradschaftlich, freundlich, gebildet und gutaussehend dem Partisanen gegenübergestellt. Dieser ist oft geschildert als heimtückisch-verräterischer Kommunist, Krimineller, Zuhälter oder Drogenhändler mit einer Physiognomie, die den nationalsozialistischen Rassevorstellungen entsprach. Deutsche Kriegsverbrechen kamen nur sehr selten vor und wurden dann der SS angelastet.

Seit den Nürnberger Prozessen galt die Wehrmacht als Ganzes in der Öffentlichkeit als "freigesprochen"; Verbrechen von Truppenteilen wurden vorwiegend als Handlungen von Einzeltätern betrachtet. Die enge institutionelle Verbindung der Wehrmachtspitze mit dem nationalsozialistischen Partei- und Staatsapparat und damit ihre Gesamtverantwortung für deren Vernichtungskrieg blieben weitgehend unberücksichtigt, ebenso die Zusammenarbeit von Soldaten jeden Ranges mit den verbrecherischen Organisationen SD, SS und Gestapo. Nach den ersten Kollektivschulddebatten der Nachkriegszeit wurden bis etwa 1955 Amnestiegesetze erlassen, die diese Einstellung für mehr als ein Jahrzehnt zementierten. Hannes Heer fasst die damalige Haltung folgendermassen zusammen:

"Sinnhafte Interpretationen der eigenen Erfahrung wurden abgedrängt auf Bereiche des Funktionsstolzes über Effektivität, Kompetenz und Kampfkraft oder in private Bereiche erfahrener und bestätigter Kameradschaft einer Schicksals- und Überlebensgemeinschaft – auf Bereiche also, die für Wiederaufbau und Wirtschaftswunder anschlussfähig waren. Politischer oder antipolitischer Sinn war daraus nicht zu generieren, das Interpretationsschema kam vielmehr einem unpolitischen privatistischen Habitus entgegen".

Die erste wissenschaftliche Arbeit zu den Verbrechen der Wehrmacht war die 1978 veröffentlichte Dissertation von Christian Streit "Keine Kameraden". Ihr Schwerpunkt war die Behandlung kriegsgefangener Sowjetsoldaten und die damit eng verknüpften Themen Kommissarbefehl und Zwangsarbeit. Streits Dissertation wurde jahrelang kaum rezipiert.

Mit Rückgriff auf inzwischen zugängliche neue Quellen, darunter Akten der Wehrmacht, Prozessunterlagen, Zeugenaussagen, Feldpost, Tagebücher, widerlegte eine jüngere Historikergeneration die Legende der "sauberen", unpolitischen, irregeführten und vom NS-Regime missbrauchten sauberen Wehrmacht. So wurde etwa die bis dahin bestrittene Ausführung des Kommissarbefehls und die Eigenbeteiligung ganzer Einheiten an Massenmorden bewiesen. Im Ergebnis ging diese Generation der Militärhistoriker "von einer problematischen Verstrickung der Wehrmacht in die NS-Verbrechen während des Krieges" aus: Sie sei "letztlich als ‚Komplize des Bösen‘ und ‚stählerner Garant‘ und nicht als vermeintlich unpolitischer Bereich des NS-Staates anzusehen".

DDR-Rezeption
Die Wahrnehmung und Interpretation der Wehrmacht in der DDR war hauptsächlich durch das marxistisch-leninistische Geschichtsbild (siehe Imperialismustheorie und Marxistische Faschismustheorie) geprägt. Die Wehrmacht war aus diesem Blickwinkel "… das wichtigste Instrument der deutschen Monopolbourgeoisie zur Sicherung der Herrschaft über das eigene Volk, insbesondere zur Niederhaltung der Arbeiterbewegung, und zur Durchsetzung der Weltmachtpläne der Grossbourgeoisie, vor allem der reaktionären Klassenziele gegenüber der Sowjetunion". Diese Sichtweise erforderte einen strengen Klassengegensatz innerhalb der Wehrmacht in Form von ausbeutender und unterdrückender Generalität und höherem Offizierskorps als Werkzeugen des Kapitalismus und ausgebeuteten, unterdrückten einfachen Soldaten und Unteroffizieren.

Im Weltbild der SED-Propaganda wurde die DDR zum "Staat der Opfer" und "Staat des Antifaschismus". Etliche persönlich verfolgte Kommunisten in Staats- und Parteiführung galten als Beweis dieser Doktrin. Die historische Verantwortung für NS-Verbrechen wurde an den Westen delegiert und loyalen Bürgern der DDR somit das Angebot einer Generalabsolution gemacht.

Mediale Darstellung
Die Verbrechen der Wehrmacht waren in der Bundesrepublik vor 1989 auch in den Medien thematisiert worden, etwa 1978 durch die amerikanisch-sowjetische Fernsehdokumentation Der unvergessene Krieg. Während des Historikerstreits 1986/87 spielten sie jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Nach der Wiedervereinigung erschienene Forschungsliteratur von 1991 wie das Buch von Reinhard Rürup Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945. Eine Dokumentation oder der von Peter Jahn und Reinhard Rürup herausgegebene Band Erobern und Vernichten. Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 fanden über Fachkreise hinaus kaum Beachtung.

Erst die in 34 deutschen und österreichischen Städten gezeigten beiden Wehrmachtsausstellungen "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" (erste Fassung: 1995 bis 1999; zweite Fassung: 2001 bis 2004) machten das von der Geschichtswissenschaft inzwischen korrigierte Geschichtsbild zur Wehrmacht auch in der Bevölkerung bekannter. Sie verbreiteten mit vielen Bild- und Schriftdokumenten das Wissen, dass sich ganze Truppenteile an Massenerschiessungen von Zivilisten, Juden und an Vergeltungsaktionen beteiligt hatten. Damit liessen sich Kriegsverbrechen nicht mehr nur auf verbrecherische Befehle zurückführen, Einzeltätern anlasten und von der Völkermordpolitik des NS-Regimes getrennt betrachten.

Die Ausstellung rief Proteste in Teilen der bundesdeutschen Öffentlichkeit, insbesondere bei ehemaligen Wehrmachtangehörigen, darunter auch renommierten Persönlichkeiten wie den ehemaligen Wehrmachtoffizieren Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker, hervor, fand aber auch Zustimmung sowie fundierte Kritik. Einige Historiker wiesen auf einige falsch zugeordnete Fotografien hin, die irrtümlich Verbrechen der Roten Armee oder anderer, mit Deutschland verbündeter Militärs zeigten.

Daraufhin wurden die Exponate wissenschaftlich überprüft und die Ausstellung entsprechend überarbeitet.

Die zweite Ausstellung stellte in den Vordergrund, dass eine Nichtbefolgung verbrecherischer Befehle in der Wehrmacht möglich gewesen war. Offiziere, die bei Massenmorden nicht mitmachen wollten oder konnten, wären nach Darstellung der Ausstellung allenfalls versetzt worden und ansonsten unbehelligt geblieben.

Im Rechtsextremismus werden beide Ausstellungsversionen als Propagandashow zur Verleumdung ehrlicher deutscher Soldaten dargestellt und bekämpft; die marginalen Fehler der ersten Fassung werden zur Diskreditierung der gesamten Grundthese benutzt.

Rezeption in der Bundeswehr
Der erste Traditionserlass der Bundeswehr von 1965 lobte die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 mit den Worten "Zuletzt nur noch dem Gewissen verantwortlich, haben sich Soldaten im Widerstand gegen Unrecht und Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bis zur letzten Konsequenz bewährt", vermied jedoch klarstellende Aussagen über die Beurteilung der Wehrmacht als Gesamtinstitution bzw. ihre Verbrechen.

Mit dem Traditionserlass vom 20. September 1982 hat sich die Bundeswehr von den Traditionen der Wehrmacht stärker abgegrenzt und reklamiert das Attentat vom 20. Juli 1944 dagegen als ihr Vorbild für den "Staatsbürger in Uniform". Im Erlass von 1982 sind die Schwerpunkte gegenüber 1965 etwas anders gesetzt, und es wird zum ersten Mal selbstkritisch von "Schuld" gesprochen: "Im Nationalsozialismus waren Streitkräfte teils schuldhaft verstrickt, teils wurden sie schuldlos missbraucht. Ein Unrechtsregime wie das Dritte Reich kann Tradition nicht begründen".

Der Umgang mit der Wehrmachtausstellung war in der Bundeswehr uneinheitlich. Verschiedene Standortkommandeure besuchten die Ausstellung mit ihren Soldaten oder empfahlen den Besuch, und der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Ulrich de Maizière war bei einer Podiumsdiskussion anwesend. Im Gegensatz dazu verboten Verteidigungsminister Volker Rühe und sein Nachfolger Rudolf Scharping, dass Soldaten als Redner bei Veranstaltungen im Rahmen der Wehrmachtausstellung auftreten und dass Angestellte des militärgeschichtlichen Forschungsamtes über die Ausstellung diskutieren.

Ursachenforschung
Von der Wissenschaft wurden verschiedene, umstrittene und teilweise widersprüchliche Thesen entwickelt, welche zu erklären versuchen, warum Angehörige der Wehrmacht Kriegsverbrechen begangen haben beziehungsweise wie ihre Hemmschwelle zur Begehung bzw. Vermeidung dieser Taten ausgestaltet war. Dabei bleiben viele dieser Erklärungsmodelle recht spekulativ, da sie sich auch aufgrund von Mangel an Quellenmaterial schwer statistisch verifizieren oder falsifizieren lassen.

"Für die Faktoren, die für die Haltung und das Verhalten jener Soldaten ausschlaggebend waren, die nicht der höheren militärischen Führung angehörten, aber trotzdem für die Durchführung der Besatzungspolitik verantwortlich waren, wurden bisher gewisse Erklärungsmodelle gefunden, die aber alle als problematisch zu bezeichnen sind".

Entmodernisierung des Krieges
Dem Historiker Omer Bartov zufolge begünstigten verschiedene Faktoren die Kriegsverbrechen durch Wehrmachtsoldaten: so die so genannte "Entmodernisierung", das heisst ein zunehmender Ausfall moderner Kampfmittel, eine drastische Verschlechterung der Lebensumstände und wachsende geistige Entfernung vom modernen Leben der Kampfeinheiten und eine daraus resultierende Verrohung, besonders an der Ostfront ab 1941. Dies habe zu physisch-psychischen Erschöpfungszuständen und seelischer Abstumpfung bei den Soldaten geführt. In den vereinzelten, immer weniger einer modernen Armee gleichenden Kampfverbänden hätten sich defätistisch-nihilistische, sozialdarwinistische Rechtfertigungsmuster sowie die Verachtung traditioneller Autoritäten und Werte breitgemacht. Er zitiert einen damaligen Kriegsteilnehmer:

"Der Mensch wird zum Tier. Er muss vernichten, um zu überleben […] Der Kampf nimmt hier wieder seine urtümlichste, tierähnlichste Form an […]".

Man führe "einen Kampf ums Überleben, in dem alles erlaubt sei, was die Vernichtung des einzelnen Soldaten und darüber hinaus auch seiner Kameraden, seiner Einheit, seiner Rasse und seines Landes verhindern könne". Diese Haltungen machten eventuell zusätzlich empfänglicher für ideologische Indoktrination. Den Soldaten sei auch im Rahmen gewöhnlicher Kampfhandlungen zunehmend gestattet worden, Ärger und Frustrationen an feindlichen Soldaten und Zivilisten "auszulassen". Diese "Entmodernisierung" an der Front trug auch nach Hannes Heer erheblich zur Brutalisierung der Truppe bei.

Funktion von Primärgruppen
Auch "Primärgruppen", also landsmannschaftlich und regional organisierte Einheiten, die auch einen quasi familiären Zusammenhalt bieten konnten, könnten im Osten das Durchhaltevermögen, die Brutalität und Neigung zu Verbrechen und Anfälligkeit für Ideologisierung gefördert haben. In welcher Richtung und welchem Mass, ist jedoch umstritten. Während einige in diesen Primärgruppen den Grund für die besondere Leistungsbereitschaft und mitunter auch die Verbrechen der Wehrmachtangehörigen sehen, sehen andere gerade den Ausfall traditioneller Bindungen als Einfallstor für nationalsozialistische Indoktrination und vermehrte Kriegsverbrechen. Entgegen der Ansicht, dass soziale Ordnung Ideologie entbehrlich machte, wird angeführt, dass gerade an der relativ aussichtslosen, von "sozialer Ordnung entleerten" Ostfront im Gegensatz zur Westfront erbittert gekämpft worden sei. In dem Mass, wie funktionierende soziale Bande zerbrochen seien, habe die ideologische Motivation vermehrt an Bedeutung gewonnen.

Ideologie
Die Verbrechen der Wehrmacht in Osteuropa beruhten grossenteils wie sonstige NS-Verbrechen auf einem Rassismus, der die Bevölkerung der Feindstaaten nicht als gleichwertige Rechtssubjekte anerkannte und damit die Grundlage des geltenden Völkerrechts ausser Kraft setzte. Dabei strebten NS- und Wehrmachtführung gleichermassen die Vernichtung der Staatsstrukturen, nationalen Einheit und politischen Führungskräfte der eroberten Gebiete sowie deren demographische Umgestaltung an.

Die Rolle der Ideologie innerhalb der Wehrmacht als Ursache von Verbrechen wird unterschiedlich bewertet. Während Autoren wie Omer Bartov und Hannes Heer die Funktion der nationalsozialistischen Ideologie als essentielle Mitursache für die Verbrechen der Wehrmacht einschätzen und eine Übereinstimmung zwischen Überzeugungen von Wehrmachtführung und Regime konstatieren, schreibt Klaus Jochen Arnold:

"Mit Blick auf die Wehrmacht, nicht auf Hitler, Himmler etc., handelte es sich eben nicht um eine lang geplante Massenvernichtung von Juden oder Slawen aus ideologischen Gründen, sondern vor allem um Krieg, und dieser von beiden Seiten mit Erbitterung geführte Krieg schuf ein Klima, in dem Massenmord zum Alltagsgeschäft "normaler Männer" werden konnte".

Christian Gerlach sieht in der Besatzungspolitik im Osten eher ein radikalökonomisches, rücksichtsloses Zweckmässigkeitsdenken, in welchem die Ideologie eine eher untergeordnete Rolle gespielt habe.

Die massgebliche Beeinflussung der Heeresführung und der oberen Ränge durch die nationalsozialistische Propaganda ist relativ eindeutig zu konstatieren. So schreibt Mark Mazover dazu:

"Jüngere Studien haben nicht nur gezeigt, wie stark die politische Indoktrination in das Offizierskorps eingedrungen war und dort sogar institutionalisiert worden war, sondern auch, wie sich die NS-Ideologie in den Befehlen und Aktivitäten der militärischen Befehlshaber widerspiegelte".

Dagegen ist die Wirksamkeit dieses Faktors für die mittleren und speziell unteren Ränge eher fraglich bzw. nicht eindeutig beantwortbar. Rolf-Dieter Müller schreibt dazu in Bezug auf die Forschungen zur "Alltagsgeschichte des Soldaten":

"Welche Rolle spielten dabei Ideologie und Propaganda? Systematische Untersuchungen dazu fehlen fast völlig. Über Motivation und Mentalitäten innerhalb der Wehrmacht wissen wir abseits von Einzelbefunden, die sich zudem meist nur auf die Ostfront beziehen, relativ wenig. […] Wie lassen sich Wirkungen der Unterdrückung und Disziplinierung in einer Armee des blinden Gehorsams abgrenzen gegenüber den Wirkungen von Ideologisierung und Propaganda"?

Während Manfred Messerschmidt trotz seiner umfangreichen Darstellung der nationalsozialistischen Indoktrination der Wehrmacht bezweifelt, dass "diese wirklich einen Einfluss auf die Soldaten" hatte, und Hans Mommsen die Ansicht vertritt, dass "die Mentalität des durchschnittlichen Landsers eher von Nüchternheit und Ablehnung der realitätsfernen Propagandatiraden" geprägt gewesen sei, setzt Hannes Heer zumindest für den Bereich der Judenverfolgung Führung und Truppe in eins, indem er schreibt:

"Die Beteiligung der Wehrmacht am Holocaust erfolgte auf allen Ebenen der militärischen Befehlsgewalt […] bis zu den Truppenführern. […] Die Mentalität der Wehrmachtsführung entsprach dem Bewusstsein der Truppe".